In der Corona-Krise den Kopf über Wasser halten und wieder Boden unter den Füßen gewinnen Mit diesen 10 Übungen wandeln Sie Pessimismus in Zuversicht

Mit diesen 10 Übungen wandeln Sie Pessimismus in Zuversicht

Die Corona-Krise schränkt unser aller Leben stark ein und führt u.a. zu Isolation, Existenzangst und ungewissen Zukunftsaussichten. Sollten Sie unter der aktuellen Situation leiden, testen Sie die hier vorgestellten Übungen, um Pessimismus in Zuversicht zu wandeln.

Management Summary

In der Corona-Krise den Kopf über Wasser halten und wieder Boden unter den Füßen gewinnen Mit diesen 10 Übungen wandeln Sie Pessimismus in Zuversicht

Mit diesen 10 Übungen wandeln Sie Pessimismus in Zuversicht

Die Corona-Krise schränkt unser aller Leben stark ein und führt u.a. zu Isolation, Existenzangst und ungewissen Zukunftsaussichten. Sollten Sie unter der aktuellen Situation leiden, testen Sie die hier vorgestellten Übungen, um Pessimismus in Zuversicht zu wandeln.

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In manchen Situationen kann so ziemlich jeder zum Pessimisten werden. Das sind vor allem solche, in denen das bisher Übliche nicht mehr gilt, die Rahmenbedingungen sich plötzlich ändern oder das bisherige Verhalten nicht mehr angemessen ist. Einige Beispiele: Einem Projektleiter wird plötzlich die Verlängerung seines Mandats verweigert. Eine Firma gerät in schwieriges wirtschaftliches Fahrwasser und muss vielleicht sogar Insolvenz anmelden. Ein Projekt misslingt und übersteigt deutlich den Zeitrahmen und das Budget. (Womöglich werden Sie als Projektleiter oder Projektleiterin dafür verantwortlich gemacht.) Im privaten Bereich ändern sich die Lebensverhältnisse drastisch: Eine Beziehung geht in die Brüche oder es stirbt ein naher Angehöriger.

Alle diese Ereignisse bedeuten nicht nur Aufregung, Stress und meist viel Arbeit, sondern können auch zu einer pessimistischen Sicht auf das Leben führen. Wenn die Beeinträchtigungen durch schwerwiegende Ereignisse lange andauern und wir an dieser Stelle nicht gegensteuern, können wir in einen Strudel der sich selbst erfüllenden Erwartungen geraten. Sind wir sowieso schon eher pessimistisch eingestellt und rechnen damit, dass uns immer wieder Dinge misslingen, verändert sich sogar unsere Wahrnehmung. Wir sind dann eher davon überzeugt, immer wieder in solche Situationen zu kommen, dass es gar nicht anders geht, sodass unsere Haltung und unser Gefühl zunehmend pessimistisch werden. Dieser Prozess schreitet in der Regel unbewusst voran. Die Frage ist: Wie können wir frühzeitig gegensteuern?

Dem Strudel des Pessimismus entkommen

Das Wort Pessimismus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet das Schlechteste, das Übelste, das Schlimmste. Es ist ein Superlativ für das, was uns an schlimmen Ereignissen und Lebensumständen begegnen kann. Pessimismus erzeugt bei uns Menschen Gefühle von Furcht, Angst, Traurigkeit und Depression, um nur einige zu nennen. Also am besten weg damit, so unser erster Impuls, und stattdessen lieber Optimismus auf der ganzen Linie. Die Flut an Glücks- und Optimismus-Literatur gibt von dieser Tendenz ein imposantes Zeugnis.

Aber Pessimismus ist nicht nur schlecht, negativ oder störend. Pessimismus hat auch eine positive Seite: Er macht uns vorsichtig und regt uns an, Vorsorge zu treffen und uns auf schwierige Umstände vorzubereiten. Das sind durchaus positive Effekte, die gegen die Widrigkeiten des Lebens helfen können. Tückisch wird der Pessimismus, wenn er zur bestimmenden Größe unserer Einstellung wird. Dann kann er leicht zu Hoffnungslosigkeit oder zu Nihilismus führen. Das Wertequadrat nach Friedemann Schulz von Thun ist eine gute Methode, um zu entdecken, wie wir unseren Pessimismus in Schach halten können.

Mein Wertequadrat zu Pessimismus und Zuversicht (Oft wird Optimismus als Gegenteil genannt, doch mir ist dieser zu positiv. Der Optimist geht davon aus, dass etwas zu 100% gelingt und das alles in seiner Macht liegt. Der Zuversichtliche dagegen rechnet meines Erachtens damit, dass etwas auch schief gehen kann oder nur unter Schwierigkeiten gelingt.)
Bild 1: Mein Wertequadrat zu Pessimismus und Zuversicht (Oft wird Optimismus als Gegenteil genannt, doch mir ist dieser zu positiv. Der Optimist geht davon aus, dass etwas zu 100% gelingt und das alles in seiner Macht liegt. Der Zuversichtliche dagegen rechnet meines Erachtens damit, dass etwas auch schief gehen kann oder nur unter Schwierigkeiten gelingt.)

