Brainstorming

Brainstorming ist eine Kreativitätsmethode für Gruppen, mit deren Hilfe schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Problem gesammelt werden kann. Freies Assoziieren und gegenseitiges Inspirieren fördert das Entstehen von ungewöhnlichen und neuartigen Ideen. In der Praxis können auch Einzelpersonen "brainstormen".

Brainstorming

Brainstorming

Brainstorming ist eine Kreativitätsmethode für Gruppen, mit deren Hilfe schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Problem gesammelt werden kann. Freies Assoziieren und gegenseitiges Inspirieren fördert das Entstehen von ungewöhnlichen und neuartigen Ideen. In der Praxis können auch Einzelpersonen "brainstormen".

Brainstorming

Was ist Brainstorming?

Brainstorming ist eine der bekanntesten Kreativitätsmethoden. Sie wurde vom Marketing-Experten F. Osborn entwickelt und 1958 von dessen Mitarbeiter Charles Hutchison Clark veröffentlicht in seinem Buch "Brainstorming The Dynamic New Way to Create Successful Ideas". Der Name kommt von der Idee der Methode "using the brain to strom a problem" (wörtlich: "das Gehirn verwenden, um ein Problem zu stürmen"). Die Methode Brainstorming wird im Deutschen auch als "Gedankensturm" bezeichnet. Weiter Übersetzungen sind "Kopfsalat", "Denkrunde" oder "Ideensammlung".

Ein Brainstorming wird in der Regel in einer Gruppe von bis zu zehn Personen mit Expertenwissen zum betreffenden Thema durchgeführt und dauert ca. 30 Minuten. Das Ziel ist, möglichst viele Ideen zu einer Fragestellung zu finden. Eine Brainstorming-Sitzung sollte moderiert werden. Die moderierende Person erläutert den anderen die Methode und achtet darauf, dass sie die Regeln einhalten. Zudem kann sie die Ideen auf einem Flip-Chart, auf Moderationskarten oder auf Klebezetteln notieren.

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Sammeln Sie schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Thema! Ob im Team oder allein: Die freie Assoziation fördert ungewöhnliche und neuartige Ideen zu Tage.

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BRAINSTORMING: SCHRITT FÜR SCHRITT

Welche Phasen gibt es im Brainstorming?

Bevor die Sitzung beginnt, sollten alle die Vorgehensweise und die Regeln des Brainstormings kennen. Eine Brainstorming-Sitzung hat vier Phasen, bei denen es immer um den Umgang mit Ideen geht:

  1. Finden und sammeln: In dieser Phase sammeln die Teilnehmenden Ideen mit den dafür entwickelten und weiter unten beschriebenen Regeln für das Brainstorming. Der Moderator visualisiert dabei die Ideen auf Kärtchen, Klebezettel, Flip-Chart oder eine PC-Anwendung. Zusätzlich sollten auch die Teilnehmenden Karten und Stifte haben, damit Sie ihre Ideen notieren können. Diese Phase ist beendet, wenn niemandem mehr eine neue Idee einfällt. Dies ist der Fall, wenn nach einer längeren Pause keine Ideen mehr geäußert werden.
  2. Sortieren: In Phase 1 ist eine unsortierte Sammlung von Ideen entstanden. In der nachfolgenden Phase werden die Ideen geclustert und zu Kategorien zusammengefasst.
  3. Bewerten: Nach Phase 2 steht den Teilnehmenden eine übersichtliche Sammlung von Ideen zur Verfügung. Diese ist die Basis für die Bewertung der Ideen. Was in der Phase 1 Kritik an den Ideen verboten, ist sie jetzt explizit erlaubt. Aussortiert werden die Ideen, die unsinnig sind oder sich nicht realisieren lassen. Diese Phase kann auch in Kleingruppen durchgeführt werden.
  4. Umsetzung planen: Nach der Phase 3 ist eine Sammlung von aussichtsreichen Ideen entstanden. Diese müssen jetzt weiterverfolgt werden. In Phase 4 werden dazu die notwendigen Schritte festgelegt. Hierzu kann ein Maßnahmenplan erstellt werden (Beschreibung des Maßnahmenplan in der Moderation von Arbeitsgruppen).

