Einführung von Requirements-Management

Pilotprojekte – Testballon zur Risikominimierung

In Pilotprojekten wird die Umsetzung eines Projektinhalts im Kleinen getestet. So sollen Risiken erkannt und minimiert werden, um das anschließende Hauptprojekt möglichst reibungslos durchzuführen. Dr. Stefan Queins und Martina Ludwig erläutern u.a. den besonderen Stellenwert der Vorbereitungsphase bei Pilotprojekten und zeigen, worauf bei der Kommunikation mit den Stakeholdern zu achten ist. Basis sind ihre Erfahrungen aus der Einführung neuer Requirements-Engineering und Management-Ansätze.

In Pilotprojekten wird die Umsetzung eines Projektinhalts im Kleinen getestet. Auf diese Weise sollen Risiken erkannt und minimiert werden, um das anschließende Hauptprojekt möglichst reibungslos durchzuführen und mit einem guten Ergebnis abzuschließen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Fallstricke es bei Pilotprojekten gibt und worauf in den einzelnen Phasen des Projekts zu achten ist. Basis dafür sind die Erfahrungen, die wir bei der Einführung neuer Requirements-Engineering und -Management-Ansätze gesammelt haben: In einem Pilotprojekt haben wir Veränderungen auf Prozess-, Methoden- und Toolebene zunächst bei einer kleinen Anzahl von Pilotanwendern eingeführt. Das Pilotprojekt war auf drei Monate angelegt, mit einem Aufwand von ca. drei Personenjahren geplant und sollte das Hauptprojekt vorbereiten. Im Hauptprojekt sollten die Veränderungen innerhalb von fünf Jahren auf ca. 2000 Anwender übertragen werden.

Pilotprojekt für die Einführung von RE/M-Ansätzen

Beim Requirements-Engineering und -Management (RE/M) geht es darum, für eine System- oder Software-Entwicklung die Anforderungen an das zu erstellende Produkt zu ermitteln und diese nachvollziehbar zu verwalten. Wie in anderen Entwicklungsdisziplinen existieren auch hierfür keine allgemeingültigen Methoden, vielmehr müssen die aus der Literatur bekannten RE/M-Ansätze an die speziellen Gegebenheiten, wie z.B. die Art der Zusammenarbeit verschiedener Organisationseinheiten (Entwickler, Einkauf etc.), angepasst werden.

Vorteile von Pilotprojekten

Pilotprojekte bieten die Möglichkeit, Ideen zur Prozessverbesserung auf operativer Ebene mit den späteren Anwendern zu erproben, so dass sie im Hauptprojekt zielgerichtet und zeitsparend durchgeführt werden können. Anstatt dass die Neuerungen "von oben" diktiert werden, sind die Anwender (bzw. stellvertretend einige von ihnen) direkt an der Adaption der Methoden beteiligt - ein Vorgehen, das die Akzeptanz der neuen Lösungen erhöht. Gelingt es, die Pilotanwender von den Neuerungen zu überzeugen, werden diese auch schneller von deren Kollegen angenommen und eingesetzt.

Ist es das Ziel, mit einem Projekt Abläufe zu beschleunigen und Kosten zu senken, lassen sich in einem Pilotprojekt die Neuerungen herleiten und testen, so dass die Zeit- und Kosteneinsparpotentiale identifiziert bzw. bestätigt werden. Außerdem lässt sich so vermeiden, dass die Anwender mit einer Lösung konfrontiert werden, die im Elfenbeinturm entstanden oder noch so fehlerbehaftet ist, dass sie überall Missmut und Ablehnung hervorruft.

Drei Phasen

Ein Pilotprojekt gliedert sich wie ein konventionelles Projekt in die drei Phasen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Diese Phasen werden wir in diesem Artikel beschreiben. Dabei legen wir den Fokus auf die Vorbereitungsphase, weil hier die Weichen für den Projekterfolg gestellt werden.

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf das oben genannte RE/M-

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