Moderation bei Teamkonflikten

Wenn Kompetenzgerangel, Misstrauen und Streit die Teamarbeit lahmlegen, kann eine Konfliktmoderation ein Lösungsweg sein. Astrid Pfeiffer stellt vor, wie ein solcher Moderationsprozess aussehen kann und erklärt, welche Rolle der Moderator einnimmt. Sie beschreibt, wie die unterschiedlichen Sichtweisen zu einem Kompromiss geführt werden, so dass Befugnisse und Zuständigkeiten für die Zukunft verbindlich geklärt sind.

Das Projekt war gerade mal ein paar Wochen alt, und eigentlich sollte der erste Meilenstein längst geschafft sein. Doch die Realität sah wieder einmal anders aus, schon nach so kurzer Zeit: Das Team hinkte weit hinter dem Plan her. Grund: Der Teamsegen hing schief, und zwar gleich mehrfach. Innerhalb des Teams sowie zwischen Team und Teamleiter hielten Kompetenzgerangel, Misstrauen und Streit um die richtige Entwicklungsstrategie für das Softwareprodukt das Projekt auf. Als Folge entstanden Zweifel an den Fähigkeiten des Projektleiters. Dieser bekam die schlechte Stimmung ihm gegenüber bei einer der turnusmäßigen Führungsbeurteilungen mit. In Panik versuchte er dann, seine Unsicherheit mit Hilfe überzogener Härte zu verstecken. Doch das Projekt bekam noch eine Chance: Teamleiter und der Team konnten sich darauf einigen, einen Moderator zu beauftragen. Letztendlich sahen alle Beteiligten ein, dass ansonsten der Projekterfolg auf dem Spiel stünde.

Ablauf der Konfliktmoderation

Im folgenden erfahren Sie, wie ein Moderationsprozess vor sich gehen kann. In der Regel sind es, grob gerechnet, sechs Schritte, die die Beteiligten durchlaufen:

  • Auftragsvereinbarung
  • Arbeit am zwischenmenschlichen Kontakt
  • Themeneingrenzung und Strategie
  • Sichtweisen abklären
  • Kompromisse aushandeln
  • Nachbereitung und weitere Begleitung

Auftragsvereinbarung

Ein Beteiligter, am besten der Teamleiter selbst, nimmt Kontakt zu einem erfahrenen Moderator auf, und beauftragt ihn mit der Moderation. Dieser Auftrag ist zunächst vorläufiger Natur. Er läßt sich erst endgültig festlegen, wenn alle Beteiligten Gelegenheit hatten, ihre Sicht der Dinge und ihre Ziele darzustellen.

Am Anfang stehen Vorgespräche. Wichtig ist, dass der ranghöchste Mitarbeiter — in der Regel der Teamleiter — das erste Gespräch mit dem Fachmann führen kann. Dieser eruiert den Standpunkt des Teamleiters. Dann wird der Auftrag zum ersten Mal angepasst. Oft versuchen Führungskräfte, sich aus Konflikten der ihnen anvertrauten Mitarbeiter so weit wie möglich herauszuhalten. Das erschwert die Konfliktlösung erheblich.Hier ist Überzeugungsarbeit und Vertrauensbildung gefragt. Zwang hilft nicht weiter.

Arbeit am zwischenmenschlichen Kontakt

Die zu führenden Vorgespräche mit Teamleiter und Team (jeweils getrennt) dienen dem Moderator dazu, Vertrauen zu schaffen und einen Überblick zu bekommen. Nach Ende der Vorgespräche sollte er alle Beteiligten auf den gleichen Informationsstand bringen.

Vorgespräch mit dem Teamleiter

In diesem ersten Gespräch braucht der Moderator schon viel Fingerspitzengefühl. Denn viele Führungskräfte reagieren empfindlich, wenn Konflikte drohen, Zweifel an ihrer Führungstauglichkeit aufkommen zu lassen. Er versucht, mit einfühlsam, neutral formulierten Fragen an ihn heranzukommen, etwa: "Wie ist es ihnen im ersten Moment ergangen, als Sie das

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