Nach der Präsentation: die Diskussion lebendig gestalten

Nach einer Präsentation sollten die Teilnehmer die Gelegenheit haben, über die Inhalte der Präsentation zu diskutieren. Dabei wechselt der Präsentator in die Rolle des Moderators. Dr. Tomas Bohinc zeigt in diesem Tipp, wie Sie eine solche Diskussion eröffnen und angemessen leiten können. Wichtig dabei ist besonders, in der Diskussion sowohl die Sachebene als auch die emotionale Ebene im Auge zu behalten.

Nach der Präsentation: die Diskussion lebendig gestalten

Nach einer Präsentation sollten die Teilnehmer die Gelegenheit haben, über die Inhalte der Präsentation zu diskutieren. Dabei wechselt der Präsentator in die Rolle des Moderators. Dr. Tomas Bohinc zeigt in diesem Tipp, wie Sie eine solche Diskussion eröffnen und angemessen leiten können. Wichtig dabei ist besonders, in der Diskussion sowohl die Sachebene als auch die emotionale Ebene im Auge zu behalten.

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Bei vielen Präsentationen steht auf dem letzten Chart: "Ihre Fragen?" Mit dieser Aufforderung sollen die Zuhörer aber nicht nur ihre Fragen stellen, sondern auch damit beginnen, über die Inhalte der Präsentation zu diskutieren. Durch eine solche Diskussion kann der Präsentator feststellen, ob die Teilnehmer seine Botschaft verstanden haben. So hat er die Möglichkeit, mit ihnen gemeinsam neue Ideen oder Lösungsansätze zu entwickeln und zudem auf Kritik, vielleicht sogar Unmut, konstruktiv zu reagieren.

Planen Sie deshalb die Diskussion als festes Element am Ende Ihrer Präsentation ein und bereiten Sie sich auf deren Moderation genauso gut vor wie auf die Präsentation selbst. So vermeiden Sie, dass Sie unvorbereitet auf Fragen und kritische Einwände reagieren müssen.

Dieser Tipp gibt Empfehlungen, wie Sie die Diskussion auf sachlicher wie emotionaler Ebene steuern und dabei für konstruktive Beiträge der Teilnehmer sorgen können. Denn eine gut geführte Diskussion am Ende der Präsentation verstärkt deren Wirkung und verschafft den Teilnehmern das Gefühl, mit ihren Argumenten "dabei gewesen zu sein".

Diskussion eröffnen

So eröffnen Sie die Diskussion und können die Teilnehmer anregen, Ihre Beiträge einzubringen:

  • Formelle Eröffnung: Die formelle Eröffnung ist eine Einladung an die Teilnehmer. Sie können die Diskussion z.B. mit dem folgenden Satz einleiten: "Jetzt haben Sie Gelegenheit, Fragen zu stellen und die präsentierten Inhalte zu kommentieren."
  • Offene Frage: Mit einer offenen Frage geben Sie den Ball an die Teilnehmer weiter. Sie fordern sie damit auf, ihre Meinung zu äußern. Beispiele für solche offenen Fragen sind: "Welches sind Ihre Erfahrungen zu den dargestellten Punkten?" oder "Wie stehen Sie zu den präsentierten Lösungswegen?"
  • Abschlusschart: Auf dem Abschlusschart visualisieren Sie die Aufforderung zur Diskussion. Dies kann ein Bild sein oder auch nur der folgende einfache Satz: "Ihre Fragen bitte!"

Mit dem Eröffnen der Diskussion wechseln Sie von der Rolle des Referenten in die Rolle des Moderators. Diesen Rollenwechsel können Sie für die Teilnehmer verdeutlichen, indem Sie z.B. eine andere Position im Raum ein-nehmen oder ein Flipchart in die Mitte des Raumes rücken. Sie können sich auch setzen, um den Teilnehmer zu zeigen, dass Sie jetzt auf gleicher Augenhöhe mit ihnen sprechen.

Diskussion steuern

In der Rolle des Moderators besteht ihre Aufgabe darin,

  • die Diskussion zu steuern,
  • die Teilnehmer zu unterstützen, Beiträge zu äußern,
  • zurückhaltende Teilnehmer zu ermuntern und
  • dominante Redner zu bremsen.

Gleichzeitig bleiben Sie aber der Fachmann, der mit seinem Thema im Mittelpunkt steht und in Bezug auf den Inhalt parteiisch ist. In der Diskussion müssen Sie die Balance zwischen neutraler Diskussionsleitung und parteiischer Darstellung Ihrer Position wahren.

