PMBOK® Guide 5th Edition – was ist neu?

Der PMBOK® Guide des Project Management Institutes (PMI) ist einer der international am weitesten verbreiteten Standards für Projektmanagement. Im Dezember 2012 erschien die fünfte Auflage, die seit Mitte dieses Jahres auch verbindliche Grundlage ist für die Personenzertifizierungen des PMI. Herbert G. Gonder, PMP und Oliver F. Lehmann, PMP wirken an der deutschen Übersetzung des PMBOK Guides mit und kennen seine Entwicklung aus erster Hand. Sie ordnen die neue Ausgabe in die aktuellen Entwicklungen der Projektmanagement-Normung ein und stellen die wesentlichen Änderungen gegenüber der 4. Auflage vor. So gibt es z.B. mit dem Project Stakeholder Management ein neues Wissensgebiet. Die Autoren bewerten die Änderungen aus ihrer Projektmanagementerfahrung und geben Hinweise, welche Auswirkungen die Neuerungen auf die Zertifizierungen haben.

 

PMBOK® Guide 5th Edition – was ist neu?

Der PMBOK® Guide des Project Management Institutes (PMI) ist einer der international am weitesten verbreiteten Standards für Projektmanagement. Im Dezember 2012 erschien die fünfte Auflage, die seit Mitte dieses Jahres auch verbindliche Grundlage ist für die Personenzertifizierungen des PMI. Herbert G. Gonder, PMP und Oliver F. Lehmann, PMP wirken an der deutschen Übersetzung des PMBOK Guides mit und kennen seine Entwicklung aus erster Hand. Sie ordnen die neue Ausgabe in die aktuellen Entwicklungen der Projektmanagement-Normung ein und stellen die wesentlichen Änderungen gegenüber der 4. Auflage vor. So gibt es z.B. mit dem Project Stakeholder Management ein neues Wissensgebiet. Die Autoren bewerten die Änderungen aus ihrer Projektmanagementerfahrung und geben Hinweise, welche Auswirkungen die Neuerungen auf die Zertifizierungen haben.

 

Am 27.12.2012 veröffentlichte das US-amerikanische Project Management Institute (PMI®) die 5. Ausgabe des "A Guide to the Project Management Body of Knowledge", kurz "PMBOK® Guide" (PMI (a), 2012). Das PMI wurde vom American National Standard Institute (ANSI) als Entwickler von Normen akkreditiert und ist deshalb verpflichtet, seine Normen alle vier Jahre zu überprüfen und anzupassen. Die 5. Ausgabe des PMBOK® Guide erschien somit zeitgerecht nach der 2008 veröffentlichten 4. Ausgabe, die 1. Ausgabe des PMBOK® Guide war 1996 erschienen. Zusammen mit dem PMBOK® Guide wurden auch die Normen für Programm-Management (PMI (b), 2013) und für Portfolio-Management (PMI (c), 2013) überarbeitet und in der jeweils 3. Ausgabe veröffentlicht. Die ergänzenden "Practice Standards" für Risikomanagement, Earned Value Management, Project Configuration Management, Workbreakdown Structures (Projektstrukturpläne) und für Terminplanung, das "Project Manager Competency Development Framework" sowie die beiden sog. "Standard Extensions" für Bauprojekte und Projekte der Öffentlichen Hand werden derzeit angepasst; ein Veröffentlichungstermin ist nicht bekannt. Hingegen bereits auf die 5. Edition des PMBOK® Guide abgestimmt ist die neue Standard Extension für Software-Projekte (PMI (d), 2013), die seit Anfang September 2013 verfügbar ist.

Eines der Alleinstellungsmerkmale des PMBOK® Guide war bisher sein Glossar mit Definitionen relevanter Begriffe des Projektmanagements. Allerdings gab es zwischen den verschiedenen Normen Abweichungen bei einzelnen Begriffsbedeutungen. Mit der Entwicklung des "PMI Lexicon of Project Management Terms" (PMI (e), 2012) hat PMI eine übergreifende Begriffsbasis für alle seine Normen gelegt.

Eine zentrale Rolle bei der Normung spielt die Projektmanagementmethodik. Da sich auch hier die Anforderungen des Markts im Laufe der Zeit ändern, führt das PMI in Zeiträumen von 5 bis 7 Jahren regelmäßig eine sog. "Role Delineation Study" durch. In der Role Delineation Study (RDS) erhebt und untersucht das PMI die Rollenbeschreibungen von Projektbeteiligten in der Praxis, z.B. welche Befugnisse und Verantwortungen Projektmanager haben. Die letzte RDS fand 2011 statt. Aus den Ergebnissen der RDS leitet das PMI ab, welche Anforderungen an die Kandidaten für die einzelnen Zertifizierungen zu stellen sind.

