Elevator Pitch

English
Elevator Pitch, Elevator Speech, Elevator Statement

Der Elevator Pitch ist eine Technik für eine Kurzpräsentation von 30 Sekunden bis zwei Minuten Dauer, mit der die Neugier und das Interesse des Zuhörers oder der Zuhörer für das Anliegen des Präsentators gewonnen werden. Der Elevator Pitch präsentiert die Botschaft so, dass diese aus der Flut anderer Informationen herausragt. Zweck eines Elevator Pitch ist es, das Interesse für ein Thema zu wecken und eine Gelegenheit für dessen ausführliche Darstellung zu erhalten.

Elevator Pitch

Elevator Pitch

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Elevator Pitch, Elevator Speech, Elevator Statement

Der Elevator Pitch ist eine Technik für eine Kurzpräsentation von 30 Sekunden bis zwei Minuten Dauer, mit der die Neugier und das Interesse des Zuhörers oder der Zuhörer für das Anliegen des Präsentators gewonnen werden. Der Elevator Pitch präsentiert die Botschaft so, dass diese aus der Flut anderer Informationen herausragt. Zweck eines Elevator Pitch ist es, das Interesse für ein Thema zu wecken und eine Gelegenheit für dessen ausführliche Darstellung zu erhalten.

Elevator Pitch

Einsatzmöglichkeiten

Die Methode dient allgemein dazu, die Aufmerksamkeit eines Entscheiders für ein Anliegen zu wecken. Typische Anliegen im Rahmen von Projekten sind z.B.:

  • Präsentation einer Projektidee
  • Unterbreiten eines Verbesserungsvorschlags
  • Bitte um gezielte Unterstützung (z.B. Ressourcenzuweisung)
  • Herbeiführen einer benötigten Entscheidung

Dies kann z.B. bei folgenden Situationen möglich sein:

  • bei einer kurzen Begegnung im Aufzug oder Flur
  • im Anschluss an ein Meeting
  • bei Geschäftsessen
  • in den Pausen bei Veranstaltungen und Kongressen

Darüber hinaus kann sie auch in speziellen Kommunikationssituationen eingesetzt werden, um eingefahrene Verhaltensweisen zu durchbrechen:

  • bei einem Anruf
  • als Stilmittel am Anfang einer Präsentation
  • auf Messen (z.B. Ansprechen von Standbesuchern)
  • im Rahmen einer Moderation

 

Ergebnisse
  • Mündliche Kurzpräsentation von 30 Sekunden bis maximal zwei Minuten
  • Optional: geeignete Visualisierungen oder Handout
Vorteile
Weckt die Neugier für das Anliegen.
Zwingt den Ersteller, den Nutzen für die Zielgruppe herauszuarbeiten.
Erfordert wenig Zeit zur Übermittlung der Botschaft.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Es besteht die Gefahr, dass die Informationen übertrieben und überspitzt dargestellt werden, um das gewünschte Interesse zu wecken. Dies kann dazu führen, dass der Zuhörer bei der angestrebten ausführlichen Beschäftigung mit dem Thema enttäuscht wird.
Der Elevator Pitch ist nicht für Themen einsetzbar, die von der Zielgruppe nicht nur rezipiert, sondern auch reflektiert werden müssen. Z.B. erfordert eine Änderung der Projektplanung aufgrund Terminverzögerungen die aktive Mitarbeit der Adressaten.
Die Methode eignet sich nicht in Kommunikationssituationen, die einen intensiven Dialog erfordern, z.B. Krisengespräche.
Voraussetzungen
  • Setting, in dem es möglich ist, den Adressaten direkt anzusprechen
Qualifizierung

Es ist keine spezielle Qualifikation erforderlich, jeder kann die Methode einsetzen.

