Der erste Schritt zur Veränderung

So ent-sorgen Sie Ihre Blockaden

Sie erhalten den Zuschlag für einen Projektauftrag – und machen sich Gedanken, ob die Zusammenarbeit mit diesem Kunden auch so anstrengend wird wie beim letzten Projekt. Behindern Sie negative Erinnerungen bei Ihrer Arbeit? Dann hat Thomas Schlechter einen Tipp, wie Sie in zwei Schritten diesen Gedankenballast loswerden und Ihnen die Arbeit wieder leichter von der Hand geht.
Der erste Schritt zur Veränderung

So ent-sorgen Sie Ihre Blockaden

Sie erhalten den Zuschlag für einen Projektauftrag – und machen sich Gedanken, ob die Zusammenarbeit mit diesem Kunden auch so anstrengend wird wie beim letzten Projekt. Behindern Sie negative Erinnerungen bei Ihrer Arbeit? Dann hat Thomas Schlechter einen Tipp, wie Sie in zwei Schritten diesen Gedankenballast loswerden und Ihnen die Arbeit wieder leichter von der Hand geht.

"Ehe du zu handeln beginnst, sei dein Geist frei von Zweifel."
Fjodor M. Dostojewsky, russischer Dichter (1821-1881)

Kennen Sie das? Sie möchten einen neuen Projektauftrag an Land ziehen und während Sie darüber nachdenken, kommen Ihnen Bedenken: Was, wenn Sie eine umfangreiche Präsentation erstellen und der Kunde sich für eine andere Firma entscheidet? Oder wenn Sie den Auftrag bekommen und sich der Kunde als schwierig herausstellt – so wie beim letzten Mal?

Denken Sie bei anstehenden Aufgaben häufig an vergangene Negativerlebnisse? Wenn ja, sollten Sie solche und andere blockierenden Gedanken zunächst beiseite räumen, damit Sie richtig loslegen können.

Der Begriff "Ent-Sorgen" trägt zwei Bedeutungen in sich:

  • Zum einen steckt darin, sich von Sorgen frei zu machen, und
  • zum anderen, Blockaden zu entsorgen im Sinne von wegzuwerfen.

Beides trifft zu. In diesem Tipp zeige ich Ihnen, wie Sie sich in zwei Schritten von hinderlichem Gedankenballast befreien.

Ent-Sorgen – erster Schritt zur Veränderung

Das Ent-Sorgen stellt den ersten Schritt für jede Veränderung dar. Deshalb wende ich diesen sog. "Shortcut" immer als einen festen Bestandteil meines Mental- und Wanderseminars "Der Aufstieg zum Zugspitzgipfel" an. Ein mentaler Shortcut ist eine Denkformel. Mit ihrer Hilfe können Sie sich sekundenschnell in den optimalen emotionalen, mentalen und körperlichen Zustand bringen. Sie laufen zur Bestform auf – immer dann, wenn Sie es brauchen!

Am Abend vor dem Marsch bereite ich meine Teilnehmer mit einem Mentalseminar auf die achtstündige Wanderung vor. Der Weg von unserem Start in Ehrwald über die Gatterl-Route führt über 2.000 Höhenmeter. Ungeübten geht das an die Substanz. Meine Bergführer achten darauf, dass die Teilnehmer auf dem Gipfelmarsch nur das Nötigste mitnehmen. Wer zu viel in den Rucksack packt, belastet sich unnötig und begrenzt seinen Bewegungsradius.

Den mentalen Rucksack leichter machen

Das Bild des Rucksacks lässt sich gut auf die mentale Vorbereitung übertragen. Ich sorge dafür, dass die Teilnehmer mit dem Shortcut "Ent-Sorgen" allen Ballast aus ihrem mentalen Rucksack werfen. Ängste und Zweifel können noch kurz vor dem Start auftauchen: Manch einer fragt sich in dem Moment: "Mache ich das Richtige? Wie ist die Wetterprognose?" Die Teilnehmer haben zwar am Vorabend gelernt, mit solchen blockierenden Gedanken umzugehen, doch oft kommen diese gewohnheitsmäßig wieder hoch. Unser erfahrener Tiroler Bergwanderführer Gerd sagt dann: "Des packsch scho. Gemma." Und die Gruppe setzt sich in Bewegung.

Wer schon mal ein Projekt im Unternehmen durchgeboxt hat oder eine Tageswanderung unternommen hat, weiß: Wenn es schwierig wird, tauchen die Bedenken wieder auf. Auf unserer Tour passiert das spätestens im Geröllhang. Bei jedem Schritt rutscht der Fuß um die Hälfte zurück. Man kommt sich vor wie Sisyphos aus der griechischen Mythologie. Ähnlich wie er, der dazu verdammt ist, wieder und wieder einen Felsbrocken den Berg hochzurollen, fragt man sich zweifelnd: "Schaffe ich das noch?" Und in dem Moment wiederholt jeder Teilnehmer den Shortcut "Ent-Sorgen" und unterbricht damit dieses blockierende Denkmuster. Das befreit und das Wandern macht wieder Spaß.

Bewusstes Vorgehen gegen die evolutionäre Prägung

Verzögerungen oder Widerstände bei der Arbeit lösen ähnliche blockierende Gefühle und Gedanken aus. Dieses Muster liegt in der evolutionären Prägung des Menschen. Und: Negative Erfahrungen bleiben besser in Erinnerung als positive. Schmerzhafte Verluste, Fehler oder Rückschläge sitzen hartnäckig in unserem Gedächtnis fest, um uns vor erneutem Schmerz zu schützen. Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite stören blockierende Gedanken wichtige Vorhaben und gewünschte Veränderungen.

Manche von uns halten sich so von ihrem Gipfelsieg im Leben ab – auch im Beruf. Als Bedenkenträger setzen sie sich erst gar kein Ziel, weil sie daran zweifeln, es zu erreichen. Sie mühen sich unter der schweren Last ihrer Bedenken ab und kommen nur langsam, wenn überhaupt vorwärts.

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