Glücklich, kreativ und leistungsfähig

Wohlbefinden als Erfolgsfaktor im Projekt

Wer sich wohl fühlt, ist glücklicher und kann mehr leisten. Somit ist Wohlbefinden auch ein mächtiger Schlüssel zum Erfolg von Projekten. Irene Fellner hat die Bedeutung von Wohlbefinden für den Projekterfolg untersucht. Sie erklärt, welche Faktoren das Wohlbefinden bestimmen und wie Projektmanager diese Faktoren positiv beeinflussen können.

Projekte scheitern häufiger an negativen Emotionen als an mangelnden Ressourcen. Das ist meine persönliche Überzeugung. Ich arbeite seit 15 Jahren als Projektmanagerin, habe eigene und fremde Projekte analysiert und mich im Rahmen von Fortbildungen wissenschaftlich-theoretisch mit Projektmanagement beschäftigt. Auch zahlreiche Gespräche, die ich mit Kolleginnen und Kollegen geführt habe, bestätigen die These, dass Emotionen der Projektteammitglieder und des Projektmanagers Projekte wesentlich beeinflussen. Wut, Angst, Ärger, Verunsicherung oder Frustration bringen Projekte zum Stillstand und treiben die Kosten in die Höhe. Um positive Projektergebnisse zu erzielen, sollte man deshalb darauf hinwirken, negative Emotionen zu vermeiden und für Wohlbefinden zu sorgen.

Wohlbefinden ist ein mächtiger Schlüssel zum Projekterfolg. Im Folgenden möchte ich diesen abstrakten Begriff fassbar machen. Ich erkläre, welche Bedeutung das Wohlbefinden für den Projekterfolg hat, welche Faktoren das Wohlbefinden bestimmen und wie der Projektmanager diese Faktoren positiv beeinflussen kann. Die Ausführungen basieren auf meiner MBA-Forschungsarbeit "Wohlbefinden - Schlüsselfaktor für den Projekterfolg" und auf einer Umfrage unter österreichischen Projektmanagern aus dem Jahr 2008 (siehe Anhang 2).

Einfluss des Wohlbefindens auf den Projekterfolg

Im Projektmanagement gibt es viele Dinge, auf die ein Projektmanager in der Regel wenig oder keinen Einfluss hat. Dazu gehören u.a. der Zeitplan, das Budget oder die Projektorganisation. Das Wohlbefinden der Teammitglieder aber kann der Projektmanager sehr wohl beeinflussen. Voraussetzung ist allerdings, dass ihm die Bedeutung des Wohlbefindens bewusst ist und er eine Anleitung erhält, wie er es fördern kann.

Wohlbefindensgefühle wie Freude, Zufriedenheit und Glück (Mayring, 2003) nehmen in der breiten Palette der Gefühle und Emotionen eine besondere Stellung ein. Sie sind zusammen mit den Zuneigungsgefühlen die konstruktive Triebfeder der Menschen. Sie wirken positiv motivierend und sind von maßgeblicher Bedeutung für eine erfolgreiche Arbeit. Diese Gefühle sind Gegenstand einer interdisziplinären Forschung aus Psychologie, Soziologie, Neurobiologie und Molekularbiologie: der Glücksforschung.

Wohlbefinden erhöht die Leistungsfähigkeit

Die Arbeiten von Rogers et al. (1998) zeigen den gewaltigen Einfluss auf, den Wohlbefinden auf die Leistungsfähigkeit hat. In einer schwermütigen Phase schüttet der Mensch Stresshormone aus, dadurch wird sein Arbeitsgedächtnis beeinträchtigt und sein Denkvermögen gemindert. Dauert die Niedergeschlagenheit zu lange an, wirkt sich das auf die Gehirnsubstanz aus; der Verstand und die Konzentrationsfähigkeit lassen nach. Tests haben gezeigt, dass depressive Menschen selbst einfache Aufgaben, wie das Sortieren von Spielkarten, deutlich schlechter lösen als positiv eingestellte Menschen.

Menschen, die sich bedroht fühlen, setzen Stresshormone wie Cortisol frei und sind deshalb angespannter und nervöser. Schwindet die Bedrohung, sinkt der Cortisolpegel, bis das Cortisol schließlich ganz abgebaut ist. Niedergeschlagenheit aber bedeutet Dauerstress. In diesem Zustand schütten Menschen bei jedem, an und für sich unbedeutenden, Ärgernis weiteres Cortisol aus und werden

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