Zwei Privilegien helfen Ihnen, die Diskussion zu steuern. Das eine besteht darin, sich nicht unterbrechen zu lassen, wenn Sie das Wort haben. Das andere Privileg ist das Recht, Teilnehmer zu unterbrechen, wenn sonst andere Teilnehmer keine Gelegenheit erhalten, ihre Fragen zu stellen.

Sach- und Beziehungsebene im Auge behalten

Die Diskussion nach der Präsentation hat eine Sachebene und eine emotionale Ebene. Bei der Sachebene geht es um den Inhalt, die Klärung von Fragen und um abweichende Meinungen. Die emotionale Ebene kommt zum Tragen, wenn die Inhalte der Präsentation die Teilnehmer in ihren Interessen und Befindlichkeiten angesprochen haben.

Behalten Sie bei der Diskussion immer Sach- und Beziehungsebene im Blick. Durch die Diskussion auf der Sachebene werden die Inhalte klarer und durch die Diskussion auf der Beziehungsebene werden Missstimmungen ausgeglichen und positive Aspekte verstärkt.

Die Sachebene

Auf der Sachebene sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Erteilen Sie das Wort immer in der Reihenfolge der Wortmeldungen. Dadurch behandeln Sie die Beiträge aller Teilnehmer gleichwertig.
  • Behalten Sie das Ziel und die Themen der Präsentation im Auge und achten Sie darauf, dass die Diskussion nicht in andere Themen abschweift.
  • Bündeln Sie Fragen und Einwände, wenn es viele Wortmeldungen gibt.
  • Fassen Sie Wortbeiträge zusammen und zeigen Sie die Gemeinsamkeiten zwischen den Beiträgen auf.
  • Strukturieren Sie die Diskussion nach Teilthemen, wenn der Umfang der zu besprechenden Themen zu groß ist.
  • Stellen Sie Fragen, um unklare oder zu allgemeine Äußerungen zu konkretisieren.
  • Beantworten Sie nur die Fragen und Einwände, die zum Thema gehören. Geben Sie bei Fragen und Einwänden, die nicht zum Thema gehören, einen Hinweis, wer dafür zuständig ist.
  • Achten Sie auf die Zeit und kündigen Sie das Ende der Diskussion an.

Die emotionale Ebene

Für die Steuerung der emotionalen Seite bei der Diskussion haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Halten Sie Blickkontakt mit den Zuhörern. Dadurch fühlen sich diese angesprochen und Sie können die Stimmungen der Teilnehmer besser wahrnehmen.
  • Sprechen Sie die Teilnehmer mit Namen an, wenn Sie diese kennen oder die Teilnehmer Namensschilder haben. Damit machen Sie deutlich, dass Ihnen nicht nur das Thema, sondern auch die Person wichtig ist.
  • Geben Sie zurückhaltenden Teilnehmern die Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Dies sollten Sie besonders dann nutzen, wenn Teilnehmer Ihren Standpunkt kritisieren. Die schweigende Mehrheit traut sich in dieser Situation oft nicht, ihre Meinung zu äußern.
  • Lassen Sie die Teilnehmer ausreden, aber unterbrechen Sie monologisierende Teilnehmer. Tun Sie dies freundlich, aber bestimmt.
  • Lassen Sie sich nicht provozieren. Die beste Art, einer Konfrontation entgegenzutreten, ist, eine Frage zu stellen, z.B. "Was ist denn Ihre Meinung zu dem Thema?" oder "Welche Erfahrungen haben Sie dazu bisher gemacht?"
  • Stellen Sie bei Meinungsverschiedenheiten die gemeinsamen Punkte heraus; damit verhindern Sie, dass unterschiedliche Meinungen zum Ausgangspunkt einer kontroversen Diskussion werden.
  • Fassen Sie am Ende die Diskussion zusammen und stellen Sie dabei die positiven Aspekte heraus. Diese bleiben den Teilnehmern in Erinnerung.

Visualisieren Sie die Fragen der Teilnehmer und stichpunktartig Ihre Antworten. Dies hilft, die Diskussion zu strukturieren und die Ergebnisse der Diskussion zu sichern. Nicht verstandene Punkte können Sie noch einmal besprechen, indem Sie auf bereits gezeigte Folien oder Flipchart-Aufzeichnungen zurückgreifen.

Literatur

 

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