Theory of Constraints

Ressourcenauslastung und Flexibilität - ein Seminar mit Eli Schragenheim

Ein Dilemma ohne Ausweg? Die Ressourcen optimal auszulasten und gleichzeitig flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren erscheint unmöglich. In seinem Seminar "Achieving Both Reliability and Agility in Production" erläutert der bekannte Unternehmensberater und Autor Eli Schragenheim, wie sich dieses Dilemma mit der "Theory of Contraints" im Sinne eines maximalen Unternehmensertrags lösen lässt. Die Erkenntnisse lassen sich auch in der Ressourcenplanung im Multiprojektmanager anwenden. Claudia Simon hat den Vortrag von Eli Schragenheim besucht und stellt die wesentlichen Inhalte vor.
Theory of Constraints

Ressourcenauslastung und Flexibilität - ein Seminar mit Eli Schragenheim

Ein Dilemma ohne Ausweg? Die Ressourcen optimal auszulasten und gleichzeitig flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren erscheint unmöglich. In seinem Seminar "Achieving Both Reliability and Agility in Production" erläutert der bekannte Unternehmensberater und Autor Eli Schragenheim, wie sich dieses Dilemma mit der "Theory of Contraints" im Sinne eines maximalen Unternehmensertrags lösen lässt. Die Erkenntnisse lassen sich auch in der Ressourcenplanung im Multiprojektmanager anwenden. Claudia Simon hat den Vortrag von Eli Schragenheim besucht und stellt die wesentlichen Inhalte vor.

Die Ressourcen optimal auszulasten und gleichzeitig flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren erscheint unmöglich. In seinem Seminar "Achieving Both Reliability and Agility in Production" erläutert der Unternehmensberater und Autor Eli Schragenheim, wie sich dieses Dilemma mit der "Theory of Contraints" im Sinne eines maximalen Unternehmensertrags lösen lässt. Die Erkenntnisse und Empfehlungen sind auch auf das Projektmanagement übertragbar. Im Folgenden werden die wesentlichen Seminarinhalte vorgestellt und erläutert.

Eli Schragenheim

Eli Schragenheim arbeitet als Unternehmensberater und ist enger Mitarbeiter von Eliyahu M. Goldratt, dem Erfinder der "Theory of Contraints". Schragenheim lernte Goldratt und die ToC Mitte der achtziger Jahre kennen. Er ist Autor und Co-Autor mehrerer ToC-Standardwerke (u.a. des Bestsellers "Das Ergebnis"). Außerdem ist er Mitglied im ToC-Expertennetz.

Neben seinen Beratungsprojekten in aller Welt leitet Schragenheim heute die international tätige "Goldratt Schools", in der er auch als Trainer die Ansätze und Methoden der ToC unterrichtet.

Gefährliches Paradigma: maximale Ressourcenauslastung

Multiprojektmanager und Produktionsmanager verfolgen zwei Ziele: Zum einen wollen sie wirtschaftlich arbeiten und ihre Ressourcen möglichst vollständig auslasten. Zum anderen wollen sie flexibel auf den Markt reagieren und die Wünsche ihrer Kunden nach kurzen Lieferzeiten für Projekte und Produkte erfüllen. Doch in der Praxis ist es scheinbar unmöglich, beide Ziele gleichzeitig zu erreichen. Sie bilden ein klassisches Dilemma, das die Steuerung von Projektorganisationen oder Produktionsanlagen erschwert.

Dieses Dilemma lässt sich auf einfache Weise lösen, wie der israelische Unternehmensberater Eli Schragenheim behauptet. Der international tätige Experte für die "Theory of Constraints" (ToC) und enger Mitarbeiter von ToC-Erfinder Eliyahu M. Goldratt demonstriert: Manager können sich auf den Engpass ihrer Organisation konzentrieren und über diesen Engpass die Organisation zur höchstmöglichen Leistung und auf Wachstumskurs bringen. Diese Lösung findet auch das Interesse von Projektmanagern. Sie übertragen die Erkenntnisse aus der Produktion auf die Projektwelt. Die Ansätze mögen verblüffen: So kann die Effizienzreduzierung eines Produktionsschritts oder eines Prozesses den Durchsatz und die Produktivität der Projektorganisation erhöhen.

