Neue ISPRI-Studie

PM-Standards: Was nutzen sie? Wo werden sie verwendet? Welche sind wichtig?

Welchen Nutzen bringen Projektmanagement-Standards? In welchen Bereichen werden sie verwendet? Welche Standards sind am weitesten verbreitet? Das Forschungszentrum für Informationssysteme in Projekt- und Innovationsnetzwerken (ISPRI) hat den tatsächlichen Einsatz von PM-Standards in Unternehmen untersucht und dabei Potenziale und Defizite aufgedeckt. Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich für Entwickler von Standards und Anwender hilfreiche Handlungs- bzw. Auswahlempfehlungen ableiten.
Neue ISPRI-Studie

PM-Standards: Was nutzen sie? Wo werden sie verwendet? Welche sind wichtig?

Welchen Nutzen bringen Projektmanagement-Standards? In welchen Bereichen werden sie verwendet? Welche Standards sind am weitesten verbreitet? Das Forschungszentrum für Informationssysteme in Projekt- und Innovationsnetzwerken (ISPRI) hat den tatsächlichen Einsatz von PM-Standards in Unternehmen untersucht und dabei Potenziale und Defizite aufgedeckt. Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich für Entwickler von Standards und Anwender hilfreiche Handlungs- bzw. Auswahlempfehlungen ableiten.

Für das Projektmanagement stehen heute zahlreiche Standards und Normen zur Auswahl. PM-Verantwortliche müssen also entscheiden, ob ein Standard für ihr Unternehmen geeignet ist und wenn ja, welchen Standard sie einsetzen möchten. Doch welchen Nutzen bringen Standards? Welcher Standard ist am weitesten verbreitet? Wo lassen sich Standards einsetzen? Antworten auf diese Fragen sowie Informationen zu Anwendungsbereichen von Standards, Erwartungshaltung der Anwender und realisiertem Nutzen liefert eine empirische Erhebung des ISPRI-Forschungszentrums. Die Ergebnisse der Befragung decken Potenziale und Defizite von Standards auf. Für die Entwickler von Standards und die Anwender lassen sich daraus hilfreiche Handlungs- bzw. Auswahlempfehlungen ableiten.

Die Qual der Standardwahl

Richtlinien, Standards und Normen für das Projektmanagement (im Folgenden "Standards") werden von verschiedenen Organisationen entwickelt und herausgegeben. Am bekanntesten sind die Standards der nationalen und internationalen Projektmanagement-Organisationen (z.B. IPMA, GPM, APM) sowie der offiziellen Normungsinstitutionen (z.B. ISO, ANSI / PMI, DIN). Da es eine Vielzahl konkurrierender Standards gibt, gestaltet sich die Auswahl für den Anwender nicht einfach:

  1. Als erstes muss er seine Erwartungshaltungen definieren, die er mit der Einführung eines Standards hat. Er sollte dabei möglichst konkrete Nutzen benennen, z.B. schnellere Prozessabläufe.
  2. Er muss klären, welcher Standard für seinen spezifischen Bedarf am besten geeignet ist. Die verschiedenen Standards decken nicht jeden Aspekt des Projektmanagements gleichermaßen ab.
  3. Die Sprache des Standards ist zu definieren. Einige Unternehmen können gleichermaßen deutsche und englischsprachige Standards verwenden, für andere Firmen kommen deutsche Standards nicht in Frage, weil die Projekte in einem internationalen Umfeld abgewickelt werden.
  4. Für die Auswahlentscheidung kann auch wichtig sein, welcher Standard sich langfristig durchsetzen wird bzw. eine weite Verbreitung erreicht. Der Wert eines Standards ist umso höher, je mehr Unternehmen bzw. Anwender ihn nutzen. Erst mit einer weiten Verbreitung kommen die Vorteile einer einheitlichen Begriffs- und Methodenverwendung sowie kompatibler Prozesse zur Geltung.

