IPMA, PMI, PRINCE2 Projektmanagement-Zertifizierungen im Vergleich

Teil 2:
Anforderungen und Kosten im Detail
Projektmanagement-Zertifizierungen im Vergleich

Sie möchten sich zertifizieren, wissen aber noch nicht, bei welchem der drei großen Anbieter? Im abschließenden zweiten Teil erhalten Sie einen detaillierten Vergleich zu den Zertifizierungen von IPMA®, PMI® und AXELOS Ltd. (PRINCE2®) – inklusive Kosten, Anforderungen und Regelungen zur Rezertifizierung.

Management Summary

Artikelserie

  1. Die führenden Institutionen und ihre Standards
  2. Anforderungen und Kosten im Detail

IPMA, PMI, PRINCE2 Projektmanagement-Zertifizierungen im Vergleich

Teil 2:
Anforderungen und Kosten im Detail
Projektmanagement-Zertifizierungen im Vergleich

Sie möchten sich zertifizieren, wissen aber noch nicht, bei welchem der drei großen Anbieter? Im abschließenden zweiten Teil erhalten Sie einen detaillierten Vergleich zu den Zertifizierungen von IPMA®, PMI® und AXELOS Ltd. (PRINCE2®) – inklusive Kosten, Anforderungen und Regelungen zur Rezertifizierung.

Management Summary

Ein Zertifikat ist ein wichtiger Nachweis der eigenen Projektmanagement-Qualifikation. Zertifizierungen gewährleisten ein einheitliches Verständnis von Projektmanagement, führen zu einer reibungsloseren Zusammenarbeit über Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg und verkürzen die Zeit der Einarbeitung. Immer mehr Unternehmen fördern und verlangen entsprechende Qualifikationsnachweise sowohl von ihren eigenen Mitarbeitenden als auch von externem Personal. Ein Zertifikat steigert somit die Attraktivität von Mitarbeitenden sowohl im eigenen Unternehmen als auch auf dem Arbeitsmarkt.

Wer sich entschlossen hat, die eigene Kompetenz durch eine Projektzertifizierung zu erweitern, sollte sich jedoch angesichts der dafür erforderlichen Ressourcen genau überlegen, in welche Ausbildung sie oder er Zeit und Geld investiert. Als Entscheidungshilfe gibt dieser zweiteilige Beitrag einen Überblick über die Zertifizierungen der drei Organisationen IPMA, PMI und AXELOS (PRINCE2), die sich im Bereich Projektmanagement als führende Größen etabliert haben.

Nachdem im ersten Teil die Organisationen selbst und ihre Standards vorgestellt wurden, befasst sich der vorliegende zweite Teil detailliert mit den VoraussetzungenInhalten und Kosten der einzelnen Zertifizierungen sowie mit den Bedingungen zur Rezertifizierung. Der Artikel liefert so die Basis, um den finanziellen und zeitlichen Aufwand einer Zertifizierung abschätzen und die verschiedenen Zertifizierungen miteinander vergleichen zu können.

Angaben zu Seminarkosten

Alle Angaben zu Seminarkosten in diesem Beitrag basieren auf einer Kurzrecherche bei zwei bis vier zufällig ausgewählten Seminaranbietern und beziehen sich auf Präsenztrainings. Die Preisangaben dienen lediglich zur groben Orientierung, der tatsächliche Preis kann deutlich nach oben oder unten abweichen. Zudem unterscheiden sich die Konditionen der verschiedenen Anbieter hinsichtlich des Schulungsmaterials, der Verpflegung und möglicher Preisnachlässe.

IPMA-Zertifikate

Das Qualifizierungs- und Zertifizierungskonzept der IPMA besteht aus den vier Leveln A bis D, wobei A der höchste Level ist. Unterschiede gibt es bei den Schwerpunkten, die die verschiedenen deutschsprachigen Landesorganisationen setzen. Während die Schweizer spm sowie die österreichische pma Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement seit Längerem gleichermaßen bewerben, lag der Fokus bei der deutschen GPM zunächst stärker auf dem klassischen Projektmanagement. Jetzt werden auch hier vermehrt Programm- sowie Portfoliomanagement angeboten. Zu den 28 Kompetenzelementen der Domäne "Projektmanagement" kommt bei Letzteren ein weiteres Element "Projektselektion und Portfoliobalance" dazu.

Die GPM hat die vierstufige Zertifizierung um ein Basislevel ergänzt. Zum Thema Agilität hat sie ausdrücklich viele agile Inhalte integriert und baut diese nun zunehmend auch in den Prüfungen auf 20% aus. Außerdem bietet sie das Zertifikat hybrid+ (GPM) an. Die österreichische PMA bietet gemeinsam mit der Österreichischen Computer Gesellschaft ebenfalls ein Einstiegsseminar außerhalb der Zertifizierungsschiene an. Zudem hat sie aufbauend zur pma/IPMA® 4-Level-Zertifizierung die Agile-Leadership-Zertifizierung auf Level D und C geschaffen. Die Schweizer spm bzw. die Zertifizierungsorganisation VZPM hat eine durchgehende 4-Level-Zertifizierung in Agile Leadership.