Nach dem Brainstorming sollten die aussichtsreichsten Ideen weiter detailliert werden. Dazu eignet sich sehr gut die Methode des Mind Mapping.

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Lassen Sie Ihren Assoziationen freien Lauf und bringen Sie zugleich Ihre Ideen strukturiert aufs Papier! Ob allein oder im Team - Mind Mapping ist die Methode erster Wahl für alle Aufgaben im Projekt.

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MIND MAPPING: SCHRITT FÜR SCHRITT

Der größte Vorteil dieser Methode ist, dass sie mit wenig Vorbereitung unkompliziert durchführbar ist und schnell viele und neuartige Ideen liefert. Besonders gut funktioniert sie, wenn die Teilnehmenden sich gegenseitig zu neuen Ideen inspirieren.

Gut geeignet ist Brainstorming in allen Fällen, die bei denen es keine Lösungsvorschläge gibt. Hier sind die Menschen gezwungen, um die Ecke zu denken, um Ideen zu generieren. Bei bekannten und wiederkehrenden Problemen besteht dagegen die Gefahr, dass bloß alte Ideen und Vorschläge wiederholt werden.

Welche Regeln und Vorgaben gelten?

Damit die Teilnehmenden möglichst viele Ideen zusammentragen, gelten für die erste Phase der Brainstorming-Sitzung die folgenden Vorgaben und Regeln:

  • Quantität ist wichtiger als Qualität: Damit wird freies Denken und Assoziieren gefördert.
  • Keine Kritik äußern: Die Ideen der Teilnehmer dürfen nicht kritisiert werden, denn dies behindert die freie Assoziation der Ideen.
  • Ungewöhnliche Ideen sind willkommen: Sie können die anderen und diesen helfen selbst neue Ideen zu finden.
  • Gegenseitiges Inspirieren erwünscht: Die Teilnehmer sollen sich durch die Ideen anderer inspirieren lassen. Dies setzt eine Gruppenprozess in Gang, indem im besten Fall die Teilnehmenden nur so von Ideen sprudeln.

Diese vier Punkte dienen dazu, dass die Menschen auch Ideen äußern, die sie bei längerem Nachdenken als abwegig abtun würden oder bei denen sie fürchten, dass andere dies tun würden. Dieses Urteil kann zum einen zu hart sein (Menschen tendieren dazu, sich selbst und damit auch die eigenen Ideen zu kritisch zu bewerten) und selbst wenn es zutreffen sollte, können auch unbrauchbare Ideen dazu dienen, andere Menschen zu passenderen Ideen zu inspirieren.

Was sind die Erfolgsfaktoren?

  • Möglichst heterogen zusammengesetzte Gruppen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, das ungewöhnliche Gedanken innerhalb der Gruppe zu innovativen Ideen weitergesponnen werden.
  • Die Fragestellung sollte konkret sein. Die Menschen benötigen eine konkrete Vorstellung von dem Problem, damit Sie dazu Ideen generieren können, die zur Lösung beitragen.
  • Die Regel gegen das Äußern von Kritik muss strikt eingehalten werden, damit es zu keinen Diskussionen während der Ideenfindungsphase kommt.
  • Durch das Visualisieren der Ideen hat die Gruppe ein kollektives Gedächtnis zur Verfügung. Die Ideen sollten immer für alle gut sichtbar sein, denn sie sind Anknüpfungspunkte für weitere Ideen.
  • Die Atmosphäre sollte offen und motivierend sein und die Teilnehmenden ohne Druck arbeiten können.
  • Die Person, die moderiert, sollte geduldig abwarten, auch wenn der Strom der Ideen abnimmt, damit alle möglichen Ideen zutage kommen.

Wo liegen Fallstricke?

