Sistierung

Sistierung ist eine vom Auftraggeber geforderte, nicht geplante Unterbrechung der Projektabwicklung mit dem Zweck, über Fortführung oder Abbruch des Projekts zu entscheiden.

Der Begriff "Sistierung" wurde in diesem Sinne von der seit 1.1.2009 nicht mehr gültigen DIN 69905:1997-05 (Projektwirtschaft. Projektabwicklung. Begriffe) eingeführt. Allerdings setzte der Begriff sich im Projektmanagement nicht flächendeckend durch. Häufig wird stattdessen der Begriff "Projektunterbrechung" verwendet.

Operativ kommt eine Sistierung einem Quality Gate gleich. Quality Gates sind jedoch geplante Übergänge zwischen zwei Projektphasen, während eine Sistierung aufgrund einer einseitigen Entscheidung des Auftraggebers bzw. des Lenkungsausschusses erfolgt. Gründe für eine Sistierung können z.B. der Wegfall einer Finanzierungsquelle oder ein Strategiewechsel des Unternehmens sein.

Bei externen Projekten sollten das Recht auf Sistierung und die dadurch ausgelösten Vorgänge (Abrechnung, Konventionalstrafen usw.) im Vertrag zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer detailliert geregelt sein.

Optionen nach einer Sistierung

Um durch die Sistierung verursachte Schäden, wie z.B. Zwischenlagerung und Instandhaltung bereits erstellter Zwischenergebnisse, möglichst gering zu halten, sollte nach einer Sistierung schnell eine endgültige Entscheidung über das Projekt herbeigeführt werden. Der Auftraggeber hat hierfür im Wesentlichen vier Optionen:

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