GPM Basislevel – Basiszertifikat im Projektmanagement

  • Zielsetzung: Schneller Einstieg für Interessierte, die im Beruf oder Ehrenamt von Projektmanagement-Know-how profitieren. Keine formellen Einschränkungen: Das Zertifikat richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und Berufstätige.
  • Inhalte: Wesentliche Konzepte und Begriffe im Projektmanagement sowie grundlegende Methoden – z.B. Zieldefinition, Phasenplanung und Stakeholdermanagement. Teilnehmende erwerben Kompetenzen, um ihren eigenen Beitrag im Projekt verstehen und gestalten zu können.
  • Voraussetzungen: Keine. Empfohlen wird ein Basislehrgang von mindestens 24 Stunden oder eine vergleichbare Hochschulveranstaltung. Rezertifizierung nach 5 Jahren.
  • Prüfung: 90-minütige schriftliche Prüfung
  • Kosten: Die Seminarkosten betragen durchschnittlich 1.280 Euro, wobei Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende teilweise einen deutlichen Preisnachlass erhalten. Die Zertifizierungsgebühr beträgt in Deutschland 225 Euro für Nichtmitglieder, 203 Euro für Mitglieder und 150 Euro für Studierende. jeweils zzgl. MwSt.

IPMA Level D – Certified Project Management Associate

Fortsetzungen des Fachartikels

Teil 1:
Die führenden Institutionen und ihre Standards

Sie möchten sich im Projektmanagement zertifizieren, wissen aber nicht, für welchen der drei großen Anbieter Sie sich entscheiden sollen? Teil 1 dieser Artikelserie bringt Licht in die Zertifizierungsangebote von IPMA®, PMI® und AXELOS Ltd. …

Alle Kommentare (4)

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Rainer
Lingmann

Danke für die hilfreiche…

Kommentar

Danke für die hilfreiche Übersicht!

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Elisabeth
Wagner

Diskussion

Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser,

hiermit liegt nur der zweite Teil des Artikels vor und ich nehme dies zum Anlass mich sehr herzlich für die wertvollen Kommentare und Ergänzungen zum ersten Teil zu bedanken. Ich denke, einige Themen in den Kommentaren sind darin aufgegriffen, manche kontroversen Fragen konnte ich hier nur anreißen.

Ziel dieses Artikels war ein Überblick über das, was ist. Ja, es gibt solche Artikel bereits. Allerdings hat sich in den letzten Jahren bei allen drei der besprochenen Anbietern vieles verändert. Meine eigene Recherche hat gezeigt, dass es oft gar nicht so einfach ist, eindeutige aktuelle Informationen zu manchen Themen zu finden.

Es war mir wichtig, die Diskussion zur Sinnhaftigkeit der Zertifizierungen und vor allem der Rezertifizierungen anzusprechen. Ein Für und Wider bis hin zu einer Empfehlung hätte den Rahmen dieses Artikels gesprengt. Als Privatperson habe ich da durchaus eine Meinung. Als Journalistin eines Fachartikels in einem unabhängigen Medium habe ich den Anspruch, allen Seiten gerecht zu werden und wenn, dann zu einer objektiven abschließenden Beurteilung zu kommen. Das ist, wenn überhaupt möglich, ein sehr aufwendiges Unterfangen. Zudem kommt es bei der Frage, was für die einzelne Person das Richtige ist, entscheidend auf das persönliche Umfeld an.

Interessant wären in diesem Zusammenhang mehr Äußerungen von Seiten jener Menschen, die Projektmanager/innen einstellen. Brauchen Sie Rezertifizierungen? Und wenn ja warum? Oder können Sie wie Frau Mayrshofer in Kommentar zu Teil 1 auch gut darauf verzichten? Vielleicht möchte sich ja der eine oder die andere hier noch zu Wort melden.

Auch weitere Informationen, Quellen und Meinungen sind natürlich wie immer willkommen.

Viele Grüße
Elisabeth Wagner

Frank
Schäfer

Kosten zu hoch angesetzt?

Kommentar

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.
Allerdings bin ich über die Angabe der Kosten für die Prüfungsvorbereitung "gestolpert". Für den PMP setzen Sie 2.000 bis 3.000 EUR an. Das erscheint mir sehr bzw. zu hoch. Welche konkreten Leistungen sollen das sein? Ich habe selber 2015 den PMP gemacht. Der Vorbereitungskurs hat wirklich nur einen Bruchteil gekostet. Es war aber auch keine wochenlanges Intensivseminar (was ja auch nicht ausreicht), sondern ein längeres Kurs mit Blended Learing (Kombination aus Präsenz, Webinare und Selbststudium). 3.000 EUR hätten weder mein Arbeitgeber noch ich bezahlen wollen. Ein anderer Aspekt scheint mir noch sehr wichtig zu sein: der eigene Zeitaufwand! Gerade beim PMP ist es wichtig, dem PMBOK Guide sehr präsent zu haben und die Prozesslandkarte in- und auswendig zu kennen. Dafür braucht es viel Vorbereitungszeit. Bei mir war es der Zeitraum von ca. Oktober bis Februar, also ca. 5,5 Monate, zum Schluss hatte noch noch ca. 7 Tage Urlaub nur zur Prüfungsvorbereitung. Das muss man sich auch erst einmal "leisten" können und wollen. Bereut habe ich es nicht!

PMP Vorbereitungszeit und -kosten

Kommentar

Hallo Herr Schäfer,
Danke für Ihre wertvollen Hinweise. Ja, Blendend Learning, für das Sie sich entschieden haben, ist eine Möglichkeit, die Kosten zu senken. Nicht nur für einen PMP-Vorbereitungskurs, sondern auch für viele andere Themen. Die von mir im Beitrag genannten Kosten beziehen sich auf mehrtätige Präsenz-Vorbereitungskurse. Ich möchte hier keinen Anbieter nennen, aber wenn man im Web unter "PMP Vorbereitungskurs" sucht, dann wird man schnell fündig.
Interessant auch Ihre Erfahrungen zur aufgewendeten Zeit - und dass Sie es nicht bereut haben.
Vielen Dank, dass Sie dies hier mit der Community teilen!