Die PMP® und CAPM®-Zertifizierungen

Kandidaten für die beiden bekanntesten Personenzertifizierungen des PMI, die PMP®- und CAPM®-Zertifizierungen, können in der jeweiligen "Examination Content Outline" nachlesen, welche Aufgaben (jeweils mit Tasks bezeichnet) ihnen bekannt sein sollten. Basis für die PMP-Zertifizierung ist die PMP Examination Content Outline von 2010 in der Überarbeitung vom August 2011, für die CAPM-Zertifizierung die erstmals 2013 veröffentlichte CAPM Examination Content Outline. Die Tasks für die PMP-Zertifizierung sind entsprechend der Projektmanagement-Prozessgruppen geordnet und für die CAPM-Zertifizierung entlang der Wissensgebiete des PMBOK® Guide. Seit dem 1. Juli 2013 ist die 5. Ausgabe des PMBOK® Guide die Grundlage für die CAPM-Zertifizierung, ab dem 31. Juli 2013 auch für die PMP-Prüfung, jeweils zusammen mit der aktuellen Prüfungsordnung (CAPM- respektive PMP-Examination Content Outline).

Die Zertifizierungen zum CAPM und PMP sind nach ISO 9001 (Quality Management Systems) zertifiziert und gelten als Personenzertifizierungen nach ISO/IEC 17024 (Conformity assessment – General requirements for bodies operating certification of persons).

Darüber hinaus bietet PMI weitere Zertifizierungen an, z.B. den PMI-RMP (Risk Management Professional), den PMI-SMP (Scheduling Management Professional), den PgMP (Program Management Professional), den PfMP (Portfolio Management Professional) und den PMI-ACP (Agile Certified Professional).

Der PMBOK® Guide und die anderen Normen des PMI

Der PMBOK® Guide steht in engem Zusammenhang mit den anderen Normen und Richtlinien des PMI. So beschreibt das PMI in seinen beiden Normen zu Portfolio- und Programm-Management den aus Unternehmenssicht übergreifenden Ansatz, Unternehmensziele zu erreichen. Diese Normen sind Empfehlungen, welcher Beitrag seitens Portfolio-, Programm- und Projektmanagement erwartet wird und wo sich Schnittstellen ergeben können.

Projektmanager benötigen neben der Kenntnis methodischen Projektmanagements darüber hinausgehende Kompetenzen, um z.B. ein Team führen zu können. Das PMI hat die Kompetenzen, die es für einen Projektmanager für wesentlich erachtet, im "Project Manager Competency Development Framework" (PMI (f), 2007) zusammengestellt. Das Competency Development Framework beschreibt "Performance Competencies", wie z.B. die Fähigkeit, eine Projektplanung durchzuführen, und die "Personal Competencies", wie z.B. Kommunikationsfähigkeit. Darüber hinaus gibt es Hinweise, wie Projektmanagementkompetenzen entwickelt und bewertet werden können. Die Auflistung erforderlicher Kompetenzen ist ähnlich der Auflistung von Kompetenzen in der IPMA Competence Baseline ICB 3.0.

Darüber hinaus verpflichten sich alle Mitglieder des PMI und alle Inhaber von PMI-Zertifikaten auf die Beachtung des "Code of Ethics and Professional Conduct". Dieser beschreibt, welches Verhalten bezüglich Verantwortung (Responsibility), Gerechtigkeit (Fairness), Respekt (Respect) und Ehrlichkeit (Honesty) von einem Inhaber eines PMI-Zertifikats erwartet wird.

Um wirklich erfolgreich zu sein, benötigen Projekte ein professionelles Umfeld, das sie sowohl organisatorisch unterstützt als auch strategisch führt. Entscheidend hierfür ist die Reife der am Projekt beteiligten Unternehmen im Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement.…

Bewertungen und Kommentare

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Kommentare 3

Alle Kommentare

Volkmar
Hofferberth
Artikel wie man das vom pmbok gewöhnt ist

 

Uwe
Koblitz
Alles Wichtige zum Update auf einen Blick

 

Airin
Fäh
Sehr guter Artikel. Kann es sein, dass die gesetzlichen Anforderungen nur teilweise identifiziert, dokumentiert und den Beteiligten mitgeteilt werden? Auch dass das Konfliktpotenzial durch gesetzliche Vorschriften auch in der fünften Version nicht beachtet wird?

 

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