Lean Canvas

Das Lean Canvas (von Ash Maurya) ist ein aus neun Feldern bestehendes Plakat (engl. Canvas = Leinwand), das dazu dient, das Potential neuer Geschäftsideen anhand von Schlüsselfaktoren strukturiert zu prüfen.

Lean Canvas Deutsch

Lean Canvas

Das Lean Canvas (von Ash Maurya) ist ein aus neun Feldern bestehendes Plakat (engl. Canvas = Leinwand), das dazu dient, das Potential neuer Geschäftsideen anhand von Schlüsselfaktoren strukturiert zu prüfen.

Lean Canvas Deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Ausführliche Begriffserklärung
  2. Herkunft
  3. Lean Canvas - Beispiel
  4. Lean Canvas vs. Business Model Canvas

Ausführliche Definition

Das Lean Canvas (von Ash Maurya) ist ein aus neun Feldern bestehendes Plakat (engl. Canvas = Leinwand), das dazu dient, das Potential neuer Geschäftsideen anhand von Schlüsselfaktoren strukturiert zu prüfen.  

Damit richtet sich das Lean Canvas Modell vor allem an Start-ups, die herausfinden wollen, ob ihre Ideen und die eingeschlagene Richtung sinnvoll sind – noch bevor sie ein Business Modell erstellen. Das Lean Canvas dient dazu, ein mögliches Problem einer Zielgruppe zu skizzieren, eine erste Lösung dafür zu entwerfen, das Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten und die Zielerreichung zu messen. Dabei betrachtet das Canvas ausschließlich die Unternehmer-Sicht. 

Herkunft

Ash Maurya entwickelte das Lean Canvas im Jahr 2009 auf Basis des Business Model Canvas (BMC). Sein Ziel war es, das BMC so zu modifizieren, dass sich damit die Erfolgschancen einer Geschäftsidee bereits in einer sehr frühen Phase validieren lassen. Denn für ein Start-up sind die Rahmenbedingungen zu Beginn oft extrem unsicher. Statt viel Zeit mit dem Ausarbeiten eines (u.U. falschen) Produkts zu verbringen, ist es oft besser, anfangs einen schnellen Prototypen zu entwickeln und diesen dann zu iterieren. Im Lean Start-Up wird dieses Verfahren als pivot or preserve beschrieben. Das eigentliche Produkt steht im Lean Canvas im Mittelpunkt.

Lean Canvas - Beispiel

Um frühe Geschäftsideen zu überprüfen, befüllt man nach und nach die einzelnen Felder des Canvas. Oft hilft es, mit den Feldern "Problem", "Solution", "UVP", "Key Metric" und "Unfair Advantage" zu beginnen. Die Reihenfolge ist dabei prinzipiell egal.  

  • Problem (Problem)  
    Zunächst muss das Problem verstanden werden, das die Kunden haben.  
    Beispiel: Ein Trainingsanbieter ist aufgrund einer Marktanalyse zum Schluss gekommen, dass Trainings zum Thema XYZ für die Kunden zu teuer sind.  

  • Lösung (Solution) 
    Die erste Lösung sollte einem MVP (Minimal Viable Product)-Gedanken folgen.  
    Beispiel: Der Trainingsanbieter digitalisiert die Inhalte des Trainings und bietet den Kurs zum Selbststudium an. 

  • Alleinstellungsmerkmal (UVP) 
    Die Unique Value Proposition drückt aus, welchen Vorteil das Angebot für den Kunden bietet und wie es sich von Konkurrenzangeboten abhebt. Beispiel: "Thema XYZ zu einem unschlagbar günstigen Preis!" 

  • Kennzahlen (Key Metrik)  
    Welche Metrik soll gemessen werden und zeigt am besten, ob die Geschäftsidee bei den Kunden ankommt? Beispiel: Zehn Selbststudium-Trainings werden pro Monat gebucht.  

  • Unfairer Vorteil (Unfair Advantage)  
    Was bietet einen echten Wettbewerbsvorteil, das Mitbewerber nicht einfach kopieren können? Beispiel: Der Trainingsanbieter hat einen Exklusiv-Vertrag mit dem einzigen Trainer für das Thema XYZ 

 

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Die restlichen vier Felder sind identisch mit denen des Business Model Canvas: 

  • Kundensegmente (Customer Segments)  
    Kundengruppen, die das Angebot ansprechen soll.  
    Beispiel: Alle Trainingsinteressenten, die über die Webseite buchen möchten 

  • Kanäle (Channels)  
    Über diese Kanäle sollen die Kunden erreicht werden.  
    Beispiel: Angebot auf der Website 

  • Kosten (Cost Structure)  
    Für das Angebot anfallende Kosten.  
    Beispiel: Kosten für die Videoerstellung, Hostingkosten für das Webangebot, ... 

  • Einnahmen (Revenue Stream) 
    Einnahmen durch das Angebot. 
    Beispiel: Einnahme pro Kursverkauf 

Lean Canvas vs. Business Model Canvas

Jedes Canvas kann unabhängig vom jeweils anderen verwendet werden. Während das von Alexander Osterwalder entwickelte Business Model Canvas versucht, ein gesamtes Geschäftsmodell abzubilden und dazu auch Kunden, Investoren und Berater berücksichtigt, bezieht sich das daraus abgeleitete Lean Canvas auf einen konkreten Aspekt eines Geschäftsmodells und betrachtet diesen überwiegend aus der Sicht des Unternehmers. Es ist ein einfacher Ansatz, der vor allem Start-ups ermöglichen soll, Schritt für Schritt eine Idee zu entwickeln und zu validieren. Der Fokus liegt dabei auf dem Produkt, das umgesetzt werden soll. Dabei geht es darum, ein tragendes Geschäftsmodell zu entwickeln, bevor das vorhandene Budget verbraucht ist.

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Was ist ein unfairer Vorteil?

Man spricht von einem unfairen Vorteil, wenn der Wettbewerb die eigene Idee oder eine bestimmte Komponente des eigenen Geschäftsmodells nicht einfach kopieren kann, selbst wenn er bereit ist, dafür sehr viel Geld zu investieren.

➜ Weitere Informationen zum Lean Canvas

Welche Vorteile haben Gründer, Startups oder Unternehmer durch das Lean Canvas Model?

Sie können auf einfache Weise wesentliche Überlegungen zu ihrem Produkt festhalten und erhalten so schnell eine strukturierte Abbildung der Geschäftsidee als Diskussionsgrundlage. Gleichzeitig überprüfen sie systematisch die Kernaspekte des Produkts. Ein weiterer Vorteil ist die visuelle Darstellung der Geschäftsidee als Canvas.

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