Festgefahrene Diskussionen wieder in Gang bringen

Perspektivenwechsel statt Gesprächsmikado

Wenn im Projektalltag Menschen mit verschiedenen Sichtweisen an einem Tisch sitzen, kann die Gesprächssituation schnell ins Stocken geraten. Um wieder Bewegung in die Kommunikation zu bringen, lohnt es sich deshalb, den Blickwinkel einmal zu wechseln. Claudia Hupprich zeigt, wie Sie dieses Vorgehen geschickt in Gesprächen einsetzen.

Neulich im Projekt: Es war klar, dass das Statusmeeting kein Zuckerschlecken werden würde, denn wichtige Teilergebnisse standen aus, andere hatten die internen Tests nicht bestanden und der geplante Rollout-Termin war nicht zu halten. Kurzum, es herrschte "dicke Luft".

"Ich finde es unglaublich, dass sie jetzt auf einmal mit dieser Zeitverzögerung um die Ecke kommen", sagte der Auftraggeber Herr Angerer zum Projektleiter Paulsen. "Wochenlang sagen Sie, alles sei bestens und nun muss der Rollout-Termin verschoben werden? Gerade gestern habe ich noch dem Vorstand gegenüber kommuniziert, dass alles hier im Projekt reibungslos läuft!"

"Herr Angerer, das Projektteam hat wirklich getan, was es konnte. Der Zeitrahmen war ja sowieso schon ambitioniert genug und dann kamen die sich ständig ändernden Anforderungen hinzu", versuchte sich der Projektleiter zu verteidigen, während die Zornesröte im Gesicht seines Auftraggebers nicht mehr zu übersehen war.

"Wollen Sie etwa damit andeuten, dass ich jetzt am Ende auch noch an der Verzögerung selbst schuld bin?", entgegnete Herr Angerer zornig. "Sie haben doch selbst jedes Mal gesagt, dass sie den entsprechenden Änderungswunsch schon irgendwie hinbekommen! Ich habe Sie für kompetent genug gehalten, dieses anspruchsvolle Projekt zu managen und frage mich jetzt, ob ich mich da getäuscht habe."

Gesprächsmikado stoppen

Wenn im Projektalltag Menschen mit verschiedenen Sichtweisen an einem Tisch sitzen, geraten viele Gesprächssituationen schnell ins Stocken: Der Auftraggeber beharrt auf seinem Standpunkt, die Mitarbeiterin lässt sich für die neue Aufgabe partout nicht begeistern, der Kunde besteht auf seinem Recht. Jeder versucht aus seiner Position heraus, den anderen zu überzeugen; die Argumente bleiben jedoch die gleichen und das Ergebnis ist am Ende unbefriedigend. Im schlimmsten Fall kann das jeweilige Beharren auf dem eigenen Standpunkt einem Mikadospiel ähneln: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

Mentale Bewegung ist jedoch genau das, was in einer solchen Situation notwendig wäre. Wenn Sie sich demnächst in einer festgefahrenen Gesprächssituation befinden, wechseln Sie doch einmal radikal den Blickwinkel, um wieder Bewegung in die Kommunikation zu bringen – anstatt sich immer tiefer in die eigene Argumentation hineinzubohren. Denn in jeder Kommunikation gibt es neben der eigenen

Anzeige
Der vollständige Artikel ist für Abonnenten frei zugänglich.
Artikel kaufen (3,00 €)
  • 3 Seiten Praxiswissen
  • PDF-Download
Kostenlos weiterlesen!
  • Diesen Beitrag kostenlos lesen
  • 4 Wochen Online-Zugriff auf alle Artikel, Methoden und das Glossar
Tech Link