Länderübergreifend vernetzt

Zentrales PMO und regionale PMOs bei Daimler Trucks

Wie können wir am besten die Best Practices aus unseren Produktprojekten in unserem Unternehmen verbreiten und unser Projektmanagement international vereinheitlichen? Diese Frage beantwortete Daimler Trucks für sich mit der Etablierung eines zentralen PMO sowie regionalen PMOs in verschiedenen Ländern. Diese sind auf vielfältige Weise miteinander vernetzt, um einen intensiven Wissensaustausch sicherzustellen. Dr. Martin Haberstroh schildert anschaulich, was zur Gründung dieser verschiedenartigen PMOs geführt hat und welches ihre Hauptaufgaben sind. Auch stellt er die Gremien und etablierten Abstimmungsprozesse vor, welche die PMOs bei dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterstützen, und nennt die Erfolgsfaktoren bei der Zusammenarbeit.

Da Daimler Trucks Projekte auch länderübergreifend durchführt, wurde für das Unternehmen vor einigen Jahren die Notwendigkeit deutlich, Projektmanagementstandards nicht nur in nationalen Projekten zu etablieren, sondern auch unternehmensweit auf internationaler Ebene das Projektmanagement zu vereinheitlichen.

Diese Vereinheitlichung ist eine der Aufgaben des zentralen Project Management Office (PMO) bei Daimler Trucks. Es nimmt diese Aufgabe gemeinsam mit den regionalen PMOs wahr, die zur Betreuung der Produktprojekte in verschiedenen Ländern eingerichtet wurden. Regionale PMOs gibt es u.a. in Japan, USA, Brasilien, Türkei, Indien und Russland.

Produktprojekte sind Entwicklungsprojekte, die z.B. eine neue Generation von Motoren oder sogar von kompletten Lastkraftwagen zum Ziel haben. Diese Projekte beinhalten sowohl die Konzeption, die eigentliche Produktentwicklung, Planung und Umsetzung der Produktionsprozesse, den Beginn der Serienproduktion sowie Vermarktungsaktivitäten. Der Umfang dieser Produktprojekte variiert sehr stark. Bei vollkommen neuen Produktplattformen, wie z.B. einer neuen Produktgeneration eines Lastkraftwagens, bei der mehrere tausend Bauteile entwickelt werden und auch entsprechende Änderungen in den Produktionsprozessen erforderlich sind, kann das Projektbudget 1 Milliarde Euro überschreiten. Bei geringfügigen Produktänderungen, wie z.B. der Änderung von fünf Bauteilen eines Getriebes, um dieses in einem anderen Fahrzeug zu verwenden, können aber auch wenige Millionen Euro Projektbudget ausreichen.

Das zentrale PMO konzentriert sich darauf, für die ca. 50 größten Produktprojekte Projektmanagementstandards zu entwickeln und zu etablieren. Dieser Erfahrungsbericht beschreibt, wie bei Daimler Trucks das zentrale PMO in Deutschland und die regionalen PMOs international vernetzt zusammenarbeiten. Dabei werden auch die Gremien und etablierten Abstimmungsprozesse vorgestellt, welche die PMOs bei dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterstützen.

Das Unternehmen und seine PMOs

Daimler Trucks ist der größte weltweit aufgestellte Hersteller von Lastkraftwagen über sechs Tonnen. 2011 waren in diesem Geschäftsfeld der Daimler AG ungefähr 77.000 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt wurden im Jahr 2011 425.800 Fahrzeuge verkauft. Die Verkäufe verteilen sich auf sieben eigenständige Marken: 1. Mercedes-Benz (Europa/Lateinamerika), 2. Freightliner (USA), 3. Mitsubishi Fuso (Japan), 4. Western Star (USA), 5. Thomas Built Buses (USA), 6. BharatBenz (Indien) und 7. Detroit Diesel (USA). Zudem bestehen auch internationale Kooperationen, z.B. mit Kamaz (Russland) und Foton (China).

Seit 2005 wird die strategische Ausrichtung von Daimler Trucks maßgeblich durch das Programm "Global Excellence" geprägt. Ziele sind die Steigerung der Effizienz und die Generierung von Größenvorteilen. Diese Ziele sollen mit folgenden vier Initiativen erreicht werden: 1. Management von Marktzyklen, 2. Operational Excellence, 3. Wachstum und Marktausschöpfung und 4. Zukünftige

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