Benötigte Informationen
  • Anliegen oder Entscheidungsbedarf
  • Konzept oder Argumente für das Anliegen oder den Entscheidungsbedarf
Benötigte Hilfsmittel
  • Dokumentationsmöglichkeit (z.B. Textverarbeitung, Flip-Chart)
Herkunft

Das Konzept wurde 1980 durch Philip B. Crosby (1926-2001) entwickelt (Philip Crosby, developer of the Zero-Defects Concept, The New York Times (New York), zitiert nach Wikipedia.es https://es.wikipedia.org/wiki/Elevator_pitch, zuletzt besucht am 13.10.2016. Die Begriffsbildung "Elevator Pitch" wird Ilene Rosenzweig und Michael Caruso zugeschrieben (https://de.wikipedia.org/wiki/Elevator_Pitch, zuletzt besucht am 12.10.2016). "Elevator Pitch" beschreibt die Situation, dass man im Aufzug einen Entscheider anspricht, um ihn während der kurzen Zeit der Aufzugsfahrt für sein Vorhaben zu interessieren.

Durchführung: Schritt für Schritt

Der Elevator Pitch ist keine kurze Präsentation aller zu übermittelnden Informationen. Mit ihm wird lediglich das Interesse für das Thema geweckt. Ziel ist es, mit der angesprochenen Person einen Termin vereinbaren zu können, bei dem das Thema ausführlich vorgestellt werden kann. Ziel ist es nicht, das Thema in verkürzter Form vollständig zu präsentieren.

Schritt 1: überlegen Sie, welche Botschaft Sie vermitteln wollen!

Stellen Sie sich die folgenden Fragen und beantworten Sie diese so konkret wie möglich:
  • Was genau will ich vermitteln?
  • Stimmen meine Einstellungen und überzeugungen mit dem überein, was ich sagen will?
  • Welches Bild habe ich von der Zielperson bzw. Zielgruppe? Wie kann ich sie am besten ansprechen?

Schritt 2: Finden Sie das Bedürfnis der Zielperson oder der Zielgruppe heraus!

Mit dem Elevator Pitch wird ein Grundbedürfnis der Zielperson oder der Zielgruppe angesprochen. Er ist die Antwort auf dessen Frage: Was bedeutet dieses Thema für mich? Dabei kann man folgende drei Grundbedürfnisse berücksichtigen:

Gewinn / Nutzen: Der Angesprochene muss erkennen, welchen Nutzen oder Gewinn er persönlich von der Umsetzung des vorgebrachten Anliegens hat. Dies kann sowohl ein materieller Gewinn als auch ein nicht-monetärer Nutzen sein. Beispiel: Eine Verbesserung der organisatorischen Abläufe, die einen Manager in seiner Funktion als Entscheider entlasten.

Spaß / emotionale Ansprache: Der oder die Angesprochene erlebt die Präsentation als positive Erfahrung, evtl. sogar als Unterhaltung. Die von ihm oder ihr erwartete Handlung soll mit einem positiven Erlebnis verbunden werden, so dass er oder sie diese gerne ausführt. Beispiel: Projekt mit dem ein Lieblingsthema des Managers bearbeitet wird, wie zum Beispiel ein repräsentativer Event.

Sicherheit: Der im Elevator Pitch präsentierte Vorschlag löst ein Problem der Zielperson oder der Zielgruppe. Beispiel: Vorschlag für ein PM-Community-Meeting, welches das Problem des Informationsaustauschs unter den Projektleitern löst.

Schritt 3: Entwickeln Sie eine Dramaturgie für den Elevator Pitch!

Mit der Dramaturgie entwickeln Sie eine Struktur für die Präsentation des Elevator Pitch. Es die nachvollziehbare logische Struktur des Inhalts. Die "AIDA"-Formel beschreibt die Dramaturgie des Elevator Pitch:

  • A für "Attention": Erzeugen Sie durch ein Eröffnungsstatement Aufmerksamkeit, so dass die Zielperson oder die Zielgruppe Ihnen zuhört. Die Aufmerksamkeit wird dabei sowohl durch das Gesagte erzeugt, aber auch die Art und Weise, wie es gesagt wird.
  • I für "Interest": Wecken Sie Interesse, indem Sie das Bedürfnis (Gewinn, Spaß, Sicherheit) der Zielperson oder Zielgruppe ansprechen.
  • D für "Desire": Sprechen Sie einen unerfüllten Wunsch der Zielperson oder Zielgruppe an.
  • A für "Action": Vereinbaren Sie eine nächste Aktion, die Ihnen die Gelegenheit gibt, Ihr Anliegen ausführlich vorzustellen.

