Projektmanagement auf dem Prüfstand

"Projektmanagement ist stark renovierungsbedürftig." Davon ist Karsten Trebesch nach mehr als 30 Berufsjahren als Projektmanager, Coach und Wissenschaftler überzeugt. Seinen ursprünglichen Nutzen habe es längst verloren. Doch wo liegen die Ursachen für diesen Negativtrend? Und wie lässt er sich stoppen? Karsten Trebesch nimmt das Projektmanagement in seinem Beitrag kritisch unter die Lupe und nennt Wege, es wieder zu dem zu machen, was es einmal war: ein unternehmerisch orientiertes Managementverfahren für neuartige, umfangreiche und einmalige Aufgaben.

Das Projektmanagement ist ins Gerede gekommen. Es ist keineswegs überaltert, wohl aber stark renovierungsbedürftig. Die jüngsten Publikationen von Fröhlich und Reiter, die sich zwar hauptsächlich auf IT-Projekte beziehen, prangern Projektmanagement als "edel, sündhaft teuer, erbärmlich ineffizient, verlogen.... ein heroisches Ding aus Anfangstagen" an. In diesen kritischen Zustand hat es sich selbst gebracht.

Etliche Untersuchungen belegen, dass 85% der Projekte verspätet abgeschlossen werden. Bei 55% erreichen die Teams die vereinbarten Ziele nicht. Häufig werden Projektgruppen nicht nach inhaltlichen Kriterien eingerichtet, sondern nach den Bedürfnissen von Mitarbeitern oder Managerinteressen. Führungskräfte schieben gerne unbequeme Entscheidungen in Projekte ab. Denn die ziehen sich oft auf unbestimmte Zeit hin - und damit ist das Problem erst einmal vom Tisch. Ein Erste-Hilfe-Koffer, wie es in einem neuen Buch propagiert wird, nützt nichts mehr - dazu ist die Lage schon zu ernst. Nötig ist ein Wechsel im Denken, also in den Grundkonzepten.

Die Ursachen der Fehlentwicklung

Es gibt viel zu viele Projekte. Für jedes Problem, das nicht sofort lösbar oder mit Unsicherheit behaftet ist, wird eine Projektgruppe eingerichtet. Die Linienverantwortlichen schaffen sich die Angelegenheit auf diese Weise vorübergehend aus dem Blickfeld. Allerdings kostet es wesentlich mehr Zeit und Energie, das Problem zu lösen, wenn es eines Tages von der Projektgruppe in die Linie zurückkommt.

Problematisch ist, dass die Projektgruppen innerhalb eines Unternehmens meist kaum miteinander verknüpft sind. Wird zudem die Anzahl solcher Gruppen unüberschaubar, verliert das Management die Übersicht. Kein Wunder, dass Projekte versanden, weil sich niemand um sie kümmert. Gleichzeitig entstehen an anderer Stelle schon wieder neue.

Man kann als Projektmanager zwar nicht so schnell Karriere machen wie im Linienmanagement. Die meisten Mitarbeiter bevorzugen dennoch Projektarbeit, weil sie abwechslungsreicher ist. Sie ziehen mit Freude von einem Projekt zum nächsten.

Warum entwickelt sich Projektmanagement in eine so bedenkliche Richtung? Weshalb existieren so viele Pseudo-Projekte? Warum verkümmert der Managementaspekt von Projekten zu einem simplen Werkzeug?

Die Lösung: Projektmanagement zu seinen Ursprüngen zurückführen

Die folgenden Vorschläge sollen helfen, Projektmanagement wieder zu dem zu machen, was es einmal war: ein nützliches,

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