Brainstorming ist schnell und einfach anzuwenden. Jedoch sollten auf die folgenden Punkte geachtet werden, damit die Brainstromingsitzung tatsächlich gute Ergebnisse liefert:

  • Der Moderator setzt voraus, dass die Technik allen bekannt ist. Unter den Teilnehmenden können unterschiedliche Vorstellungen über die Brainstorming-Regeln und das Verfahren bestehen. Deshalb sollte zu Beginn die Methode und die Regeln kurz in Erinnerung gerufen werden.
  • Introvertierte Menschen werden demotiviert: Zurückhaltende Teilnehmende bauchen Zeit für Ihre Wortmeldung. Eine direkte Anrede mit der Bitte um Ideen kann bei ihnen kontraproduktiv, da einschüchternd wirken.
  • Die Sitzung wird getimeboxed: Timeboxing ist in der Regel ungeeignet für die Arbeit mit Kreativitätstechniken, denn es erzeugt Druck, durch den originelle Ideen unter den Tisch fallen können, z.B. wenn diese erklärungsbedürftig sind.
  • Brainstorming wird als Alibi missbraucht: Die Entscheidung ist schon gefallen, und das Team soll durch ein Brainstorming Ideen finden, die diese Entscheidung stützen. Damit die Teilnehmenden künftig motiviert mitarbeiten, sollten die Ideen dann auch tatsächlich genutzt werden.
  • Die Ideen werden nicht weiterverfolgt: Die gesammelten Ideen werden archiviert und dann fehlt die Zeit, diese weiter zu verfolgen, was sich negativ auf das Engagement bei künftigen Brainstormings auswirken kann.

Welche Kritik gibt es am Brainstorming?

Laut einer Untersuchung der Universität Utrecht entwickeln Einzelpersonen in einer Brainstorming-Sitzung bis zu 50% mehr originelle Ideen als ein Team (siehe Goergens, Sven F.: "Brainstorming' - Irren ist quantitativ…", in: Focus. Ausgabe 05/2009, 26. Januar, S. 90). Andere Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen (siehe Bild der Wissenschaft, Ausgabe 1/2005).

Ein Hindernis beim Brainstorming in einer Gruppe ist, dass die Ideen nicht schnell genug notiert werden und damit für die weitere Bearbeitung nicht zur Verfügung stehen. Zudem kann die Dynamik in der Gruppe ein freies Assoziieren erschweren und dazu führen, dass sich introvertierte Menschen zurückhalten. Dieses Phänomen ist wird als Produktionsblockierung (Produktionsblockierung - Lexikon der Psychologie (spektrum.de)) bezeichnet. Diese negativen Effekte können abgeschwächt werden, wenn die Ideen protokolliert werden.

Die Brauchbarkeit der Ideen hängt in erster Linie von den Gruppenmitgliedern ab. Positiv wirkt sich die Vertrautheit der Teilnehmenden mit dem Themengebiet des Problems aus, und wenn diese vielfältige Interessen und eine breite Allgemeinbildung haben.

Trotz aller Kritik können mit Brainstorming als einen ersten Ansatz viele Ideen generiert werden. Wenn diese nicht ausreichen oder nicht originell genug sind, sollten andere Kreativitätstechniken wie die Walt-Disney-Methode oder Design Thinking eingesetzt werden.

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DESIGN THINKING: SCHRITT FÜR SCHRITT

Welche Varianten gibt es?

Der große Erfolg der Kreativitätstechnik führte zur Entwicklung weiterer Varianten. Sie sind optimiert für die Nutzung schriftlicher Verfahren und den Einsatz von technischen Möglichkeiten sowie verschiedene Gruppengrößen:

Brainstorming von Einzelpersonen: Das Brainstorming für eine Einzelperson erfolgt nach den gleichen Phasen und Regeln. Dabei notiert diese die Ideen selbst und ermittelt daraus die Ideen, die sie weiterverfolgen will. Es eignet sich gut für alle, die für eine Aufgabe oder ein Problem schnell mehrere Lösungsansätze benötigen.

