Englischer
Begriff
  • Mental Models

Mentale Modelle

Der Begriff der "Mentalen Modelle" wurde 1983 vom Psychologieprofessor Philip N. Johnson-Laird (Princeton University) geprägt. In seinen grundlegenden Forschungsarbeiten zur Kognitionspsychologie stellte er mit den Mentalen Modellen ein neues Konzept zur Erklärung der Wirklichkeitswahrnehmung, der Problemlösung und der Informationsverarbeitung im Gehirn auf. Seine Erkenntnisse kontrastieren zu den sprachanalytischen Ansätzen, die Problemlösung und Wissensverarbeitung in erster Linie in semantischen Netzwerken sehen. Banal formuliert entspricht das Konzept der Mentalen Modelle und der kognitiven Landkarten dem bekannten Sprichwort: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte".

Anzeige

Ein Mentales Modell ist das Abbild der Wirklichkeit in der menschlichen Wahrnehmung. Gedächtnis, Wirklichkeitswahrnehmung, Problemlösung und alle anderen Denkleistungen beruhen auf der Anwendung dieser Abbilder (sog. kognitiver Artefakte). Vermutlich beruht auch das Textverständnis auf dem Entstehen Mentaler Modelle der beschriebenen Situation und nicht auf einem semantischen Abbild (d.h. Speicherung und Verarbeitung der Wörter).

Auch das Projektmanagement ist in diesem Sinne ein Mentales Modell bzw. eine Sammlung vieler Mentaler Modelle, deren Anwendung den Projektbeteiligten ein zielgerichtetes Agieren ermöglicht und eine gemeinsame Kommunikationsbasis verschafft.

Vor allem aber begründet der Ansatz der Mentalen Modelle die überragende Bedeutung von Visualisierungsmethoden. Insbesondere für zeitliche Abläufe besitzen wir keine Sinneswahrnehmung, so dass wir sie ausschließlich über abstrakte Mentale Modelle planen und gestalten können.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 02.09.2004.
Tech Link