Weniger "müssen" müssen – mehr "wollen" dürfen!

Der New Work Style von Continental

Stellen Sie sich vor, Ihr Projekt ist in der entscheidenden Phase, kurz vor dem weltweiten Roll-Out einer neuen Software – und alle wissen Bescheid, sind neugierig, voll motiviert und am Ende des Projekts sind 71% (sehr) zufrieden. Das ist kein naiver Traum, sondern immer öfter Realität bei Continental, einem Technologieunternehmen mit weltweit 244.000 Mitarbeitern.

Weniger "müssen" müssen – mehr "wollen" dürfen!

Der New Work Style von Continental

Stellen Sie sich vor, Ihr Projekt ist in der entscheidenden Phase, kurz vor dem weltweiten Roll-Out einer neuen Software – und alle wissen Bescheid, sind neugierig, voll motiviert und am Ende des Projekts sind 71% (sehr) zufrieden. Das ist kein naiver Traum, sondern immer öfter Realität bei Continental, einem Technologieunternehmen mit weltweit 244.000 Mitarbeitern.

Wir nennen es "New Work Style"

Was wäre, wenn wir die uns zur Verfügung stehenden neuen Werkzeuge des digitalen Zeitalters wirklich nutzen? Was wäre, wenn wir die Unternehmenswerte (Sie haben sicher auch welche) absolut ernst nehmen und in jeder unserer Handlungen sichtbar werden lassen?

Was wäre, wenn wir Taylor und seine Management-Theorien für einen Augenblick vergessen und Menschen einfach nur respektvoll, auf Augenhöhe und mit einer positiven Erwartungshaltung einbinden?

Was, wenn wir selbst – in einer Zeit, die sehr dynamisch, angeblich immer weniger planbar, komplex und divers ist – die Rahmenbedingungen in Frage stellen, neue Wege probieren und das gemeinsam machen? Wie fühlt es sich an, wenn wir wirklich – wirklich zusammenarbeiten?

Von der (scheinbaren) Stabilität zur Dynamik

Cloud-basierte Softwarelösungen verändern kontinuierlich Funktionen, Umfang und Rahmenbedingungen. Viele Projekte und Initiativen laufen parallel und beeinflussen sich gegenseitig. Die Diversität unserer Zielgruppen wollen wir respektieren, "One Size Fits All" ist da keine gute Lösung – wir wollen Optionen bieten.

Dieser Dynamik wegen haben wir alles auf den "digitalen Prüfstand" gestellt. Wir wollten VUCA rocken!

Projektkommunikation neu gemacht – von Push zu Pull

Sehr oft erleben wir Projektkommunikation als "Auslieferung" von Informationspaketen. Die Frage nach der "Wirkung" lässt oft ernüchtern. Wir haben uns gefragt, was will Projektkommunikation eigentlich bewirken? Unsere Antwort: neue Verhaltensweisen.

Viele Unternehmen installieren heute schon Enterprise Social Media (unternehmensinterne soziale Netzwerke), scheuen aber noch dessen produktive Nutzung. Diese technische Basis für echte Beteiligung, Austausch, Wertschätzung, Transparenz und Veränderungsbegleitung macht einen großen Unterschied, wenn sie sinnvoll eingesetzt wird. ESN ermöglicht dezentrale, aber vernetzte Kommunikation und Veränderungsbegleitung sowie organisationales Lernen. Auch virtuelle Netzwerke sind nur mit ESN möglich.

Seit 2012 laufen meine Projekte und Initiativen ausschließlich in ESN (Blogs, Wikis, Foren, Communities) mit inzwischen teils über 22.000 Mitgliedern in Communities und im aktuellen Projekt über zwei Millionen Besuchen und unzähligen Interaktionen.

Wer mit im Boot sitzt und das Ziel kennt, rudert meistens mit

In Projekten lernt das Kernteam sehr viel im Projektverlauf. Zum Roll-Out stehen aber alle anderen noch am Anfang und stellen Fragen, die das Projekt-Team eventuell längst vergessen hat.

