Von der Kunst, in Time & Budget den maximalen Nutzen zu schaffen

Agile Festpreisprojekte in der Praxis

Teil 2: Methoden im agilen Festpreisprojekt
Wie wird aus einer groben Anforderung ein konkretes Bündel an Arbeitspaketen? Wie berücksichtigt man Kosten, Nutzen, Komplexität und Mehrwert beim Endkunden in diesem Prozess? Tassilo Kubitz setzt für genau diese Fragestellungen auf Impact Mapping, Story Mapping, die T-Shirt sowie Dreipunkt-Schätzmethode. Wie er in der Praxis vorgeht und wie die Methoden in agilen Festpreisprojekten eingesetzt werden, erklärt er im abschließenden Teil des Zweiteilers.
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Sie haben ein Projekt, das Sie innerhalb eines bestimmten Zeit- und Budgetrahmens fertig stellen müssen? Gleichzeitig erfordern sich ändernde Prioritäten oder Anforderungen Flexibilität. Dann könnte für Sie das Vorgehen eines agilen Festpreis-Projekts passen. Wie Sie dazu vorgehen, habe ich im ersten Teil dieses Zweiteilers beschrieben. Welche Methoden Sie einsetzen können, um die Anforderungen zu strukturieren und Kosten, Nutzen sowie Komplexität zu schätzen, stelle ich Ihnen in diesem zweiten und abschließenden Teil vor. Tabelle 1 zeigt die dabei eingesetzten Methoden im Überblick.

Tabelle 1: Überblick über bewährte Methoden im agilen Festpreis-Projekt
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Mit einem Baum Anforderungen in eine Impact Map und Story Maps strukturieren

Wie bringt man Anforderungen mit dem größten Mehrwert bei festgelegtem Budget in die richtige Reihenfolge zur Abarbeitung? Ich benutze dazu die Methoden Impact Mapping und Story Mapping. Die Methoden habe ich während eines Software-Entwicklungsprojekts kennengelernt, bei dem heterogene Anforderungen an mich herangetragen wurden.

Der Auftraggeber gab mir eine Excel-Liste mit 25 Einträgen. Darunter befanden sich Anforderungen, wie "Wartungsplaner" neben der Anforderung "Erweiterung eines Formulars um 4 Felder". Die Anforderungen unterschieden sich in Umfang und Komplexität deutlich. Ich suchte daher nach Methoden, mit denen ich die Anforderungen "kleinschneiden" sowie ihren Nutzen und ihre Kosten möglichst präzise schätzen konnte.

Vom Stamm bis zu den Blättern – wie aus einer allgemeinen Anforderung ein Lösungsvorschlag mit User Storys wird

Ich stieß damals auf den Artikel "Modernes Requirements Management, Von der Impact Map zu User-Storys“ von Dr. Monika Schubert (Schubert, 2016). Der Artikel inspirierte mich, die Anforderungen entlang eines Baumstammes mit Ästen, Zweigen und schließlich Blättern anzuordnen und einzusortieren (Bild 1): Dabei entspricht der Baumstamm dem Gesamtvorhaben (Impact Map), aus dem sich mehrere Äste (Story Maps) ausbilden, die sich weiter verzweigen. An deren Enden hängen Blätter (User Storys).

Bild 1: Ein Baum als Sinnbild für Impact Map (Baumstamm), Story Map (dicke Äste) und User Storys. Die User Storys als Blätter liegen hier noch ungeordnet am Boden.

Bild 1: Ein Baum als Sinnbild für Impact Map (Baumstamm), Story Map (dicke Äste) und User Storys. Die User Storys als Blätter liegen hier noch ungeordnet am Boden.

Mit Hilfe der Struktur eines Baums lassen sich Zusammenhänge und Abhängigkeiten darstellen und damit auch besser zu einem größeren Feature zusammenfassen. Das erleichtert die Bewertung des Nutzens und zeigt auf, wo noch etwas, z.B. eine User Story, fehlt.

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