Das Forschungszentrum für Informationssysteme in Projekt- und Innovationsnetzwerken (ISPRI) (www.ispri.de) hat untersucht, welche Standards und Normen in welcher Weise verwendet werden. Die Studienergebnisse sollen einerseits die Anwender bei der Auswahl von Standards unterstützen. Andererseits soll für Standardisierungs- und Normierungsgremien das Anwenderverhalten transparent werden.

Im Frühjahr und Sommer 2006 wurden 269 Projektmanagement-Fachexperten und -Anwender online zu Projektmanagement-Standards befragt. Die Ergebnisse werden derzeit noch detailliert wissenschaftlich ausgewertet. Für die Praxis lassen sich aber bereits jetzt wesentliche Fragen beantworten.

Im Folgenden werden zunächst die Struktur, die Zielsetzung und das Spektrum heutiger Projektmanagement-Standards diskutiert. Anschließend erfolgt die Vorstellung ausgewählter Ergebnisse der Untersuchung. Am Ende werden die Ergebnisse zusammengefasst und erste Schlüsse gezogen.

Struktur und Zielsetzung heutiger PM-Standards

Die Autoren von Projektmanagement-Standards haben deren Strukturen in den vergangenen Jahren zunehmend angeglichen. Typische Bestandteile solcher Standards sind:

  1. Begriffsdefinitionen: Der Standard enthält Erläuterungen wichtiger Projektmanagement-Fachbegriffe. Eine einheitliche Begriffsverwendung vereinfacht in der Praxis die Kommunikation über Tatbestände des Projektmanagements.
  2. Prozessbeschreibungen: Es hat sich durchgesetzt, PM-Aufgaben prozessual zu beschreiben. Dabei wird die Projektabwicklung in mehrere Phasen eingeteilt (meist vier oder fünf, z.B. Initiierung bis Abschluss). Für jede Phase werden notwendige PM-Aufgaben definiert.
  3. Methodenbeschreibungen: Viele Standards enthalten Erläuterungen zu den wichtigsten Projektmanagement-Methoden, z.B. Earned Value Analyse. Dies führt dazu, dass Methoden einheitlich durchgeführt und Methodenergebnisse konsistent interpretiert und verwendet werden.
  4. Aufbauorganisatorische Regelungen / Rollenbeschreibungen: Aufbauorganisatorische Regelungen und Rollenbeschreibungen sind eng mit Prozessbeschreibungen verknüpft. Es wird jeweils festgelegt, welche Personen, Personengruppen oder Organisationseinheiten bestimmte Phasen und Aufgaben verantworten.

Darüber hinaus gibt es Standards, die dazu dienen, den Reifegrad von Organisationen zu messen oder die Aus- und Weiterbildung von Projektpersonal zu unterstützen.

Nutzen

An den Einsatz von PM-Standards können sehr unterschiedliche Erwartungen geknüpft sein. Der unmittelbarste Nutzen ergibt sich aus einer einheitlichen Projektmanagement-Terminologie, die dazu beiträgt, begriffliche oder konzeptionelle Missverständnisse zu vermeiden. Viele Standards (z.B. PRINCE2) beschreiben so genannte "Best Practices". Darunter sind etablierte Prozesse und Methoden zu verstehen, die ihren Erfolg in der Praxis bewiesen haben. Bisweilen werden Standards auch verwendet, um interne oder externe Organisationseinheiten miteinander vergleichen zu können oder die Kosten zu senken.

Klassifizierung von Standards

Standards, die für das Projektmanagement relevant sind, lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren.

Branchenbezug

Unternehmen, die ihr Projektmanagement standardisieren möchten, können die "traditionellen" Standards der Standardisierungs- und Normierungsinstitutionen (ISO, EN, DIN, ANSI, usw.) verwenden oder spezialisierte Standards.…

Bewertungen und Kommentare

(nur angemeldete Benutzer)

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung. Jetzt einloggen
Gesamt
Bewertungen 7
Alle anzeigen