Wir beteiligen die neugierigen Mitarbeiter und Führungskräfte von der ersten Idee an, klären Sinn und Ziele gemeinsam, bekommen sehr schnell Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge, die wir sofort wieder umsetzen können. Diese Transparenz verringert Unsicherheit bei unseren Zielgruppen, hebt die Qualität der Ergebnisse und es fördert das Engagement.

Im Piloten oder Roll-Out gibt es kaum Überraschungen und der oft gefürchtete und erlebte Widerstand bleibt aus. Die kontinuierliche, transparente Projektbegleitung mit Blogs und Tagging erlaubt zudem jederzeit "Lessons Learned" – parallel und ohne extra Aufwand – und nicht erst als Pflichtaufgabe am Ende.

Arbeiten mit Netzwerken und "neues Lernen"

Wenn wir die Vielfalt unserer Zielgruppe respektieren, können wir sie doch auch gleich nutzen, um komplexe Aufgaben gemeinsam zu lösen!

Projekte bedeuten Veränderung und dass wiederum erfordert Lernen. Wir haben unsere Kollegen gefragt, wie sie lernen möchten – oder es aktuell machen – und sind mit mehr als einem Dutzend Antworten zurückgekommen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von "gib mir YouTube frei" über "ich will eine Schulung", "brauche nur Antworten auf Fragen" bis hin zu "schick mir jemanden, der es mir an meinem Rechner zeigt" war alles dabei – und wir haben alles umgesetzt!

Geht nicht? Richtig. In einer analogen, hierarchischen Welt geht das nicht. Bei serieller Umsetzung mit den üblichen Ressourcen würde das jeden Rahmen sprengen. Deshalb haben wir diverse Netzwerke aufgebaut, die knapp 20 Lernmethoden mit uns entwickelt, aufgebaut und umgesetzt haben. Von Webinaren über einen AI-Social Bot bis hin zu "Effizienzworkflows" und Toolfindern wurden die meisten Wünsche erfüllt.

1.400 GUIDEs (Change Agents) machen heute persönliches Coaching vor Ort und in der jeweiligen Landessprache. Sie begleiten unsere Kollegen im Wandel. 350 cross-funktionale Local Evergreen Teams sorgen für perfekte Passung, Effizienz und kulturbewusste Umsetzung in den Standorten. 150 Knowledge Broker (eine neue Rolle) sind für "responsive Learning" zuständig – sie betreiben ein globales Forum für Mitarbeiterfragen, ein Wiki (genannt CoachNet, als Sammlung für Wissen und relevante Kontakte) und unterstützten mit ihren externen Recherchen (auf LinkedIn, YouTube, Twitter…) unsere Kollegen in der IT. Diese verknüpfte Netzwerk-Organisation ist projektübergreifend verfügbar und basiert zum größten Teil aus über 4.000 Freiwilligen, die mit uns die Zukunft gestalten.

Das Wichtigste ist die Haltung

Wie wäre es noch mit einer "General-Freigabe" durch den Betriebsrat? Wertebasierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglicht das. Wir haben gemeinsam mit unseren Mitarbeitervertretern eine kontinuierliche Lernreise gemacht – mit wenig PowerPoint und viel echten Einblicken, Offenheit in unseren Möglichkeiten und Ehrlichkeit bei den Herausforderungen.

Daraus entstand Vertrauen und ein gutes Verständnis über eine gesunde Kommunikations- und Zusammenarbeitskultur, die wir für erstrebenswert halten. Wir nennen das Ergebnis heute Manifest oder Vertrauensvereinbarung.

Während in der Vergangenheit immer mehr Regeln, Vorschriften und Verbote entstanden, ermöglicht eine Vertrauenskultur die Einschränkungen radikal zu reduzieren und bietet maximale Handlungsfreiheit, die für Experimentieren im digitalen "Neuland" essentiell ist.

Neugierig geworden?

Ich freue mich auf meine Keynote und die anschließenden Diskussionen. Wer möchte, kann sich gerne schon vorab unter www.harald-schirmer.de bzw. meinen Social Media Profilen informieren. Es gibt dort Videos, Podcasts, viele Artikel und Präsentationen zu den vergangenen Projekten. Wir sehen uns am 15. Mai auf der PM Welt in München!

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