Auf der Suche nach neuen Chancen Jobbörsen als Karriere-Booster im Projektmanagement
Stellenmärkte bieten wertvolle Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Position. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die Angebote im deutschsprachigen Raum sowie Hinweise, wie Sie passende Plattformen finden und für Ihre Karriere nutzen.
Management Summary
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Es ist einer der wichtigsten Schritte im Berufsleben. Egal, wo man auf der Karriereleiter gerade steht: Man braucht einen neuen Job, sei es in Festanstellung oder als Freelancer, und den gilt es jetzt zu finden. Vielleicht, weil der Hochschulabschluss geschafft ist, das aktuelle Projekt als Freelancer endet oder die Aufstiegschancen im Unternehmen nicht mehr überzeugen.
Wenn man noch keine klare neue Richtung für sich gefunden hat, gibt es viele Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen. Man kann online recherchieren oder gedruckte Infos durcharbeiten, Jobmessen besuchen, an Seminaren zur Berufsorientierung teilnehmen oder sich individuell coachen und im Bewerbungsprozess beraten lassen. Zu den für Suchende meist kostenlosen Angeboten gehört ein vielfältiges Spektrum von Jobbörsen, auf die dieser Beitrag eingeht. Angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten hat er keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bietet einen Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen der Jobbörsen und zeigt, welche Services und Vorteile sie anbieten.
Viele Facetten: Was Jobbörsen bieten
Insgesamt bilden Jobbörsen ein facettenreiches Ökosystem. Grob unterscheiden lassen sie sich nach den folgenden Kriterien, auf die weiter unten noch detailliert eingegangen wird:
- Serviceumfang: Einige Jobbörsen dienen hauptsächlich als Plattformen, die offene Stellen und Projekte anzeigen. Die Kontaktaufnahme erfolgt dann direkt von den Interessierten zu den suchenden Unternehmen. Andere Angebote unterstützen die Projektsuche von Anfang bis zum Projektabschluss, bieten teilweise Informationen, Beratung und Begleitung in diesem Prozess – in einigen Fällen sogar als Vertragspartner für die Jobsuchenden.
- Allgemeine Jobbörsen oder Zielgruppenspezialisierung: Bei vielen Jobbörsen gehören Angebote für Mitarbeitende im Bereich Projektmanagement zu einem breiten Spektrum an Berufsfeldern. Andere konzentrieren sich dagegen ganz oder überwiegend auf das Feld Projektmanagement oder bestimmte Vertragsarten, wie etwa für Freelancer.
- Anbindung an berufliche Netzwerke: Berufliche Netzwerke wie XING oder LinkedIn oder auch PM-Organisationen wie die GPM oder das PMI bieten ihren Mitgliedern bzw. Kunden Jobbörsen an, die mit anderen Services verflochten sind.
- Regionale oder fachliche Ausrichtung: Einige Portale in der DACH-Region haben ihren Fokus auf ein bestimmtes Land, während andere sich auf spezielle Fachbereiche wie IT und Engineering fokussieren.
Diese Auflistung zeigt bereits, wie unterschiedlich das Leistungsspektrum der Jobbörsen sein kann. Der nächste Abschnitt gibt eine Übersicht über die einzelnen Dienstleistungen, wobei viele Portale oft mehrere dieser Angebote kombinieren.
Informationen über offene Stellen und Projektangebote
Alle Jobbörsen haben eine grundlegende Funktion: Sie informieren über offene Stellen und Projekte und das – anders als Unternehmenswebsites, die nur eigene Angebote auflisten – bei verschiedenen Anbietern gleichzeitig. Jede Position ist dabei immer mit einer Kontaktadresse verknüpft. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Viele Jobbörsen, die das Matching zwischen Suchenden und potenziellen Arbeitgebern als Teil ihres Geschäftsmodells sehen, bieten darüber hinaus zusätzliche Features an.