Produktions- und Projektmanagement - Mehr Gemeinsamkeiten als man denkt

Linienorientiertes Produktionsmanagement und temporäres Projektmanagement - auf den ersten Blick handelt es sich um zwei verschiedene Welten. Doch die Schwierigkeiten, mit denen Produktionsmanager und (Multi-)Projektmanager in der Praxis kämpfen, ähneln sich. In komplexen Einsatzplänen weisen sie Mitarbeitern und Maschinen wertschöpfende Arbeit zu. Alle Ressourcen werden bestmöglich ausgelastet und gewinnbringend eingesetzt. Doch diese Pläne werden bald zu Makulatur, denn immer wieder müssen die Manager umplanen: Eilige Produktionsaufträge werden "dazwischen geschoben" und laufende Arbeiten unterbrochen. Kunden wünschen kurzfristig Änderungen oder Sonderlieferungen, die andere Projekte oder Produktionsaufträge verzögern. Statt Planung bestimmt häufig ad-hoc-Management und Troubleshooting den Arbeitsalltag der Manager.

Die starre Planung vieler Manager "verträgt" sich offenbar nicht mit dem Wunsch des Markts nach Flexibilität, nach kurzen Lieferzeiten und gleichzeitig pünktlicher Lieferung. Doch gerade in dieser Flexibilität liegen heute Wettbewerbsvorteile. Die Trägheit und Unzuverlässigkeit ihrer Lieferanten kommt Kunden häufig teuer zu stehen. Sie müssen verspätete Belieferung ausgleichen mit hohen Beständen ("Vorratshaltung") und einem breiten Lieferantennetz, das bei ausbleibender Lieferung einspringen kann. Oder sie müssen die Verspätung an ihre eigenen Kunden weitergeben und Vertragsstrafen in Kauf nehmen. Manager wissen: Sie könnten flexibel reagieren - wenn sie nur genug Mitarbeiter "in Reserve" hätten, die sie bei verstärkter Nachfrage, bei eiligen Aufträgen und ungeplanten Änderungen einsetzen könnten. Doch diese zusätzlichen Ressourcen kosten zusätzlich Geld. Im Sinne einer Reserve können sie nicht ständig ausgelastet werden, und deshalb bringen sie oft Verlust.

Grunddilemma: Ressourcenauslastung und Flexibilität

Die Ressourcen vollständig auszulasten und gleichzeitig flexibel auf den Markt zu reagieren - diese beiden Ziele kann man anscheinend nicht unter einen Hut bringen. Einen Ausweg aus diesem Dilemma weist Eli Schragenheims Tagesseminar "Achieving Both Reliability and Agility in Production", ein Intensivseminar, das er Ende November 2007 erstmals in Deutschland hielt. Obgleich auf die Welt der Produktion zugeschnitten, zog die mit knapp dreißig Teilnehmern ausgebuchte Veranstaltung auch viele Projektmanager an. Das unmittelbar um ToC-Erfinder Eliyahu M. Goldratt agierende Expertennetz war in Deutschland bislang wenig aktiv. So bot das Münchner Tagesseminar die Chance, die ToC bei einem Fachmann aus erster Hand zu studieren.

Einstieg in die Problematik

Zum Einstieg in das Seminar machte Eli Schragenheim das Problem an einem Alltagsbeispiel klar. Wer in einer Boutique eine Jacke kaufen will, erwartet schnelle Bedienung. Der Geschäftsführer hat die Option, so viele Verkäufer einzustellen, dass er auch in Stoßzeiten (etwa am Samstagmittag) jeden Kunden binnen fünf Minuten bedienen kann. In geschäftsschwachen Zeiten sind die Verkäufer dann aber nicht ausgelastet. Stellt der Geschäftsführer die maximale Auslastung seiner Verkäufer in den Vordergrund seiner Planung, spart er Personalkosten. In Stoßzeiten…

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Kommentare 1

Alle Kommentare

Manfred
Noe
Schragenheim konzentriert sich sehr starkt auf die Produktion und der hier möglichen Ressourcenverschwendung bzw. -optimierung. Es ist auch keine neue Erkenntnis, dass es in Projekten immer wieder zu Ressourcenengpässen kommen kann (Thema: Linienverantwortlicher vs. Projektverantwortlicher. Aber die Erkenntisse aus der Produktion auf das Projektmanagement zu übertragen, ist meiner Meinung nach nicht gelungen. Schragenheim sollte sich ein bisher mehr mit Projekt- und Multiprojektmanagement beschäftigen und wie man von der Komplexität zur Einfachheit kommt, erklärt Dieter Brandes in seinem Buch "Einfach managen" ganz hervorragend. Mit freundlichen Grüßen Manfred Noe (ehem. Program-/Project-Director)
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