Meine 8-Minuten-Entspannungsübung

Das Alltagsleben eines Projektmanagers ist voller Stressfaktoren. Um sich nach einem anstrengenden Arbeitstag abends überhaupt erholen zu können, muss man zuerst Abstand gewinnen und sich bewusst entspannen. Kay Schulz hat hierfür eine unkonventionelle Lösung gefunden: Er hat sich eine Folge von Entspannungsübungen zusammengestellt, die er während der Heimfahrt in der U-Bahn machen kann. Der Autor beschreibt sein individuelles Entspannungsprogramm und gibt Tipps zum Nachmachen.

Als Projektleiter stehe ich permanent unter Strom. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich den ganzen Tag im Autopilotenmodus agiere, oder besser: reagiere. Die Tage sind voller Meetings und jeder will etwas anderes von mir. Dazu kommt noch der Druck, den jeder Projektleiter kennt: Pünktlich liefern, Budget einhalten, Projekte neu planen.

Früher kam ich oft nach Hause und war "platt". An Abschalten war dennoch nicht zu denken, da mich beständig Gedanken beschäftigten wie z.B.: "Das musst Du morgen unbedingt klären.", "Mit dem musst Du morgen reden." Oder "Stimmen meine Budgetzahlen oder habe ich mich da verrechnet?". Ich hatte den Eindruck, nicht ich steuerte meine Gedanken, sondern diese hätten mich fest im Griff.

Zunächst versuchte ich, mich mit autogenem Training im Bett zu entspannen. Aber dabei schlief ich oft zu früh ein. Das Gute daran war, dass mich meine Gedanken nicht vom Einschlafen abhielten, der Nachteil war, dass die Gedanken um Arbeit und Projekt immer noch meinen Abend belasteten. Die Übungen des autogenen Trainings im Büro oder in der U-Bahn zu machen, liegt mir persönlich nicht, auch wenn manche Leute dies anscheinend können. Zudem habe ich bei meiner Fahrt vom Büro nach Hause nur rund zehn Minuten auf einer relativ ruhigen U-Bahn-Strecke, was zu kurz für mein Trainingsprogramm ist.

Pragmatischer Ansatz: Entspannung

Ich brauchte also eine einfache Entspannungsmethode, die ich direkt nach der Arbeit während meiner U-Bahn-Fahrt anwenden konnte, um meinen Feierabend genießen zu können und um letztlich in der Arbeit ruhiger und konzentrierter die vielfältigen Anforderungen bewältigen zu können.

Nach und nach stellte ich mir daher einen auf meine Bedürfnisse angepassten Übungsablauf zusammen, bei dem ich das Gefühl habe, dass er meinen Stress reduziert oder mir zumindest dabei hilft, besser mit ihm umgehen zu können. Die einzelnen Elemente entnahm ich verschiedenen Büchern (Knuf, 2010; Hanson und Medius, 2010) und meinen Erfahrungen mit autogenem Training und Meditation.

Der Ablauf, den ich Ihnen im Folgenden vorstelle, ist also in keiner Weise festgelegt. Sie können ihn Ihren Wünschen entsprechend variieren und an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Vielleicht gibt es Übungen, die Sie nicht machen wollen oder können, oder die bei Ihnen ganz einfach keine Wirkung haben. Probieren Sie mit den im Folgenden vorgestellten Ansätzen herum, um die beste Lösung für sich zu

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