Die Erfolgsfaktoren sind "weich"

Thomas Brunschede erläutert in seinem Artikel, wie die menschlichen, "weichen" Faktoren ein Projekt zum Erfolg bzw. zum Misserfolg werden lassen. Erfahrungsgemäß werden diese so genannten Soft Facts im Projektgeschäft weitaus weniger berücksichtigt als Hard Facts. Deshalb nimmt Brunschede in dieser Ausgabe die Erfolgsfaktoren Top-Management, Projektleiter, Team, Zieldefinition, Partizipation, Kommunikation, Planung und Steuerung genauer unter die Lupe.

Die Begriffe Projekt und Projektmanagement werden zunehmend inflationär verwendet. Weil es der gegenwärtigen Mode entspricht, wird der Projektbegriff vielfach auch dann bemüht, wenn es sich um die herkömmliche Realisierung von Aufgaben handelt. Ungeachtet dieser Begriffsinflation gibt es indes momentan wohl kaum eine andere Arbeitsform, die sich mit vergleichbarer Geschwindigkeit verbreitet. Somit liegt es nahe, sich mit den menschlichen Faktoren zu beschäftigen, die ein Projekt zum Erfolg bzw. zum Misserfolg werden lassen.

Was ist Projekterfolg?

Die Realisierung einer Aufgabe dem Führungskonzept Projektmanagement zu überantworten, impliziert natürlich nicht zwangsläufig ihren Erfolg. Zudem ist die Wahrnehmung von Erfolg sehr subjektiv. Die Unternehmensberaterin Hedwig Kellner schreibt über den Projekterfolg:

"Ich habe sogar schon erlebt, dass Projekte als Erfolg betrachtet wurden, obwohl kein Produkt fertiggestellt wurde, obwohl die Kosten astronomisch waren, obwohl das Team ständig im Streit lag, obwohl sich Auftraggeber und Projektleiter gegenseitig mit Drohungen und Racheschwüren bedachten. Wo lag der Erfolg? Die Antwort: 'Wir haben viel gelernt'." [5]

Zwischen dem erfolgreichen Abschluss und dem offensichtlichen Scheitern eines Projekts liegt scheinbar eine Flut von Interpretationsmöglichkeiten. Um die Auslegung nicht allein dem Auge des Betrachters zu überlassen, haben sich viele Autoren um eine klare Definition des Projekterfolgs bemüht. Vielen dieser Definitionsversuche haftet jedoch der Makel mangelnder Genauigkeit und Praxisrelevanz an.

Wenn in einer solchen Begriffsbestimmung jegliche Abweichung in Bezug auf Termin, Budget oder Qualität als klares Scheitern des Projekts definiert wird, so ist das wenig realitätsnah. Einem Projekt, das innerhalb akzeptabler Grenzwerte Abweichungen vorweist, wird man seinen Erfolg nur schwerlich absprechen können. Die Schwierigkeit liegt offenkundig darin, diese Grenzwerte genau festzulegen. Dr. Thomas Lechler von der Universität Dresden ist in einer Studie, in der Projekte auf generalisierbare Erfolgsfaktoren hin untersucht wurden, genau das gelungen. Seine Definition des Projekterfolgs lautet:

"Ein

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