Teamfähigkeit

Teamfähigkeit bezeichnet zunächst lediglich die Fähigkeit eines Menschen, sich einer Gruppe anderer Menschen anzuschließen. Dies bedeutet, soziale Kontakte zu den einzelnen Mitgliedern der Gruppe aufzubauen und eine von den anderen akzeptierte Position innerhalb des Beziehungsgeflechts der Gruppe einzunehmen. Den Kontrast zur Teamfähigkeit bilden Einzelgänger, die sich vom Team distanzieren und Ausgegrenzte, die vom Team ausgeschlossen werden.

In Stellenanzeigen bedeutet die Erwähnung von Teamfähigkeit meist nur, dass der Bewerber keine Konflikte mit seinen Kollegen verursacht und den Betriebsfrieden nicht stört. Bei Führungskräften wird dann meist von Teamorientierung oder Teamgeist gesprochen, womit die Fähigkeit zur leistungsorientierten Zusammenstellung und Führung von Arbeitsgruppen gemeint ist.

Der gruppendynamische Begriff der Teamfähigkeit wird in unterschiedlichen Definitionen in etwa beschrieben mit dem "Vermögen, sich und sein Können im Sinne einer Gruppenaufgabe optimal einzubringen". Die Teamfähigkeit eines einzelnen oder einer gesamten Gruppe objektiv zu messen, erscheint zunächst nicht möglich, da hier zu viele Faktoren zusammenspielen. Eine objektive Messgröße für die Teamfähigkeit einer Gruppe ist die Zeit, die diese zur Erledigung einer Aufabe benötigt. Standardisierte Aufgaben wie das sog. "Turmbauspiel" oder der "schwebende Stab" können in Trainings tatsächlich zur Beurteilung der Teamfähigkeit beitragen. Da reale Aufgaben aber nicht mehrfach reproduzierbar sind, taugt diese Messmethode für reale Teams nicht.

In Bewerbungssituationen wird häufig die Methode des "Assessment Center" eingesetzt, um nicht nur die fachlichen, sondern auch die sozialen Fähigkeiten der Bewerber einzuschätzen.

In der realen Arbeitssituation hat jedes Teammitglied einen grundlegenden Widerspruch zu lösen. Einerseits kann die Aufgabe nur gemeinsam gelöst werden, andererseits ist eine persönliche Karriere ausschließlich durch die individuelle Profilierung möglich. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass ein Team als Gruppe auf eine Führungsposition berufen wird, diese kann immer nur ein einzelner einnehmen.

Einer der Lösungsansätze für diesen Konflikt zwischen persönlicher Karriere und Gruppenerfolg wird mit dem Modewort "Networking" bezeichnet. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sich die Teammitglieder nicht nur bei der Aufgabenerledigung, sondern auch bei der beruflichen Karriere helfen. So kann beispielsweise abgesprochen werden, dass der auf die Führungsposition Berufene den anderen ehemaligen Teammitgliedern bei ihrem Weiterkommen hilft. Bei genauer Betrachtung ist dies sogar das objektivere Verfahren als ein Assessment Center, da sich die Agierenden in der realen Situation bewähren müssen, um etwas zu erreichen.

Unter diesem Gesichtspunkt ist der temporäre Charakter von Teams ein Gewinn sowohl für die Leistungsfähigkeit der Gruppe als auch für die Karrierechancen des einzelnen. Teamfähigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem die Fähigkeit, schnell mit anderen Menschen eine Beziehung aufbauen zu können.

Die Zusammenstellung eines effizient arbeitenden Teams ist eines der schwierigsten Aufgaben im Projektmanagement. Zu seiner Lösung wird die ganze Bandbreite von unseriösen Methoden wie der Astrologie bis hin zu komplizierten, wissenschaftlichen Ansätzen wie dem Myers-Briggs-Typen-Indikator eingesetzt. Als Faustregel gilt, dass nicht die Methode, sondern die Erfahrung und Intuition des Personalmanagers über den Erfolg einer Teamzusammensetzung entscheidet. Dabei wird sogar die Teamfähigkeit als Kriterium in Frage gestellt, da bei der richtigen Zusammensetzung selbst scheinbar teamunfähige Einzelgänger eingebunden werden können.

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