24
Feb 2016
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Gelassen und souverän in Spannungsfeldern?

"Schnell wirst du den Bogen brechen,
wenn du ihn immer gespannt hältst."

Phaedrus (ca. 15 v.Chr. - ca. 50 n.Chr.),
römischer Fabeldichter

Man kann zwar vieles über Projekte sagen, aber ganz sicher nicht, dass sie langweilig wären. Spannung gehört zu Projekten wie Salz zur Suppe. Zu viel davon ist freilich auch nicht gut. Und so wie es die Kunst eines guten Koches ist, die richtige Dosierung der Gewürze zu finden, so ist es die Aufgabe des Projektleiters oder der Projektleiterin, die Spannungsfelder der Projektarbeit richtig auszubalancieren.

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Sicher haben Sie sich auch schon in so manchem Dilemma wiedergefunden. Ist es z.B. wichtiger, einen dokumentierten Prozess genau einzuhalten oder der Kreativität des Teams Spielraum zu geben?

Gero Lomnitz benennt in seinem Beitrag "Spannungsfelder der Projektführung gekonnt ausbalancieren" insgesamt fünf Gegensätze, in denen sich die Projektleitung zurechtfinden muss:

• Nähe – Distanz
• Ziele des Projekts – Interessen des Individuums
• Hilfe – Selbstverantwortung
• Regeln – Spielräume
• Veränderung – Bewahren

Die für mich wichtigste Erkenntnis dabei war, dass keiner dieser Pole per se positiv oder negativ ist, sondern dass professionelle Projektleitung bedeutet, sich in all diesen Spannungsfeldern souverän zu bewegen. Bei den weiteren Ausführungen ist mir ein Wort besonders aufgefallen: Gelassenheit.

Gelassen und souverän in den Spannungsfeldern eines Projekts? Dies scheint auf den ersten Blick unmöglich zu sein. Aber genau dies zeichnet gute Führung letztlich aus. Mich hat der Beitrag von Gero Lomnitz ermutigt, diesem Thema wieder mehr Achtsamkeit zu widmen.

Sich in Spannungsfeldern zu bewegen erfordert auch Stärke. Deshalb haben wir Gero Lomnitz auch auf die PM Welt 2016 zum Thema "Stark im Projekt" eingeladen. In seinem Vortrag: "Druck aus dem Team nehmen – Teamresilienz entwickeln" steht das Spannungsfeld "Anforderungen erfüllen" versus "sich bei Überforderungen klar abgrenzen" im Mittelpunkt. Ich bin schon ganz gespannt!

Viel Vergnügen beim Lesen und Ausbalancieren wünschen Ihnen

Petra Berleb und das Team des Projekt Magazins

Lesen Sie auch in unserer Ausgabe 4/2015 vom 24. Februar 2016:

Spannungsfelder der Projektführung gekonnt ausbalancieren

Wie Sie als Projektleiter situativ richtig argumentieren

5 gute Gründe für einen Projektstart-Workshop

Tipp: Wie Projektmanager zu Verkäufern werden

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