Suchkriterien und deren Verknüpfungsmöglichkeiten
20, 40 oder auch 100 Jobangebote lassen sich schnell durchscrollen, Hunderte oder Tausende nicht. Deshalb sind in großen Jobbörsen durchdachte Such- und Filterfunktionen entscheidend. Sie ermöglichen es, die Ergebnisse nach verschiedenen Kriterien zu sortieren und zu kombinieren – sei es durch ein Suchfeld, spezifische Filter oder die Reihenfolge der Ergebnisliste. Wichtige Suchkriterien, die besonders bei umfangreichen Jobbörsen nicht fehlen sollten, sind:
- Jobtitel bzw. gesuchte Position: Hier ist zu beachten, dass viele Jobbörsen keine Boolean-Operatoren unterstützen. Die Suchfunktion versteht also nicht, dass sie bei der Eingabe "Projektfinanzen or Projektcontrolling" beide Stichworte suchen soll. Manchmal wiederum gibt es eine gewisse Intelligenz im Hintergrund, die bei der Suche nach "Softwareentwicklung" auch Angebote für "Developer" auflistet. Am besten probiert man selbst aus, wie die jeweilige Suche auf die eigenen Wünsche reagiert.
- Einsatzort: Manche freuen sich darauf, durch neue Projekte andere Städte oder sogar Länder kennenzulernen, andere möchten nach Feierabend zu Hause sein und auf keinen Fall umziehen. Deshalb gehört der Arbeitsort zur Standardangabe, häufig ergänzt durch die Option, remote arbeiten zu können. Hilfreich ist es, wenn man einen Suchradius um die gewünschte Stadt festlegen kann.
- Kompetenzlevel: Profis wollen keine Angebote für Berufseinsteiger durchforsten und umgekehrt. Filter für Kompetenz bzw. Erfahrung sparen Zeit und machen die Suche effizienter.
- Branche: Wer eine PM-Funktion gezielt in einer bestimmten Branche wie Pharma oder öffentlicher Dienst sucht, profitiert am meisten von dieser Filteroption. Doch auch für Suchende mit breitgefächertem Interesse kann sie nützlich sein.
- Beschäftigungsart: Zwei Fragen sind hier besonders wichtig: Soll es eine Vollzeit- oder Teilzeitstelle sein? Und möchte man als Angestellter, Freelancer oder in Arbeitnehmerüberlassung arbeiten? Sinnvoll ist es, wenn mehrere Optionen gleichzeitig auswählbar sind.
Neben diesen grundlegenden Suchkriterien bieten große Plattformen oft noch zahlreiche weitere Kriterien, z.B. Toolkompetenz, Verdienstspanne, Unternehmensgröße etc. Doch zwei Features für den Abschluss des Suchprozesses seien hier noch genannt: Viele Plattformen ermöglichen es, das erstellte Suchprofil zu speichern und mit einem Jobalarm zu verknüpfen, sodass man benachrichtigt wird, sobald ein passendes Angebot erscheint.
Selbstpräsentationsmöglichkeit für Suchende
Der Trend, Fachkräfte einfach per "Schreib uns eine WhatsApp" anzusprechen, hat sich in Jobbörsen nicht durchgesetzt. Wenn man dort nicht nur suchen, sondern auch gefunden werden will, kommt der angebotenen Funktion zur Selbstpräsentation eine entscheidende Rolle zu. Es lohnt sich also, auch hier genauer nachzuschauen, denn die Optionen sind vielfältig. Sie reichen vom reinen Upload eines Lebenslaufs als PDF bis zur ausgeklügelten Präsentation jedes einzelnen Projektes inkl. Rolle, Aufgabe und Ergebnis. Wer noch nie ein Profil von sich veröffentlicht hat, sollte sich erst mal mit den Erfolgsfaktoren beschäftigen. (Als Beispiel siehe auch "So präsentieren Sie sich kompetent im Netz".) Wichtige Features für die Selbstpräsentation, die Jobbörsen häufig anbieten, sind:
- Lebenslaufdaten: Ausbildung, Berufserfahrung und berufliche Interessen
- Projektübersicht: Darstellung zentraler Projekte inklusive Branche, Projektziel und eigener Rolle
- Fachliche und persönliche Skills: Projektmanagement- und Change-Methoden, IT-Kenntnisse, Soft Skills, Sprachkenntnisse
- Zertifikate: Nachweise zu PM-Zertifikaten und relevanten Weiterbildungen
- Verlinkungen: Links zu Social-Media-Profilen, Blogs oder öffentlichen Projektseiten
- Direkte Adressierung: eine kurze Erklärung, warum man für die konkret ausgeschriebene Rolle besonders gut geeignet ist
Das Ausfüllen der Onlineformulare für eine ausführliche Selbstpräsentation kann, besonders für Projekterfahrene, einige Stunden in Anspruch nehmen. Am besten startet man damit, wenn man sich sicher für die Nutzung der Jobbörse entschieden hat. Manche Plattformen bieten Unterstützung bei der Dateneingabe an.
