Planwirtschaft reloaded

Projekte flexibler planen mit verbindlichem Change-Request-Prozess

Projekte sind grundsätzlich gekennzeichnet von unerwarteten Ereignissen. Dies erfordert ein flexibles Reagieren – ein Gedanke, der bereits im Agilen Projektmanagement Einzug gehalten hat. Olaf Hinz beschreibt in diesem Beitrag einen Change-Request-Prozess, mit dem Manager und Mitarbeiter auch unter wechselnden Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben können.

Ein Blick in die Praxis zeigt: Anspruchsvolle, komplexe Projekte sind ohne methodisches Vorgehen, (IT-)Tool-Unterstützung und kohärente Vorgehensmodelle nicht erfolgreich zu bewältigen. Professionelles Projektmanagement ist ohne die entsprechende Projektmanagement-Methodik schlicht und ergreifend nicht vorstellbar. Der zweite Blick in die Praxis und die aktuelle Diskussion um Großprojekte zeigt dann aber leider auch, dass diese hilfreiche Methodik oft zum Selbstzweck wird, und sich die Profession Projektmanagement zunehmend lächerlich macht.

Projekte, die streng nach Modell geführt werden, sind wie in die Dose gepresstes Fleisch: in Form gebracht, in Struktur gequetscht und damit jeder eigenen Form beraubt! Es werden Aktivitäten und Arbeitsschritte in die Software eingegeben, es werden Meilensteine bestimmt und Termine zugeordnet. Heraus kommt am Ende ein Gesamt-Terminplan, mit dem sich mühelos die Wände des Büros tapezieren lassen. Wenn diese Pläne dann erst einmal hängen, dann gelten sie auch. Es herrscht pure Planwirtschaft.

Projektplanung mit der Glaskugel

Tatsächlich geht es in der Projektplanung immer noch zu wie auf einem Rummelplatz in den 50er Jahren; dort gab es noch die sog. Wahrsager, die einem die Zukunft wiesen. Was damals ein Gag war, weil die Vorhersagen natürlich von niemandem ernst genommen wurden, wird heutzutage von Projektmanagern immer noch verlangt: eine Planung, die auch genauso eintrifft; Planwirtschaft eben!

Dies drangsaliert jeden strategisch denkenden und wirtschaftlich handelnden Mitarbeiter. Im Versuch die Kontrollillusion der Managementhelden in den Führungsetagen durchzusetzen, wird die Kreativität und Energie der Mannschaft im Maschinenraum der Instrumenten-Ebene gefangen genommen, statt sie auf das Führen durch die ungewisse Projektsee auszurichten.

Was wir eigentlich brauchen…

Ändern muss sich folglich das Verständnis von Planung! Projektmanager können sich heute nicht mehr auf die Sicherheit von Ereignissen bzw. die Stabilität von Trends verlassen. Unerwartetes begegnet uns überall, seien es besondere Vorfälle oder auch nur die Veränderung eines Kundenwunsches im laufenden Tagesgeschäft.

Aus diesem Grund sollte die Projektplanung eher Leitplanken gleichen, an denen sich der Projektmanager orientieren und bei Bedarf flexibel reagieren kann. Ob Veränderungen, Probleme oder eine sich heraufbeschwörende Krise – der Projektmanager hat jederzeit die Möglichkeit zu entscheiden, wie die nächsten Schritte im Projekt auszusehen haben; und das ohne eine vorher aufwändig erstellte Planung

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