Mentale Modelle

Der Begriff der "Mentalen Modelle" wurde 1983 vom Psychologieprofessor Philip N. Johnson-Laird (Princeton University) geprägt. In seinen grundlegenden Forschungsarbeiten zur Kognitionspsychologie stellte er mit den Mentalen Modellen ein neues Konzept zur Erklärung der Wirklichkeitswahrnehmung, der Problemlösung und der Informationsverarbeitung im Gehirn auf. Seine Erkenntnisse kontrastieren zu den sprachanalytischen Ansätzen, die Problemlösung und Wissensverarbeitung in erster Linie in semantischen Netzwerken sehen. Banal formuliert entspricht das Konzept der Mentalen Modelle und der kognitiven Landkarten dem bekannten Sprichwort: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte".

Ein Mentales Modell ist das Abbild der Wirklichkeit in der menschlichen Wahrnehmung. Gedächtnis, Wirklichkeitswahrnehmung, Problemlösung und alle anderen Denkleistungen beruhen auf der Anwendung dieser Abbilder (sog. kognitiver Artefakte). Vermutlich beruht auch das Textverständnis auf dem Entstehen Mentaler Modelle der beschriebenen Situation und nicht auf einem semantischen Abbild (d.h. Speicherung und Verarbeitung der Wörter).

Auch das Projektmanagement ist in diesem Sinne ein Mentales Modell bzw. eine Sammlung vieler Mentaler Modelle, deren Anwendung den Projektbeteiligten ein zielgerichtetes Agieren ermöglicht und eine gemeinsame Kommunikationsbasis verschafft.

Vor allem aber begründet der Ansatz der Mentalen Modelle die überragende Bedeutung von Visualisierungsmethoden. Insbesondere für zeitliche Abläufe besitzen wir keine Sinneswahrnehmung, so dass wir sie ausschließlich über abstrakte Mentale Modelle planen und gestalten können.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
von Nathalie Laissue
4 Bewertungen
4.75
1 Kommentar
Denkfallen gefährden auch im Kleinen beständig den Projekterfolg. So beeinflusst bereits das Umfeld, in dem eine Entscheidung stattfindet, die gewählte Option. Damit Sie diese kognitiven Verzerrungen erkennen können, stellt Ihnen Nathalie Laissue eine Reihe wichtiger Denkfallen des Projektalltags vor und gibt Ihnen Anregungen, wie Sie diese wirkungsvoll vermeiden können. Vor allem aber plädiert sie dafür, sich bei wichtigen Entscheidungen nicht nur vom "Reptiliengehirn" leiten zu lassen.
von Nathalie Laissue
14 Bewertungen
4.642855
7 Kommentare
Unser Gehirn ist aufs Überleben, aber nicht auf korrekte Entscheidungen programmiert. Deshalb tappen wir leicht in Denkfallen, wie es z.B. das Gruppendenken oder die selektive Wahrnehmung sind. Die Kognitionspsychologie nennt diese Effekte "kognitive Verzerrungen". An ihnen scheitern Projekte trotz professionellen Umfelds an scheinbar offensichtlichen Umständen. Nathalie Laissue erklärt anhand von bekannten Projektbeispielen, warum dies so ist und stellt das Gegenmittel "Critical Thinking" vor.
von Ralf Gohs
2 Bewertungen
4
1 Kommentar
Um als Projektmanager schnell auf Anfragen oder sich ändernde Parameter reagieren zu können, müssen Sie wichtige Fakten wie Strukturpläne und Fachwissen jederzeit parat haben. Ralf Gohs stellt in diesem Tipp eine Methode vor, mit der Sie mittels Assoziieren Informationen in einer festen Reihenfolge abspeichern und zu jedem beliebigen Zeitpunkt abrufen können.
Alle relevanten Beiträge anzeigen
Tech Link