Einbettung in Netzwerke
Auch berufliche Netzwerke bieten Jobbörsen als Service für ihre Mitglieder an und haben diesen Bereich stetig ausgebaut. Bekannte Beispiele im deutschsprachigen Raum sind LinkedIn und XING. Ein Vorteil für Jobsuchende ist die Möglichkeit, sich hier dauerhaft als Expertin oder Experte für ein Fachgebiet zu positionieren. Dazu trägt eine gute Eigenpräsentation bei, die sich durch öffentlich sichtbare Empfehlungen von früheren Arbeit- bzw. Auftraggebern, Kolleginnen und Kollegen aufwerten lässt. Eigene Beiträge, die Beteiligung an Diskussionen oder Bewertungen von Fremdbeiträgen erhöhen die Sichtbarkeit zusätzlich und erleichtern die Kontaktpflege.
Ein weiterer Pluspunkt sind der Aufbau und die Pflege eines professionellen Netzwerks. Über Einladungen kann man sich direkt mit interessanten Recruitern und Unternehmen vernetzen. Wer aktiv ist, kann auch mit proaktiven Kontaktanfragen von anderen rechnen.
Diese Vorteile voll auszuschöpfen erfordert allerdings Zeit und teilweise auch Geld. Manche Informationen und Features wie direkte Kontakte oder Vorabinformation zu Jobangeboten sind nur mit einem kostenpflichtigen Premium-Account zugänglich. Auch für gute Posts oder Videoclips können Investitionen nötig sein. Zudem gilt: Je pointierter die eigenen Beiträge, desto wahrscheinlicher ist es, dass Feedback – auch in Form von Kritik oder Widerspruch – kommt. Dann gilt es wie bei anderen Social-Media-Aktivitäten, sofort zu reagieren, um nicht anderen Deutung und Diskussion der eigenen Inhalte zu überlassen.
Karriereberatung und individuelle Betreuung
Ein weiteres spannendes Feld sind individuelle Angebote der Jobbörsen, die weit über Information und Vernetzung hinausgehen.
- Beratungsangebote: Die meisten Jobbörsen bieten irgendeine Form der Karriereberatung an. Das Spektrum reicht von allgemeinen Tipps, Videos und Vorlagen zur Stärkung des eigenen Profils bis hin zu detailliertem Feedback zur Selbstpräsentation und gezielter Karriereplanung. Auch zur Vorbereitung auf Jobinterviews gibt es oft Unterstützung.
- Betreuungsangebote: Einige Jobbörsen bieten besonders umfassende Betreuung an und nähern sich damit dem Leistungsumfang von Personalberatungen. Auf Wunsch begleiten sie Kandidatinnen und Kandidaten ähnlich intensiv wie eine interne Personalentwicklung: Sie erstellen Skill-Profile, analysieren Chancen und mögliche Lücken im Lebenslauf und unterstützen bei der Erstellung der Selbstpräsentation. Diese Betreuung ist in der Regel kostenlos, da die Jobbörsen durch den späteren Vertragsabschluss mit dem Endkunden finanziert werden.
