Teamstimmung erfassen und verbessern Mit dem Safety Check psychologische Sicherheit im Team sichtbar machen

Safety Check: Psychologische Sicherheit im Team sichtbar machen

Wenn Teammitglieder in Retros schweigen oder in Meetings kaum eigene Ideen einbringen, fehlt die psychologische Sicherheit. Der Safety Check deckt Schwächen auf und liefert klare Ansatzpunkte für eine vertrauensvollere Zusammenarbeit.

Management Summary

Teamstimmung erfassen und verbessern Mit dem Safety Check psychologische Sicherheit im Team sichtbar machen

Safety Check: Psychologische Sicherheit im Team sichtbar machen

Wenn Teammitglieder in Retros schweigen oder in Meetings kaum eigene Ideen einbringen, fehlt die psychologische Sicherheit. Der Safety Check deckt Schwächen auf und liefert klare Ansatzpunkte für eine vertrauensvollere Zusammenarbeit.

Management Summary

Psychologische Sicherheit entscheidet darüber, ob Teams offen kommunizieren, aus Fehlern lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln oder ob Unsicherheit die Leistung blockiert. Welche konkreten Probleme daraus entstehen können und welche Lösungsansätze sich in der Praxis bewährt haben, wird im Folgenden anhand von Beispielen erläutert. Der Safety Check bietet Ihnen ein leicht umsetzbares Instrument, um die wahrgenommene Sicherheit im Team sichtbar zu machen. 

Dieser Artikel richtet sich an laterale Führungskräfte wie Projektleitende sowie an Führungskräfte mit disziplinarischer Verantwortung, die Teams leiten.

Eine Vorlage für den Stimmzettel des Safety Checks sowie eine Checkliste, um Ihr Team einzuschätzen, können Sie gemeinsam mit dem PDF dieses Artikels herunterladen.

Was ist psychologische Sicherheit?

Bekannt geworden ist der Begriff "psychologische Sicherheit" vor allem durch die Sozialwissenschaftlerin Amy C. Edmondson. In ihrem Buch "The Fearless Organization" beschreibt sie psychologische Sicherheit als die Bereitschaft, "zwischenmenschliche Risiken" (Edmondson, 2019, S. 8) einzugehen, im Vertrauen darauf, dafür weder bestraft noch bloßgestellt zu werden.

Es bedeutet also, dass Teammitglieder ihre Gedanken offen äußern können, ohne Angst vor negativen Konsequenzen. Fehlt diese Sicherheit, zeigt sich das schnell im Alltag, z.B. wenn Mitarbeitende es ablehnen, Verantwortung zu übernehmen, und sich in ihren Aufgaben strikt voneinander abgrenzen. Niemand möchte Entscheidungen treffen, die einem später als Fehler vorgehalten werden.

Weitere Indizien für fehlende Sicherheit im Team können das Verheimlichen oder das Totreden von Problemen sein. Mögliche Gründe dafür sind fehlendes Vertrauen in die Führung oder eine mangelnde Fehlerkultur. Wenn ein solches Verhalten unabhängig von Stressphasen oder Projektdruck im Team regelmäßig auftritt, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Mit dem Safety Check psychologische Sicherheit sichtbar machen

Versuchen Sie, sich als Führungskraft in die Situation eines Ihrer Teammitglieder zu versetzen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen als Mitglied eines Projektteams in einer Besprechung. Sie halten es für unerlässlich, sich kritisch zu einem sicherheitsrelevanten Punkt zu äußern, da hier ein hohes Risiko für das Projekt entstehen könnte. Aus den Reihen Ihrer Kolleg:innen ernten Sie allerdings nur abschätziges Augenrollen oder tiefes Luftholen. In einem folgenden Teammeeting schlagen Sie vor, wie man einen langwierigen Workflow verbessern könnte. Sofort fahren Ihnen einige Kolleg:innen über den Mund und erklären, dass dieser Workflow kürzlich erst angepasst und verbessert wurde.

Wie sieht es nach diesen beiden Vorfällen mit Ihrer Motivation aus? Würden Sie in Zukunft weiterhin Beiträge zur Verbesserung vorschlagen?

Leitfrage mit Einschätzungsskala

Um den Grad psychologischer Sicherheit im Team messbar zu machen, entwickelte Amy Edmondson einen Fragebogen mit sieben Punkten (Edmondson 2019, S. 20). Die Fragen sind fundiert, aber in der Praxis oft erklärungsbedürftig. Auf der anderen Seite gibt es den schlanken "Safety Check" von funretrospectives.com. Er stellt nur eine einzige Frage: "Wie sicher fühlst du dich in dieser Gruppe?" Beantwortet wird sie auf einer fünfstufigen Skala von "Ich fühle mich sicher. Ich werde über alles sprechen" bis "Ich werde mich nicht äußern. Ich fühle mich nicht sicher." Diese Variante ist unkompliziert, lässt aber den Kontext offen, was genau mit Sicherheit gemeint ist. Nach meiner Erfahrung liegt der beste Ansatz in der Kombination aus Edmondsons differenzierten Fragen und der einfachen Auswertung des Safety Checks.

Wann ist der Safety Check hilfreich?

Psychologische Sicherheit verändert sich laufend. Besonders hilfreich ist der Safety Check als Diagnoseinstrument bei wiederkehrenden Retrospektiven und regelmäßigen Team-Workshops, beim Aufbau neuer Teams, im Rahmen von Reorganisationen und in Change-Projekten. So erhalten Führungskräfte und Teams ein aktuelles Stimmungsbild und können frühzeitig reagieren, wenn Unsicherheit die Zusammenarbeit zu blockieren droht.

Anwendung des Safety Checks

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