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Dec 2017
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Augmented Reality in der Projektarbeit

"Pokemon Go" als Anwendung der Augmented Reality (AR) war im vergangenen Jahr das große Hype-Thema, das allerdings schnell auch wieder verpuffte. Jedoch veranschaulichte es die verbindenden Möglichkeiten der Technologie. Im Business-Bereich ist das Potential ebenfalls groß, Anwendungen sind aber noch nicht in Gänze praxistauglich.

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Aus unserer Tätigkeit wissen wir, dass es bereits viele Ideen und auch Prototypen gibt, welche den Arbeitsalltag und im speziellen die Projektarbeit erleichtern werden und einen Wettbewerbsvorteil schaffen können. In der Breite eingesetzt werden davon bisher leider wenige, aber diejenigen die realisiert wurden, zeigen die Chancen.

AR in der Berufswelt heute

Im Rahmen eines unserer Projekte bei einem großen Logistik-Unternehmen hatten wir festgestellt, dass die Mitarbeiter viele unnütze Wege zurücklegten, da sie bei ihrer Route durch das Lager einfach der Materialliste folgten. Zudem entnahmen sie öfters falsche Ware, da die Informationen auf der Liste nicht immer eindeutig waren. Wir statteten die Mitarbeiter mit AR-Brillen aus, die sie zum einen auf dem kürzesten Weg durch das Lager leiten und zum anderen direkt beim Lagerplatz über die genaue Anforderung informieren, wodurch Fehlentnahmen kaum noch vorkommen. Ihre Produktivität erhöhte sich dadurch deutlich.

Im Büro ist die Datenbrille zwar für den alltäglichen Einsatz zurzeit noch untauglich, jedoch gibt es auch hierfür bereits Ansätze und Prototypen, welche die Projektarbeit vereinfachen werden.

Zukunft der AR in der Projektarbeit

Sobald AR in die Software der Computer integriert wird, kann der klassische Desktop mit deren Elementen erweitert werden. Trägt der Nutzer also eine AR-Brille, kann diese die Benutzeroberfläche auf den realen Arbeitsplatz projizieren. Dadurch wird es möglich, an mehreren Geräten gleichzeitig zu arbeiten und Daten auszutauschen. Das erleichtert die Teamarbeit im Projekt spürbar, da Daten nicht mehr mühselig transformiert werden müssen, sondern alle gleichzeitig an ihnen arbeiten und sich in Echtzeit austauschen können.

Bei Projekten im Bereich der Architektur beispielsweise besteht dadurch die Möglichkeit, Objekte als Hologramm zu projizieren. Ein Teilnehmer kann daran direkt sichtbar Änderungen vornehmen. Ein großer Geschwindigkeitsvorteil, da er im Anschluss nicht erst eine neue Modellierung vornehmen bzw. am Computer erstellen und an das Team versenden muss. Alle Teilnehmer können die Änderung direkt erleben.

Am meisten profitieren werden allerdings die Ingenieure: Diese können bei Projektarbeiten ebenfalls mit Hilfe von AR zusammen an 3D-Modellen arbeiten, ohne tatsächlich im gleichen Büro sein zu müssen. Geräte könnten so virtuell durch Hologramme entwickelt und der Austausch von einzelnen Teilen in Sekundenschnelle vorgenommen werden. Die Auswirkungen auf das Gesamtsystem werden umgehend angezeigt.

Dies ermöglicht es, dass Projektpartner an jedem beliebigen Ort auf der Welt die Veränderungen sehen und selbst Einfluss nehmen können. Dadurch können Arbeiten noch verteilter stattfinden und neue Mitarbeiter müssen nicht zwingend zur Einarbeitung im Unternehmen persönlich erscheinen, sondern können z.B. an Hologrammen ausgebildet werden.

Holographische Oberflächen

Eine weitere Idee, der wir großes Potenzial in der Projektarbeit zusprechen, hatte eine Forschergruppe in den USA: Dort wurde bereits ein Gerät entwickelt, welches Anwendungen aus dem AR-Bereich ohne große technische Aufwände anzeigt. Benötigt wird dafür lediglich eine handelsübliche Deckenleuchte, in die eine normale Glühbirne passt. Hiermit kann jede beliebige Oberfläche in ein Augmented-Reality-Display verwandelt werden, das wie ein normaler Touchscreen gehandhabt wird.

Hürden beim Einsatz von AR in Projekten

Wie bereits erwähnt, klingen die Ideen in der Theorie sehr gut, sind jedoch technisch noch nicht so weit entwickelt, als dass sie in der täglichen Praxis zum Einsatz kommen könnten. Generell ist die Entwicklung sehr teuer und momentan können vorwiegend große Unternehmen diese stemmen. Viele Projektpartner haben deshalb noch keinen Zugriff auf AR haben und dies wird voraussichtlich in den nächsten Jahren auch erstmal so bleiben.

Hinzu kommen viele technische Probleme, bei Hologrammen beispielsweise. So sind die Laser häufig noch zu langsam, eingearbeitete Änderungen können momentan erst nach einigen Minuten vorgenommen werden.

Fazit

Stand heute gibt es noch viele ungelöste Probleme, aber auch mindestens genauso viele Ideen und Forschungsansätze. Die Technologie ist noch nicht so ausgereift, als dass sie praxistauglich wäre bzw. umgesetzt werden kann. Es fehlen die serienreifen Geräte, die jeder so selbstverständlich wie ein Computer auf seinem Schreibtisch hat. Bisher können wir nur den Einsatz von exemplarischen Einzelanwendungen bestätigen.

Das Potenzial für die tägliche Nutzung ist jedoch zweifelsohne vorhanden und Augmented Reality ist definitiv eine der vielen Möglichkeiten, um die Projektarbeit langfristig zu vereinfachen.

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