Effiziente Vermeidung von Desastern

Teil 2:
Der strategische PM-Zyklus
Integrierte Projektmanagement-Methoden helfen, Managementfehler in Projekten rechtzeitig zu erkennen. Ein wirksames Desaster-Frühwarnsystem bilden der strategische und der taktische Projektmanagement-Zyklus, den Stefan Heinrich (Niku Software) in der letzten Ausgabe des Projekt Magazins beschrieben hat. Diesmal steht der strategische Warnzyklus im Mittelpunkt. Er stellt die Grundlage dar für das Capability Maturity Modell (CMM), eine vom US-Verteidigungsministerium entwickelte Qualitäts-Sicherungsmethode für Unternehmen. Heinrich erklärt, wie der strategische Warnzyklus funktioniert, was CMM bringt, und welche Anforderungen ein integriertes PM-System erfüllen muss.

 

Effiziente Vermeidung von Desastern

Teil 2:
Der strategische PM-Zyklus
Integrierte Projektmanagement-Methoden helfen, Managementfehler in Projekten rechtzeitig zu erkennen. Ein wirksames Desaster-Frühwarnsystem bilden der strategische und der taktische Projektmanagement-Zyklus, den Stefan Heinrich (Niku Software) in der letzten Ausgabe des Projekt Magazins beschrieben hat. Diesmal steht der strategische Warnzyklus im Mittelpunkt. Er stellt die Grundlage dar für das Capability Maturity Modell (CMM), eine vom US-Verteidigungsministerium entwickelte Qualitäts-Sicherungsmethode für Unternehmen. Heinrich erklärt, wie der strategische Warnzyklus funktioniert, was CMM bringt, und welche Anforderungen ein integriertes PM-System erfüllen muss.

 

Im ersten Teil des Beitrags wurde der taktische Projektmanagement-Zyklus präsentiert, der die exakten Aufgabenzuordnungen und zyklische Rückmeldungen von Ist-Zuständen an den Projektmanager vorsieht. Der taktische Projektmanagement-Zyklus ist ein wesentlicher Bestandteil eines unternehmensweiten Desaster-Frühwarnsystems.

Ziel des vorliegenden Teils ist die Beschreibung des strategischen Projektmanagement-Zykluses innerhalb eines Unternehmens. Bei dem strategischen Projektmanagement-Zyklus, der auf den taktischen aufbaut, fließen

  • Erfahrungswerte aus abgeschlossenen Projekten in Form von Kennzahlen und Metriken in die Neuplanung von Projekten ein.

Gemeinsam mit den taktisch/operativen Komponenten bildet der strategische Projektmanagement-Zyklus

  • ein effizientes Desaster-Frühwarnsystem und
  • die Grundlage für den Einsatz des Capability Maturity Modells (CMM), einer vom US-Verteidigungsministerium entwickelten Qualitäts-Sicherungsmethode für Unternehmen.

Das CMM

  • gibt auf einer fünfstufigen Reifegrad-Skala an, in welchem Ausmaß ein Unternehmen vorhandene Ressourcen, Know-how und aufgetretene Fehler für die Verbesserung der internen Vorgehensweisen einsetzt. Die Skala reicht von unstrukturierten Versuch/Irrtum-Situationen bis zur kontinuierlichen, umfassenden sowie prozessbegleitenden Qualitätssicherung innerhalb eines Unternehmens.

Gemeinsam bieten effiziente Frühwarnung und konstante Qualitätssicherung einen wirkungsvollen Wettbewerbsvorsprung.

Der strategische Projektmanagement-Zyklus

In vielen Unternehmen festigt sich zunehmend die Erkenntnis, dass zahlreiche Aufgaben einander gleichen. So gibt es bei jedem neuen Projekt verschiedene Parallelen zu bereits bekannten Aufgaben wie beispielsweise bestimmte notwendige Fähigkeiten, Kontrollmechanismen oder Vorgehensweisen. Der strategische Projektmanagement-Zyklus sieht nun vor, dass die Erkenntnisse aus den vergangenen Projekten in die Planung von neuen Aufgaben einfließen.

Bei der Beschreibung des taktischen Projektmanagement-Zykluses im ersten Teil des Artikels wurde als Beispiel beschrieben, wie es durch mangelnde Genauigkeit bei der Festlegung von projektinternen Aufgabenzuordnungen zu vorhandenen Ressourcen zu Verzögerungen auf dem kritischen Pfad kommen kann. Bei einem funktionierenden taktischen Projektmanagement-Zyklus ist ablesbar, wann und wo Verzögerungen auf dem kritischen Pfad zu erwarten sind. Eine Erkenntnis könnte beispielsweise lauten, dass bei der Durchführung eines Projekts mit mehr als 100 Mitarbeitern der Staffing-Prozess unexakt wird. Diese Erkenntnis fließt nun unter Anwendung des strategischen Projektmanagement-Zyklus in die Planung eines Neuprojekts ein, indem zum Beispiel über die Projektlaufzeit wöchentlich anderthalb Manntage zusätzliche Staffing-Leistungen eingeplant werden.

Durch diese Analyse von Projektdaten aus der Vergangenheit wird das Unternehmen befähigt, aus den Erfahrungen der bereits abgeschlossenen Projekte zu lernen und die Erkenntnisse in die Planung neuer Projekte einfließen zu lassen.

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess der Planung und Durchführung von Projekten eines Unternehmens durchläuft daher typischerweise folgende Stationen:

  1. Planung und Aufwandsschätzung eines Projekts.
  2. Durchlaufen des taktischen Projektmanagement-Zykluses.
  3. Formulierung der Erfahrungen in diesem konkreten Projekt durch Erstellung von Metriken, Kennzahlen und Abschlußberichten.
  4. Anpassung der eingesetzten Methoden und Korrektur der Aufwandsschätzung.
  5. Beginn eines neuen Projekts unter Zuhilfenahme der gewonnenen Erfahrungswerte.

Dieser kontinuierliche Prozess soll von einem PM-Werkzeug unterstützt werden, das in der Lage ist, die Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Projekte zu erkennen und in der Form von Halbfertigfabrikaten in einer eigenen Methoden-Bibliothek abzulegen. In diese Methodensammlung werden jene Vorgehensweisen und Prozessdefinitionen abgelegt, die einerseits um die Fehler der Vergangenheit bereinigt und andererseits um die unternehmensspezifisch wirksamen Lösungen bereichert sind. Im Zeitablauf entwickelt sich auf diese Weise ein Prozesskatalog, der die Summe aller Erfahrungswerte reflektiert, die in einem Unternehmen existieren.

Anforderungen an ein integriertes PM-System

Bewertungen und Kommentare

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung. Jetzt einloggen
0 Kommentare anzeigen & selbst mitreden!
Gesamt
Bewertungen 0
Kommentare 0

Fortsetzungen des Fachartikels

Teil 1:
Integrierte Projektmanagement-Methoden
Die heutige Marktwirtschaft erlaubt keine Managementfehler mehr. Eine frühzeitige Warnung bei Desastern, die ein wirkungsvolles Eingreifen noch vor dem Eintritt schwerwiegender Folgen ermöglicht, ist daher eine dringende Notwendigkeit.