Bewusster und objektiver entscheiden

Welcher Entscheidungstyp sind Sie?

Als Projektleiter müssen Sie viele Entscheidungen von sehr unterschiedlicher Tragweite fällen. Bei diesen Entscheidungen spielt Ihr persönlicher Entscheidungstyp eine tragende Rolle. Dr. Tomas Bohinc stellt Ihnen vor, welche Typen es gibt. Durch eine Selbstanalyse können Sie herausfinden, welcher Entscheidungstyp Sie sind. Dies ermöglicht es Ihnen, künftig Entscheidungen bewusster und objektiver zu treffen.
Bewusster und objektiver entscheiden

Welcher Entscheidungstyp sind Sie?

Als Projektleiter müssen Sie viele Entscheidungen von sehr unterschiedlicher Tragweite fällen. Bei diesen Entscheidungen spielt Ihr persönlicher Entscheidungstyp eine tragende Rolle. Dr. Tomas Bohinc stellt Ihnen vor, welche Typen es gibt. Durch eine Selbstanalyse können Sie herausfinden, welcher Entscheidungstyp Sie sind. Dies ermöglicht es Ihnen, künftig Entscheidungen bewusster und objektiver zu treffen.

Regelmäßig Entscheidungen zu fällen, gehört zu Ihrem Arbeitsalltag als Projektleiter. Dies fängt mit der für Sie persönlich wichtigsten Entscheidung an, ob Sie einen Projektauftrag annehmen oder nicht, und geht mit Fragen weiter, wie z.B. "Welche Termine muss ich wahrnehmen, welche kann ich verschieben und welche kann ich absagen?" Sie müssen entscheiden, welche Aufgaben Sie welchen Projektmitarbeitern übertragen und wie Sie auf Terminverzögerungen reagieren. Auch müssen Sie Entscheidungen treffen, die das Projekt als Ganzes angehen, z.B. einen Unterauftragnehmer für ein Arbeitspaket einzukaufen.

Der Projektauftrag legt fest, was Sie als Projektleiter selbst entscheiden dürfen und bei welchen Entscheidungen Sie den Auftraggeber oder den Lenkungsausschuss beteiligen müssen. Diese Festlegung bildet Ihren Entscheidungsspielraum, steckt aber andererseits auch Ihre Verantwortung für die Entscheidungen und deren Folgen ab. Auch bei Entscheidungen, die Sie nicht alleine treffen können, wird von Ihnen erwartet, dass Sie die Entscheidung entsprechend vorbereiten – und dafür heißt es dann ebenfalls Entscheidungen zu treffen. Eine solche Entscheidung kann z.B. sein, dem Lenkungsausschuss vorzuschlagen, den Projektumfang zu reduzieren, um den Termin für den Projektabschluss zu halten.

Welche Entscheidungen Sie treffen, wird dabei wesentlich davon beeinflusst, welche innere Einstellung Sie gegenüber Unsicherheiten und Risiken haben.

In diesem Artikel erfahren Sie,

  • welche Entscheidungstypen es in Reinform gibt,
  • welche Vor- und Nachteile jeder Entscheidungstyp in sich birgt,
  • wie Sie durch eine Selbstanalyse erkennen, welche Entscheidungstypen in Ihrer Persönlichkeit überwiegen, und
  • wie Sie Ihre Entscheidungen bewusster treffen und Fehlentscheidungen vermeiden können.

Das eigene Entscheidungsverhalten entscheidet mit

Entscheidungen haben immer auch eine emotionale Seite, denn Unsicherheit und Risiko können bei einer Entscheidung nur bis zu einem gewissen Grad verringert werden. Zwei Menschen treffen in der gleichen Situation nur selten dieselbe Entscheidung. Persönliche Erfahrungen und eine unterschiedliche Wahrnehmung der Situation beeinflussen die Entscheidung. Deshalb ist jede Entscheidung auch immer subjektiv. Das eigene Entscheidungsverhalten zu kennen, ist ein erster Schritt, die eigenen Entscheidungen zu objektivieren.

