Das Teamklima positiv beeinflussen Souverän durch stressige Zeiten – so arbeiten Sie effektiv zusammen

Eine reibungslose Zusammenarbeit im Projektteam zu garantieren, gehört zu Ihren Kernaufgaben als Projektleiter. Diese fördern Sie auch dadurch, dass Sie innerlich ausgeglichen sind: Ihre positive Ausstrahlung wirkt sich auf die Mitglieder Ihres Teams aus und macht sie widerstandsfähiger gegenüber externen Stressfaktoren. Martina Baehr stellt Ihnen Übungen vor, mit denen Sie die innere Haltung stärken.

 

Das Teamklima positiv beeinflussen Souverän durch stressige Zeiten – so arbeiten Sie effektiv zusammen

Eine reibungslose Zusammenarbeit im Projektteam zu garantieren, gehört zu Ihren Kernaufgaben als Projektleiter. Diese fördern Sie auch dadurch, dass Sie innerlich ausgeglichen sind: Ihre positive Ausstrahlung wirkt sich auf die Mitglieder Ihres Teams aus und macht sie widerstandsfähiger gegenüber externen Stressfaktoren. Martina Baehr stellt Ihnen Übungen vor, mit denen Sie die innere Haltung stärken.

 

In diesem Beitrag werde ich das Thema Teamführung mal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchten. Denn bei all meinen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Menschen habe ich eine ganz fundamentale Erkenntnis gewonnen: Wir agieren nicht einzeln und isoliert im luftleeren Raum sondern sind mit allen Menschen um uns herum verbunden. Diese Verbundenheit stellen wir nicht nur über das gesprochene Wort her. Stimmungen, das, was wir über uns und andere denken, unsere Gefühle, unsere Erwartungen und unsere Bewertungen, unsere daraus resultierende Körpersprache – all das beeinflusst uns selbst und die Zusammenarbeit mit anderen weitaus stärker als die meisten von uns für möglich halten.

Für eine effektive und erfolgreiche Zusammenarbeit ist es daher unerlässlich, sich der eigenen inneren Haltung bewusst zu werden und diese zu kultivieren. In diesem Beitrag habe ich für Sie das Wichtigste zum Thema zusammengefasst. Mit dem Wertschätzungs-Booster und der Gelassenheitsatmung erhalten Sie zudem konkrete Tipps für die Umsetzung.

Beispiel aus meinem Projektalltag

Ich möchte Ihnen dazu gleich ein Beispiel aus meinem eigenen Projektalltag erzählen. Es ist schon einige Jahre her und ich war damals als Projektleiterin für ein großes Reorganisationsprojekt verantwortlich. Ich war noch nicht lange im Unternehmen und hatte gleich zu Beginn des Projekts festgestellt, dass wir bei der Budgetplanung von falschen Voraussetzungen ausgegangen waren und für die erfolgreiche Projektdurchführung erst noch geeignete Rahmenbedingungen schaffen mussten. Dazu benötigte ich noch einmal eine zusätzliche siebenstellige Summe. In einem Gremium, bestehend aus den Vertretern der einzelnen Gesellschaften, die anteilig an dem Unternehmen beteiligt waren, musste ich die Freigabe beantragen.

Der Geschäftsführer und ich hatten eine entsprechende Präsentation ausgearbeitet, die die Gründe und den Nutzen der Maßnahme aufführte. Ich hatte im Vorfeld schon ein mulmiges Gefühl, denn eine solche Situation war für mich nicht gerade alltäglich. Als ich am Tag der Präsentation den Raum betrat spürte ich sofort eine negative Stimmung. Die Luft war zum Schneiden, wie man so schön sagt. Diese Atmosphäre war für mich – wie Sie vielleicht nachvollziehen können – nicht gerade aufbauend.

Im Anschluss an meine Präsentation, die nicht länger als 10 Minuten dauerte, meldete sich einer der Teilnehmer. Er fragte mich, ob ich wüsste, dass das von mir vorgeschlagene Beratungsunternehmen, für deren Leistung ich ein Großteil des beantragten Budgets vorgesehen hatte, schon bei ihnen vorstellig geworden sei. Bei diesem Termin hätten die Berater Ihnen auch vertrauliche Interna über unser Unternehmen erzählt: So hätten sie beispielsweise Probleme in der Kommunikation zwischen den Unternehmensbereichen angedeutet, mit denen unser Unternehmen zu kämpfen hätte.

"Bumms, das war´s jetzt"

Ich fühlte mich wie vom Blitz getroffen und dachte: "Bumms, das war´s jetzt!". Und es setzte auch sogleich eine lebhafte Diskussion unter den Beteiligten ein, die die ohnehin schon gereizte Stimmung noch mehr anheizte. Die Diskussion bewegte sich zwischen: "Solche Berater sollte man auf keinen Fall beauftragen" versus "Wir wissen ja gar nicht genau, was wirklich vorgefallen ist". Durch beherztes Eingreifen konnte mein Chef und Geschäftsführer nach einiger Zeit die heftige Debatte glücklicherweise stoppen.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Behauptung frei erfunden war: Die Berater hatten sich dort zwar vorgestellt, aber natürlich nichts über unser Unternehmen und die dort durchgeführten Arbeiten und Ergebnisse erzählt. Das wusste ich in der besagten Präsentations-Situation aber noch nicht.

Kleine Worte, große Wirkung

Durch diese Bemerkung und die daraus resultierende Diskussion war schlagartig ein Teil meines Selbstvertrauens verschwunden. Ich fühlte mich wie ein kleines Mädchen, dem der Chef hilfreich zur Seite springen muss. Ich war erst einmal wie versteinert, sprachlos und unfähig, auf die Situation zu reagieren.

Das war das eine …

Später setzte dann auch mein Gedankenkarussell ein: Wieso tut er mir so etwas an? Was denkt der sich eigentlich dabei? Mein innerer Kritiker wies mich darauf hin, dass ich mich auf jeden Fall souveräner hätte verhalten müssen und dass ich die Situation nicht im Griff hatte. Zusammengefasst: Mein Selbstvertrauen war angeknackst.

Bewertungen und Kommentare

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Alle Kommentare (1)

Frank
Märtins
Dipl.-Inf.

Respekt! So viele offene und ehrliche Worte. Ich würde auch immer wieder versuchen, Situationen wie oben beschrieben zu hinterfragen und - ganz wichtig - mit einer Prise Humor zu würzen bzw. zu entspannen :-)