Die Jobbörse als Vertragspartnerin
Je intensiver die Betreuung, desto häufiger dient diese auch dazu, ein langfristiges Vertrauens- und Arbeitsverhältnis aufzubauen. Adressiert werden damit Freiberufler und Selbstständige, aber auch potenzielle Festangestellte mit der Bereitschaft, zumindest befristet ein Vertragsverhältnis mit der Vermittlung einzugehen. Hier gibt es verschiedene Ausprägungen, die stark von den Interessen der Unternehmen abhängen. Einige möchten ihre Belegschaft stabil halten, während andere externen Personalbedarf zunächst "testen" möchten. Dies führt für Bewerberinnen und Bewerber zunächst zu befristeten Dienstleistungsverträgen oder Arbeitnehmerüberlassungen bzw. Festanstellungen bei der Vermittlungsagentur. Nicht nur erfahrene Selbstständige haben Vorbehalte gegenüber solchen Vertragsverhältnissen. Es lohnt sich jedoch, die Vor- und Nachteile genauer zu betrachten:
Zugang zu Unternehmen
Immer mehr Firmen haben ihre eigenen Personalabteilungen verkleinert oder ganz abgeschafft und rekrutieren ausschließlich über Rahmenverträge mit Vermittlungen. Freiberufliche Projektmanagement-Fachkräfte, die Vermittlerverträge ablehnen, haben nur noch selten Zugang zu diesen Unternehmen.
Vertriebsunterstützung
Während manche Projektschaffende sich gern über Social Media oder auch durch Kaltakquise vermarkten, scheuen andere diese Methoden. Eine Jobbörse, die bei der Selbstpositionierung hilft und das Profil aktiv bei Kunden bewirbt, kann hier von hohem Nutzen sei sein.
Wenn ein erstes Interesse auf beiden Seiten besteht, kann die Ansprechperson in der Vermittlung dann gut auf das Gespräch mit dem Endkunden vorbereiten, da sie das Unternehmen, dessen Strukturen und Führungskräfte bereits kennt.
Auftragsgestaltung
Jobbörsen haben Interesse an langfristigen Beziehungen zu Jobsuchenden und Unternehmen. Sie schließen Verträge ab, die auf beide Seiten eingehen und Klarheit schaffen. Diese Verträge sind grundsätzlich in Ordnung. Allerdings können sie auch das eigene Weiterkommen behindern, wenn z.B. eine Kundenschutzklausel den Abschluss eigener Verträge für einen bestimmten Zeitraum (oft zwei Jahre) einschränkt oder man selbst gern ein Freelancer-Team aufbauen würde.
Auch wenn es sich um Standardverträge handelt, lohnt es sich, diese genau zu lesen und gegebenenfalls Änderungen zu verlangen. Wer bereits bestehende Geschäftsbeziehungen hat, sollte versuchen, die Kundenschutzklausel auf bestimmte Bereiche zu beschränken oder ganz auszuschließen. Hohe Vertragsstrafen bei Verletzung von Geheimhaltungs- oder Datenschutzklauseln lassen sich z.B. für ein Arbeitsverhältnis von geringem finanziellem Umfang nach unten korrigieren.
Finanzielle Konsequenzen
Berichte über Zeitarbeitende mit niedrigerem Lohn als festangestellte Kolleginnen und Kollegen sind bekannt. Auf dem Projektmanagement-Markt ist die Situation jedoch differenzierter. Es besteht das Risiko, dass die Bezahlung schlechter ist als in einem direkten Vertragsverhältnis. Aber viele Unternehmen sind bereit, die höheren Kosten des Vermittlungsservices zu tragen; für die Jobsuchenden ist ein solcher Service in der Regel kostenfrei. Und man sollte sich hinterfragen, ob man selbst eine bessere Bezahlung aushandeln könnte. Zudem können Einsparungen bei der Eigenvermarktung und bei der Vertragsgestaltung berücksichtigt werden.
In der Regel bieten Vermittlungen faire Zahlungsziele (vier bis sechs Wochen), die sie zuverlässig einhalten, wenn der Stundennachweis und die Rechnung rechtzeitig eingereicht werden. Manchmal ist eine schnellere Zahlung gegen Skonto möglich.
Fazit: Jobbörse als Vertragspartnerin
Die Nutzung einer Jobbörse als Vertragspartnerin kann Nachteile mit sich bringen. Wer bereits eine starke Marke aufgebaut hat und seine Honorare selbst bestimmen kann, profitiert weniger von den Services. Wer ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte, könnte durch die Kundenschutzklausel behindert werden. Andere hingegen profitieren von dem für sie hilfreichen Serviceangebot und passenden Konditionen. Daher ist es ratsam, gründlich zu recherchieren und auszuprobieren, welche Jobbörse am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt!
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