Es gibt sechs typisierte Verhaltensweisen beim Treffen von Entscheidungen, die jeweils die Entscheidungen in eine bestimmte Richtung beeinflussen. Jeder Mensch trägt alle Aspekte der hier dargestellten typisierten Verhaltensweisen in unterschiedlich starker Ausprägung in sich. Optimal wäre es, dass bei einer Entscheidung alle Aspekte gleichermaßen zum Tragen kommen. Wenn Sie wissen, in welche Richtung Ihr Entscheidungsverhalten tendiert, können Sie entsprechend gegensteuern und mögliche Nachteile ausgleichen.

1. Extrovertiertes Entscheidungsverhalten

Menschen, die ein stark extrovertiertes Entscheidungsverhalten an den Tag legen, analysieren ein Problem, indem Sie verschiedene Lösungen mit Kollegen diskutieren, bevor sie ihre Entscheidung fällen. Sie holen sich Rat bei anderen, da sie davon überzeugt sind, dass sie im Zwiegespräch mit anderen die beste Lösung finden.

2. Introvertiertes Entscheidungsverhalten

Eher introvertierte Menschen treffen schwierige Entscheidungen lieber alleine und verlassen sich dabei ausschließlich auf ihr eigenes Urteilsvermögen. Sie sind überzeugt davon, dass sie ihre Entscheidungen am besten alleine treffen können. Sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinandersetzen zu müssen, empfinden sie als störend und die Entscheidung erschwerend.

3. Analytisches Entscheidungsverhalten

Menschen mit einem ausgeprägt analytischen Entscheidungsverhalten "durchleuchten" jede Handlungsalternative gerne ganz genau, bevor sie sich für eine entscheiden. Deshalb ist es für sie sehr wichtig, über jede Entscheidungsoption und ihre Konsequenzen präzise und bis in Detail informiert zu sein.

4. Ganzheitliches Entscheidungsverhalten

Menschen mit einem stark ganzheitlichen Entscheidungsverhalten versuchen, ihre Entscheidungen immer mit Blick auf die übergeordneten Ziele zu treffen. Zu viele Detailinformationen sehen Sie als hinderlich für ihre Entscheidungen an, denn sie verhindern den Blick auf das Ganze.

5. Rationales Entscheidungsverhalten

Bewertungen und Kommentare

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Kommentare 2

Alle Kommentare

Alfred
Oswald
Dr.
Lieber Herr Dr. Bohnic, Ihr Beitrag enthält meines Erachtens keine falsche Aussage, jedoch frage ich mich warum noch eine Methode, wenn in bekannten Modellen und Theorien die Information schon sehr gut enthalten ist. Hierzu zähle ich u.a. die Theorien von Kahnemann und Tversky sowie Gigerenzer und auch die Persönlichkeitsmodelle Big Five und MBTI. Es hilft meines Erachtens wenig, wenn die mentale Vernetzung des Lesers, die von zentraler Bedeutung für Entscheiden in komplexen Situationen ist, durch immer wieder neue aufgegossene Methoden zu torpedieren. Beste Grüße Alfred Oswald
Tomas
Bohinc
Dr.
Lieber Herr Oswald, im Prinzip haben Sie recht: Die vielen Persönlichkeitsmodelle reichen eigentlich aus, um sein Entscheidungsverhalten kennenzulernen. Intention dieses Abschnitts war jedoch den Leser auf die Bedeutung des eigenen Entscheidungsverhalten hinzuweisen. Ein Hinweis auf eines oder mehrere Persönlichkeitsmodelle wäre hier auch meiner Sicht weniger hilfreich, da die Persönlichkeitsmodelle immer die gesamt Persönlichkeit im Blick haben und nicht nur einen Aspekt.
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