Schritt 4: Entwickeln Sie ansprechende Bilder!

überlegen Sie sich, mit welchen Sprach-Bildern Sie am besten die einzelnen Schritte dieser Dramaturgie umsetzen. Außergewöhnliche Sprach-Bilder oder Vergleiche bleiben nicht nur besser im Gedächtnis haften, mit Ihnen können komplexe Zusammenhänge oft auch auf eine einfache Art und Weise verdeutlicht werden (Scharmbraks, Joachim: 30 Minuten Elevator Pitch, GABAL Verlag, Offenbach 2004).

Beispiele für z.T. bereits verwendete Sprach-Bilder:

  • "Kopfstandtechnik" für "Rückwärtsplanung"
  • "Columbo-Strategie®" für eine Frage- und Verhandlungsstrategie
  • "GolfFlüsterer®" für Managementberatung in Verbindung mit Golfspiel
  • "Power-Fee" für eine Dienstleistung, mit der Power Point-Präsentationen professionell erstellt werden.
  • "Triebwerk" für die Dienstleistung eines Interimsmanagers für Unternehmensgründungen

Um Sprach-Bilder zu finden, können Sie sich z.B. folgende Fragen stellen, die Ihre Kreativität anregen:

  • Welche Assoziationen habe ich, wenn ich an meine Idee denke?
  • Wenn mein Projekt eine Blume wäre, wie würde diese dann aussehen oder riechen?
  • Welche Farben und Formen verbinde ich mit meinem Projekt?
  • Welche Wortspiele kann ich mit dem Namen meines Projekts machen?

Schritt 5: üben Sie den Elevator Pitch!

Der Elevator Pitch muss wie ein kurzer Auftritt eines Schauspielers sitzen. Deshalb sollten Sie sowohl die Formulierungen wie auch die Mimik und Gestik einüben.

Dazu sollten Sie:

  • den Elevator Pitch bei Kollegen testen und deren Feedback zur Optimierung nutzen
  • Blickkontakt mit der Zielperson oder der Zielgruppe halten, damit diese sich direkt angesprochen fühlt
  • auf Körpersprache, Mimik und Gestik achten und überlegen, mit welchen Gesten die Botschaften unterstützt werden können. Nutzen Sie dazu die gefundenen Sprachbilder!
  • besonders deutlich und ausdrucksvoll sprechen, indem Sie die wichtigen Stellen bewusst betonen
  • vermitteln, dass Sie selbst von Ihrem Vorschlag begeistert sind

Bewerten Sie Ihren Elevator Pitch nach den folgenden Kriterien:

  • Einfachheit: Die zu vermittelnde Idee muss einfach und leicht zu verstehen sein.
  • Relevanz: Die zu vermittelnde Idee muss aus rationaler oder emotionaler Sicht für die Zielperson relevant sein.
  • Freundlichkeit: Wirkt der Auftritt angenehm und sympathisch?
  • Originalität: Die vorgestellte Idee muss einen neuen Aspekt enthalten.
  • Verständlichkeit: Der Elevator Pitch muss auf Anhieb verständlich sein.
  • Glaubwürdigkeit: Die Idee und der Ideeninhaber müssen glaubwürdig sein.

 

Praxistipps ...

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Fachartikel zur Methode

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Im Projektalltag müssen Sie Ihr Anliegen häufig kurz und knackig präsentieren, um die Aufmerksamkeit Ihres Zuhörers zu erhalten. Dr.

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Hans-Jürgen
Lutz

der Artikel ist kurz und bündig - so wie ein Elevator Pitch gehalten werden soll. Ein gutes Beispiel für die Thematik selbst.