Tipps für eine effektive und gestärkte Zusammenarbeit Vertrauen als Fundament des Projekterfolgs

Vertrauen im Projektmanagement: So steigern Teams Leistung und Projekterfolg

Vertrauen ist ein unterschätzter Faktor in Projekten: Es entscheidet über Transparenz, Leistung und Steuerungsfähigkeit. Wer bewusst einen Vertrauensvorschuss gibt, stärkt die Teamdynamik, reduziert den Kontrollaufwand und meistert Komplexität.

Management Summary

Tipps für eine effektive und gestärkte Zusammenarbeit Vertrauen als Fundament des Projekterfolgs

Vertrauen im Projektmanagement: So steigern Teams Leistung und Projekterfolg

Vertrauen ist ein unterschätzter Faktor in Projekten: Es entscheidet über Transparenz, Leistung und Steuerungsfähigkeit. Wer bewusst einen Vertrauensvorschuss gibt, stärkt die Teamdynamik, reduziert den Kontrollaufwand und meistert Komplexität.

Management Summary

Wenn Projekte ins Stocken geraten oder anders laufen als gedacht, greifen viele als Erstes zum Methodenkoffer. Plötzlich steht das Vorgehensmodell zur Diskussion, es werden in Eile vermeintliche Ursachen für die Schieflage dingfest gemacht und statt an die Wurzel zu gehen, bekämpft man vor allem die Symptome.

Projekte befassen sich in der Regel mit komplexen Herausforderungen und verlangen häufig eine grundlegende Neuorientierung. Eine wirksame, nach vorn gerichtete Fehlerkultur sowie Neugierde und Offenheit gegenüber dem Unbekannten sind dazu notwendig.

Eine solche offene Haltung braucht jedoch eine stabile Basis, auf der diese Entwicklung möglich wird – eine Basis, die nicht durch Methoden und Werkzeuge, sondern durch vertrauensvolle Zusammenarbeit geschaffen wird.

Bedeutung von Vertrauen für die Projektarbeit

Obwohl Vertrauen in Projekten ständig "mitläuft", wird es selten als eigener Steuerungs- und Erfolgsfaktor behandelt. In vielen Organisationen wird die Qualität der Zusammenarbeit einfach vorausgesetzt. Doch Vertrauen hat mehr Aufmerksamkeit verdient!

Zu wenig Aufmerksamkeit für einen Schlüsselfaktor

Auch wenn viele intuitiv wissen, wie wichtig das Vertrauen für erfolgreiche Zusammenarbeit in Organisationen ist, erhält dieser Aspekt im Projektmanagement immer noch relativ wenig Aufmerksamkeit. Im Abschnitt "4.4 Persönliche und Soziale Kompetenzen (People)" der ICB 4.0 (Individual Competence Baseline bzw. internationaler Kompetenzstandard der IPMA; https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/Wissen/standard-icb4-projektmanagement-deutsch.pdf) wird Vertrauen zwar implizit als wichtiger Faktor genannt. Es wird jedoch im Zusammenhang mit geforderten Kompetenzen nicht explizit erwähnt. Der Trend im Kompetenzaufbau fürs Projektmanagement geht allerdings dahin, Faktoren der menschlichen Zusammenarbeit wieder stärker in den Fokus zu rücken. Dies zeigt sich auch in der Programmzusammensetzung von Projektmanagement-Fachveranstaltungen und -kongressen.

Dieser Artikel zeigt, welche Rolle Vertrauen in der Projektarbeit spielt. Er beleuchtet die Folgen mangelnden Vertrauens und gibt konkrete Handlungsempfehlungen zum Vertrauensaufbau. In meiner MBA-Abschlussarbeit habe ich eine Studie zu Vertrauen im wirtschaftlichen und persönlichen Kontext einschließlich Interviews mit erfahrenen Expert:innen aus dem Projektmanagement durchgeführt. Bei der Auswahl der Teilnehmenden wurden unterschiedliche Rollen und Perspektiven – Projektauftraggeber, Projektleitung, Project Management Office (PMO) und PM-Beratung – berücksichtigt.

Vertrauen wissenschaftlich betrachtet

Der Begriff Vertrauen findet vielfältigen Einsatz – z.B. "Vertrauen in die Politik", "Vertrauen in eine technische Lösung", "Vertrauen auf Gott" usw. Zu Beginn klären wir kurz die wichtigsten Begriffe, damit wir wissen, worüber wir sprechen und was nicht gemeint ist. Im Fokus steht dabei die Rolle von Vertrauen in sozialen Beziehungen.

Vertrauen …

  • ist ein riskantes Vorhaben, das auf eine positive Erwiderung vertraut (Luhmann, 2014; Nienaber/Hofeditz/Romelke, Personell Review, 44, 4, 2015).
  • ist ein sozialer Vorgang, eingebettet in eine konkrete Situation. Persönlichkeit, Beziehung und Situation beeinflussen diesen Vorgang (Luhmann, 2014; Raunicher, 2011).
  • entsteht aufgrund rationaler, emotionaler und situativer Einflüsse, Erfahrungen und Wahrnehmungen (Raunicher, 2011).
  • schafft Stabilität und eröffnet damit Handlungsmöglichkeiten in einer komplexen Umwelt (Luhmann, 2014).
  • ist ein dynamischer Prozess, der initiiert werden muss, durch positive Erfahrung bestätigt und verstärkt wird und durch Enttäuschungen auch wieder beendet werden kann (Raunicher, 2011).

Vertrauen ermöglicht effektive Führung und Zusammenarbeit und fördert eine offene Kommunikation. Außerdem senkt es die Transaktionskosten, also den Aufwand, der entsteht, wenn Absprachen angebahnt, vereinbart und umgesetzt werden und dafür zusätzlich Prüfungen und Freigaben nötig sind. Vertrauen basiert auf rationalen, emotionalen und situativen Einflüssen und entwickelt sich durch gemeinsame Erfahrungen.

Der Soziologe und Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann hat dazu geschrieben:

Das könnte Sie auch interessieren