Diskussion 66: Diese Methode wurde 1948 von Don Philips als eigenständige Brainstorming Methode entwickelt und ist auch unter dem Begriff Buzz-Session oder Philips-66-Technik bekannt. Mit dieser Methode kann man ein Brainstorming in einer großen Gruppe durchführen. Die Großgruppe wird in Kleingruppen von bis zu sechs Personen geteilt. Alle Kleingruppe führen für sich ein sechsminütiges Brainstorming durch und präsentieren anschließend die erfolgversprechendsten Ideen im Plenum. Die Methode ist auch unter dem Namen Buzz-Session oder Philips 66 bekannt.

Brainwriting: Dabei werden die Ideen direkt auf Karten notiert, die reihum weitergegeben oder auf ein großes Plakat geklebt werden. Diese Variante eignet sich gut für zurückhaltende Menschen, die Ruhe für die Formulierung ihrer Ideen benötigen. Die Auswertung der Ideen erfolgt auf die gleiche Weise wie beim Brainstorming in einer Gruppe.

6-3-5-Methode: Dies ist ein standardisiertes Vorgehen für Brainwriting. Dabei notieren 6 Teilnehmer jeweils 3 Ideen auf ein Blatt, dafür haben sie 5 Minuten Zeit. Anschließend reicht jede Person ihr Blatt reihum weiter an die nächste Person und alle ergänzen die Ideen, die sie vorgefunden haben. Nach 30 Minuten haben alle Teilnehmenden etwas zu jeder der Ausgangsideen beigetragen und diese weiterentwickelt. Das kann nebenbei das Team-Gefühl stärken, wenn alle Ideen Teamideen sind (siehe dazu auch "Die 6-3-5-Methode zur Weiterentwicklung von Ideen").

ABC-Brainstorming oder ABC-Wortlisten: Diese Technik wurde 2002 von Vera F. Birkenbihl entwickelt. Bei dieser Methode werden auf einem Flip-Chart oder einer Tafel die Buschstaben des Alphabets geschrieben. Die Brainstormenden nennen zu jedem Buchstaben einen Begriff. Dieses Vorgehen ist geeignet, wenn Begriffe zu einer Fragestellung gesucht werden. Das Vorgeben der Anfangsbuchstaben zwingt die Menschen dazu, ganz gezielt nach neuen Ideen zu suchen, selbst wenn ihnen augenscheinlich keine mehr einfallen.

Brainwalking: Mit dieser von Fritz Hellfritz entwickelten Variante lassen sich gleichzeitig Ideen zu mehreren Fragestellungen erarbeiten. Dazu werden die Fragestellungen jeweils auf ein Flip-Charts geschrieben. Man geht dann von Flip-Chart zu Flip-Chart und notiert dort Ideen. Die Methode eignet sich auf für den Einsatz in Großgruppenveranstaltungen wie einer RTSC-Konferenz.

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RTSC-KONFERENT: SCHRITT FÜR SCHRITT

Brainswarming: Die Methode wurde vom US-amerikanischen Psychologen Tony McCaffrey entwickelt. Auf einem Plakat schreibt die moderierende Person oben das Ziel und unten die für die Zielerreichung verfügbaren Ressourcen, in der Mitte bleibt Platz für Ideen und Lösungsansätze. Diese Art der Gestaltung regt dazu an, Ideen sowohl vom Ziel her (Top-down) sowie auf Basis der verfügbaren Ressourcen (Bottom-up) zu entwickeln. Die Teilnehmenden sammeln Ideen zunächst für sich auf Klebezetteln, die Sie anschließend auf das Plakat kleben. Danach werden die Ideen wie üblich geclustert und bewertet. Durch die Gegenüberstellung der Top-down- und Bottom-up-Ideen findet die Gruppe oft bereits konkrete Lösungswege.

Elektronisches Brainstorming: Beim elektronischen Brainwriting werden Online-Tools wie Zoom oder Microsoft Teams genutzt. Es ist im Prinzip die Umsetzung von schriftlichen Brainstorming-Methoden mit den Hilfsmitteln elektronischer Plattformen. Dazu schreibt man die Ideen auf ein für alle freigeschaltetes Whiteboard.

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