Die PM Tage in Wien: Interview mit Roland Gareis zum Programm "Projekte und Diskontinuitäten"

Das Programm der diesjährigen PM Tage in Wien heißt "Projekte und Diskontinuitäten". Im Interview mit dem Projekt Magazin erläutert Roland Gareis, was unter Diskontinuitäten zu verstehen ist, welche Konsequenzen für das Projektmanagement auftreten und für wen das Thema wichtig ist.

Projekt Magazin: Das Thema der diesjährigen PM Tage ist: "Projekte & Diskontinuitäten". Was genau sind Diskontinuitäten?

Roland Gareis: Bei einer Diskontinuität handelt es sich um eine Phase in der Entwicklung eines sozialen Systems (insbesondere von Organisationen), die zu einer Veränderung der Identität dieses Systems oder Organisation führt. Ein wichtiges Merkmal, das eine Diskontinuität von einer kontinuierlichen Entwicklungen unterscheidet, ist der sprunghafte Charakter, der zu einer Phase der Instabilität führt. Eine weitere Besonderheit ist der ungewisse Ausgang einer Diskontinuität. Bei einer Diskontinuität kann es sich um eine Krise, eine Chance oder um eine strukturell determinierte Identitätsänderung handeln - der Begriff ist also nicht automatisch negativ.
Beispiele für Diskontinuitäten sind bei Krisen der Ausfall eines strategisch wichtigen Partners, bei Chancen ein zusätzlicher Auftrag in Höhe des bisherigen Jahresumsatzes und bei strukturellen Identitätsänderungen Organisationsentwicklungen oder Projektphasenübergänge.

Projekt Magazin: Welche Konsequenzen hat das Auftreten von Diskontinuitäten?

Roland Gareis: Diskontinuitäten erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit des Managements. Das Vermeiden von Krisen, das Fördern von Chancen und das Treffen von Vorsorgemaßnahmen in Projekten sind Managementfunktionen im Startprozess und im Controllingprozess eines Projekts. Die Bewältigung einer Projektdiskontinuität ist als eigener Teilprozess des Projektmanagement-Prozesses zu sehen.

Projekt Magazin: Warum haben Sie dieses Thema für den Kongress gewählt? Ist "Diskontinuitäten" nur ein neuer Ausdruck für etwas, dass unter anderen Bezeichnungen schon lange behandelt wird?

Roland Gareis: Ein wesentlicher Grund dafür war, dass wir das Bewusstsein für das Management von Diskontinuitäten fördern wollen. Es ist

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