Einprägsam und überzeugend präsentieren im Projekt

Einprägsam und überzeugend präsentieren im Projekt

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Projektmeeting, Montagvormittag, 11.30 Uhr. Projektleiter Schmidt wirft die letzte von 30 Folien seines Statusberichts an die Wand, welche die Situation im Projekt für alle Projektbeteiligten transparent machen sollen. Gebeamte Informationen, welche in den letzten eineinhalb Stunden die Anwesenden in einen komatösen Zustand versetzt haben. Auf der letzten Folie ist zu lesen: "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!"

In den Köpfen des Publikums, der Kollegen und der Mitarbeiter von Herrn Schmidt, macht im Stillen eine Frage die Runde: "Wessen Aufmerksamkeit meint er?" Schließlich haben die Anwesenden 90 Minuten in einem abgedunkelten Raum gesessen, angestrengt auf hochkomplexe Grafiken gestarrt und mit Hunderten von Zahlen die Gehörgänge gespült bekommen. Von ganz weit vorne war dabei die Stimme eines Mannes an ihr Ohren gedrungen, der am äußersten Bühnenrand im Schatten stand, mit dem Rücken zu ihnen eine Folie nach der anderen durchklickte und dabei die Sätze auf den Folien ablas.

Anstatt das Publikum mit einem informativen und zugleich unterhaltsamen Vortrag zu begeistern, emotional anzusprechen und so für das Projekt und seinen Verlauf zu interessieren, verhilft ein solcher Präsentator seinen vermeintlichen Zuhörern im besten Fall zu einem wenig erholsamen Nickerchen.

Dabei kann und sollte jeder Vortrag innerhalb eines Projekts Werbung sein, Werbung für die Projektidee, für den gemeinsam erreichten ProjektfortschrittProjektfortschrittProjektfortschritt ist das Verhältnis der zu einem Stichtag erbrachten Leistungen zum gesamten vereinbarten Leistungsumfang des Projekts., am Ende also auch Werbung für jeden einzelnen Beteiligten, der zum ProjekterfolgProjekterfolgGrundsätzlich gilt ein Projekt als erfolgreich, wenn es seine Ziele (Ergebnis, Termintreue, Budgettreue) erreicht oder übertroffen hat. Neben diesen objektiv messbaren Kriterien hängt die Beurteilung des Projekterfolgs aber auch vom Standpunkt des jeweiligen Stakeholders ab. beiträgt.

Rationale Gründe für mehr Emotion

Von Teilnehmern meiner Seminare und Coachings – viele tragen Projektleitungsverantwortung oder sind an Projekten beteiligt – höre ich häufig, dass Präsentationsinhalte im Projektmanagement sehr zahlenlastig seien, mit Zeitplänen und vielen trockenen Fakten gespickt.

Diese Inhalte sind also genau das Gegenteil von dem, was sich nach allen neuropsychologischen Erkenntnissen zufolge nahezu unlöschbar im Gehirn des Zuhörers festsetzt, weil sie seine Emotionen ansprechen – und zwar unabhängig davon, ob Sie im Rahmen einer Marketing-Präsentation ein ProduktProduktAus Projektsicht ist ein Produkt die im Lastenheft beschriebene, zu erbringende Leistung des Projekts. Meistens muss ein Projekt mehrere Produkte erstellen, um den vereinbarten Leistungsumfang zu erbringen. Die Auflistung aller zu erstellenden Produkte eines Projekts ist das sog. Leistungsverzeichnis . Die Menge aller Produkte eines Projekts definieren den sog. Projektumfang (Inhalt und Umfang, Scope). vorstellen oder eben Ihr Projekt.

Wenn es Ihnen gelingt, mit Ihren Inhalten die Zuhörer emotional zu berühren, sprechen Sie deren Unterbewusstsein an, den Ort, wo 90 Prozent der Entscheidungen getroffen werden. Auch Entscheidungen darüber, wie ein Projekt bewertet, ob es unterstützt, weiter vorangetrieben oder möglicherweise auch gestoppt wird. Im Unterbewusstsein werden emotionale Werte gebildet, wie z.B. Vertrauen und Sicherheitsempfinden. Werte, die für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Projekt von besonderer Bedeutung sind.

Werben Sie für Ihr Projekt – präsentieren Sie es nicht nur

Nach meiner Beobachtung vertun Redner gerade bei Projekt-Präsentationen oftmals eine unglaubliche Chance. Sie präsentieren die Fakten ausschließlich auf sehr nüchterne Weise, anstatt für eine Projektidee oder den Projekterfolg zu begeistern.

Warum wollen Sie Ihr Publikum nur informieren, wenn Sie es emotionalisieren können? Warum geben Sie sich bestenfalls mit einem "OK" zufrieden, wo Sie ein "WOW" ernten können? In Zeiten immer größeren Wettbewerbs, auch unternehmensintern, wird es zusehends wichtiger zu kommunizieren, was Sie tun, wie gut Sie es tun und was Ihr Unternehmen davon hat. Kommunizieren Sie als Projektleiter nicht nur Werte wie Daten, Umsätze oder Prozentanteile, sondern auch den Wert, den Sie persönlich, Ihr TeamTeamEin Team ist eine Gruppe von Personen, die gemeinsam eine Aufgabe erledigen sollen. Meist besteht innerhalb des Teams keine formelle Hierarchie. Grundidee der Arbeit im Team ist das Zusammenwirken ergänzender Fähigkeiten und Fertigkeiten der Teammitglieder, um ein Ergebnis zu erreichen, das für jedes einzelne Teammitglied allein nicht leistbar gewesen wäre. und Ihr Projekt für das Unternehmen stiften. Werben Sie für sich und Ihr Projekt!

Spot ab – für Ihr Projekt!

Wenn also Vorträge als Werbung verstanden werden können, sollten Sie sich fragen, ob auch die Techniken aus Werbung und Marketing bei Präsentationen funktionieren. Die Antwort lautet: Ja, so ist es! Was einen Werbespot zu einem überraschenden und funktionierenden Werbemittel macht, lässt sich auch auf dem Podium erfolgreich nutzen.

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Tobias
Herger

Spannender Ansatz. Ganz nach dem Motto: Reduce to the max oder Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

 

Ernst
Tockner

Sehr wirksam in der Anwendung

 

Romano
Verdieri

Sehr guter Beitrag. Der Einsatz von Bildern und Geschichten wird oft unterschätzt. Aus eigener Erfahrung habe ich gelernt, dass sich die Zuhörer durch einfache Handskizzen am Flipchart oder durch passende Geschichten schnell in den Bann des Themas ziehen lassen. Die Reaktionen sind positiv, viele Zuhörer bekommen so einen Zugang zu einem Thema, welches sie sonst nur beschränkt interessiert. Besonders gut gefällt mir auch der Hinweis seine eigene Präsentation "im Stillen" zu üben und sich dabei aufzunehmen. Dafür braucht es keine teure Videoausrüstung, die im Smartphone eingebaute Kamera reicht völlig aus. Und dazu noch ein Tipp: die Aufnahmen von sich selber nicht unmittelbar anschliessend ansehen, sondern erst am nächsten Tag! Wieso? Gleich nach der Aufnahme sind wir noch so stark im Thema, dass uns Lücken in der Argumentation nicht auffallen. Sehen wir uns die Aufnahme erst am nächsten Tag an, dann tun wir dies mit mehr Distanz - was uns während dem Vortragen noch schlüssig erschien, braucht vielleicht doch noch etwas Feinschliff.