Mit dem Minimum Viable Product Komplexität gezielt reduzieren Fokus statt Funktionsflut: Erfolgsfaktor MVP in Softwareprojekten

MVP statt Scope Creep: Komplexität im Softwareprojekt reduzieren

Ständig neue Anforderungen, steigende Kosten und verzögerte Go-lives? Der Minimum-Viable-Product-Ansatz hilft in Kombination mit der MoSCoW-Methode und einer Fit-to-Standard-Strategie, Komplexität in Softwareprojekten gezielt zu reduzieren.

Management Summary

Mit dem Minimum Viable Product Komplexität gezielt reduzieren Fokus statt Funktionsflut: Erfolgsfaktor MVP in Softwareprojekten

MVP statt Scope Creep: Komplexität im Softwareprojekt reduzieren

Ständig neue Anforderungen, steigende Kosten und verzögerte Go-lives? Der Minimum-Viable-Product-Ansatz hilft in Kombination mit der MoSCoW-Methode und einer Fit-to-Standard-Strategie, Komplexität in Softwareprojekten gezielt zu reduzieren.

Management Summary

Sind Sie bei Softwareprojekten für Unternehmensprozesse immer wieder mit der Herausforderung konfrontiert, wie Sie zu Beginn eines Projekts den Leistungsumfang (Scope) definieren und im Projekt managen? Einerseits dürfen Sie das Projekt nicht unnötig aufblähen, sodass Kosten und Zeit davonlaufen. Anderseits wollen Sie keine relevante Anforderung im Scope vergessen, wenn dies einen nachteiligen Einfluss auf die Geschäftsprozesse hat. Beides könnte den Projekterfolg gravierend beeinträchtigen.

Basierend auf zahlreichen Projekterfahrungen möchte ich Projektleitungen und Programmmanagenden sowie IT- und Business-Entscheider:innen mit diesem Beitrag zeigen, dass sich das Minimum Viable Product (MVP) aus der Produktentwicklung im Hinblick auf die Herausforderung "Projektumfang" auch für die Einführung von Standardsoftware eignet. Insbesondere, wenn Sie in Ihrer Organisation hohe fachliche Anforderungen, begrenzte Budgets und eine schnelle Umsetzungsgeschwindigkeit in Einklang bringen müssen. Im Folgenden erläutere ich die Umsetzung anhand eines Praxisbeispiels im Detail und begründe, warum dieser Ansatz entscheidend zur Projektstabilität beiträgt.

Das Minimum Viable Product im Magischen Dreieck

Als Projektleitung stehen Sie stets vor der Herausforderung, das Magische Dreieck aus Umfang, Zeit und Kosten ins Gleichgewicht zu bringen. Wie schön wäre es, dafür einen standardisierten und gesicherten Weg zu haben. Einen Weg, der diese drei Parameter stabil hält, deren gegenseitigen Einfluss beherrschbar macht und der sich jederzeit elegant steuern lässt.

Im klassischen Projektmanagement ist der Projektumfang festgelegt, während der Zeit- und der Kostenrahmen variabel sind. In der agilen Welt wurde dieses Dreieck umgekehrt: Zeit und Budget sind fix, der Umfang bleibt flexibel (Bild 1). Doch auch in diesem Fall ist die Aufgabe anspruchsvoll, ein Gleichgewicht zu wahren: Die Variabilität im Umfang bei der Einführung von Software für Geschäftsprozesse ist mitunter nicht akzeptabel.

Gegenüberstellungen des klassischen, agilen und MVP-basierten Vorgehens. Die Grafik nutzt farbige Dreiecke und Pfeile, um die Abhängigkeiten zwischen Umfang, Zeit und Kosten für jedes Vorge-hen darzustellen.
Bild 1: Darstellung des Projektmanagement-Dreiecks: klassisch vs. agil vs. agiler MVP-Ansatz

 

Die Herausforderung: für Projekte einen passenden Mix aus beiden Welten finden, welcher die jeweiligen Vorteile miteinander kombiniert. Genau an diesem Punkt setzt der MVP-Ansatz an: Er hilft, die inhaltliche Varianz zu reduzieren und das Projekt in Bezug auf den Umfang "planbarer" zu machen, ohne an Agilität zu verlieren. Das Ziel ist, durch das MVP im Projekt den Kernnutzen schnell bereitzustellen und darauf aufbauend iterativ zu erweitern. Wie dies funktionieren kann, soll das folgende Praxisbeispiel zeigen.