Anstreben sollten wir eine dynamische Bilanz zwischen Pessimismus und Zuversicht; das drückt der stilisierte Waagebalken oberhalb der Kästen aus. Nach Schulz von Thun stellt sich zwischen zwei Schwesterwerten ein positives Spannungsverhältnis ein. Aus der Dynamik und Spannung des „sowohl-als auch“ ergibt sich eine gewisse Flexibilität in der Haltung: Wir können auf Entwicklungen reagieren, indem wir eher pessimistisch oder zuversichtlich denken. Die dynamische Bilanz sorgt auch dafür, dass keiner der Werte oder Tugenden zur Untugend verkommt. In unserem Beispiel blendet die Zuversicht den Pessimismus nicht aus, sondern „nutzt“ ihn, um nicht in Gedankenlosigkeit und eine gewisse Leichtfertigkeit abzurutschen.

Zuversicht bewahrt vor zu viel Pessimismus

Das Wort Zuversicht kommt vom althochdeutschen „zuofirsiht“ und bedeutet ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen. Es beinhaltet das Wort Sicht, die Fähigkeit zu sehen, einen Ausblick zu haben. Das Wort hat sich im niederländischen erhalten: „zuiver zicht“ bedeutet klare Sicht. Zuversicht ist kein bedingungsloser Glaube, dass sich alles in unserem Sinne und zu 100% nach unseren Vorstellungen entwickelt. Doch Zuversicht bedeutet eben auch, dass selbst wenn die Dinge sich anders als von uns erwünscht entwickeln, wir Hoffnung haben sollten, weil wir uns Spielräume schaffen können.

Der Dramatiker und Menschenrechtler Vaclav Havel (später erster Staatspräsident der Tschechischen Republik) brachte es so auf den Punkt: "Je ungünstiger die Situation ist, in der wir unsere Hoffnung bewähren, desto tiefer ist diese Hoffnung. Hoffnung ist eben nicht Optimismus. Es ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht. Sondern Hoffnung ist die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht."

Das Selbstschutzprogramm für neue Zuversicht

Die folgenden zehn Übungen unterstützen und dabei, eine klare Sicht sowie Spielräume zu gewinnen und Sinnhaftigkeit zu entwickeln, um dem Pessimismus zu trotzen, der in krisengeschüttelten Zeiten Hochkonjunktur hat (wie der aktuellen Corona-Krise).

Unser Selbstschutzprogramm gegen zu viel Pessimismus wirkt auf drei Ebenen:

  1. Kurzfristig in akuten Situationen,
  2. mittelfristig durch das kontinuierliche Einüben einer veränderten Haltung und
  3. langfristig durch das Wechseln der persönlichen Perspektive.

Das Programm bietet einen ganzen Strauß an Maßnahmen und Übungen. Viele Übungen zielen darauf ab, den Blick zu weiten oder gar die Perspektive zu wechseln; beides ermöglicht es uns, neue Zuversicht zu gewinnen.

Achtung, Notfall: Übungen bei akutem Pessimismus

Der Strudel des Pessimismus kann ganz plötzlich auftauchen, z.B. wenn wir eine unerwartete Kündigung bekommen oder ein wichtiges Projekt abgesagt wird. Meist trifft uns das Ereignis plötzlich und unerwartet, wir haben das Gefühl, uns wird der Boden unter den Füßen weggezogen und wir befinden uns im freien Fall. Lassen wir uns von diesem Strudel mitreißen, entwickeln wir Hoffnungslosigkeit, einen gewissen Fatalismus oder sogar eine Depression (vgl. Wertequadrat von oben). Frühes Gegensteuern kann diesen Worst Case verhindern.

1. Atmen Sie den Pessimismus aus

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Bewertungen und Kommentare

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Alle Kommentare (2)

Helga
Trölenberg

Zuversicht ist auch ein gutes Mittel gegen Mutlosigkeit. Gerade jetzt, wo erste Lockerungen in der Corona-Krise probiert werden, wünschen wir uns, es möge jetzt sofort alles vorbei sein und Normalität einkehren. Wir wünschen uns, wir hätten es bald geschafft. Aber es wird noch eine Weile dauern. Da kann man mutlos werden, oder eben ganz bewusst Zuversicht aufbauen.

Ralf
Lemper

zu Punkt 2: "...Erst wenn wir das Licht anmachen (Wahrnehmung bewusst machen), sehen wir, dass eine kleine Maus die lauten Geräusche verursacht hat..." möchte ich anmerken, dass die Wahrnehmung ja bereits bewusst war, es geht hier um zusätzlichen Informationsgewinn.