Konfliktbewältigung in Projekten

Teil 2: Gefestigte Konflikte destabilisieren und lösen
Problem erkannt - Problem gebannt? Leider nicht. Auch wenn Konflikte in einem Team bekannt sind, werden sie häufig nicht gelöst. Manche Mitarbeiter haben sogar Strategien entwickelt, um den Konflikt zu festigen und eine Lösung zu verschieben bzw. zu verhindern. Im zweiten Teil seines Artikels zu Konflikten in Projekten stellt Gero Lomnitz häufige Stabilisierungsstrategien sowie wirksame Gegenmaßnahmen vor.

Problem erkannt - Problem gebannt? Nein, keineswegs. Häufig werden Konflikte in Projekten, die den Beteiligten seit längerem bekannt sind, nicht gelöst. Allein die Kenntnis der Konfliktursachen und die Ausarbeitung von geeigneten Maßnahmen reichen in manchen Fällen nicht aus, um Konflikte zu lösen. Man muss auch der Frage nachgehen, wie Konflikte stabil bleiben bzw. stabilisiert werden. Manche Personen und Gruppen haben ein "gutes Repertoire" entwickelt, Konflikte nicht zu lösen. Für die Praxis ist es wichtig, dieses Repertoire zu verstehen, um nicht darauf hereinzufallen.

Die Stabilität von Konflikten verstehen

Folgende Strategien dienen dazu, Konflikte zu stabilisieren.

Man spricht nicht darüber

Die einfachste Methode zuerst: Solange es geht, sich nicht mit dem Problem auseinandersetzen bzw. nicht darüber reden. Am besten alles unter den Teppich kehren, auf diese Weise umgeht man die Auseinadersetzung. Dieses Konfliktvermeidungsverhalten kann nach dem Motto "Aussitzen ist auch eine Methode" bewusst eingesetzt werden oder im Sinne der Verdrängung bzw. Verleugnung von Problemen unbewusst geschehen.

Was können Projektleiter oder Projektmitarbeiter in diesen Fällen tun? Die geeignete Maßnahme ist in aller Regel, das Problem sachlich und klar anzusprechen. Dabei sollte darauf geachtet werden, ob das Thema unter vier Augen oder in der Gruppe geklärt werden muss. In bilateralen Gesprächen lassen sich Probleme oft besser lösen, da ein Gesichtsverlust gegenüber der Gruppe vermieden wird.

"Geschickte" Wahl von Ort und Zeit

Wenn sich Diskussionen wirklich nicht mehr umgehen lassen, greifen manche Personen auf eines zurück: Klärungsgespräche werden kurz vor Feierabend oder vor einem wichtigen Meeting im Sitzungsraum anberaumt, mit dem Risiko, dass Dritte das Gespräch stören. Auf diese Weise lassen sich die Probleme hervorragend stabilisieren und sogar noch verstärken.

Für Konfliktlösungen kann es ganz

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