Synektik

Synektik ist eine Kreativitätsmethode, die William Gordon seit den 40er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte. Sie beruht auf der Analogiemethode, durch die Problemlösungsansätze und Innovationen von verschiedenen Fachgebieten bzw. Erfahrungsbereichen aufeinander übertragen wird. Synektik verwendet freie und gelenkte Assoziationen, während TRIZ hierfür ein systematisches Schema einsetzt.

Das Wort Synektik ist vom griechischen Wort "synechein"=verknüpfen abgeleitet. Verknüpft werden problemfremde Strukturen bzw. sachlich unzusammenhängende Wissenselemente. Dadurch soll eine Reorganisation von unterschiedlichem Wissen zu neuen Mustern erreicht werden.

Synektik kann auch durch eine einzelne Person eingesetzt werden, üblicherweise gilt sie aber als Gruppenmethode. Sie wird zwar häufig beschrieben und gilt als Standardkreativitätsmethode, wird aber aufgrund ihres ungewohnten Ablaufs nur selten angewandt. Vorbehalte betreffen vor allem die Verfremdungsphase, in der Analogien und Assoziationen aus problemfremden Erfahrungsbereichen gesucht werden.

Verfremdung, problemferne Assoziationen und Rekombination solchermaßen gewonnener Analogien zählen jedoch zu den Wesensmerkmalen des kreativen Prozesses.

Die Methode Synektik umfasst zehn Schritte:

  1. Problemdefinition, Problemformulierung
  2. Spontane Lösungsansätze durch Brainstorming
  3. Neuformulierung des Problems, z.B. durch Umkehrung der Fragestellung
  4. Verfremdung des Problems durch Assoziation mit anderen Bereichen
  5. Verfremdung des Problems aus persönlicher Assoziation, persönlicher Identifikation mit der Problemstellung
  6. Beschreibung symbolischer Analogien
  7. Direkte Analogien aus anderen Bereichen
  8. Analyse der direkten Analogien
  9. erzwungene Übertragung auf das ursprüngliche Problem: sog. "Force Fit"
  10. Entwicklung von Lösungsansätzen
Aufgrund ihres sehr anspruchsvollen Verlaufs sollte vor ihrer Anwendung die einschlägige Fachliteratur zu Rate gezogen werden.

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