03
Nov 2017
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Interview mit Richard David Precht: Die digitale Revolution und ihre Folgen

Die Revolution unserer Gesellschaft durch den rasanten digitalen Fortschritt steht erst in ihren Anfängen. Sie wird unser Leben und unsere Arbeitswelt radikal verändern. Galt seit der Antike der Mensch als das Maß aller Dinge, so sind heute und in Zukunft Computer das Maß aller Menschen. In der Arbeitswelt werden in Zukunft wenige Menschen Computern sagen, was diese zu tun haben, aber immer mehr Menschen das tun, was Computer ihnen sagen.

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Was bedeutet das für unsere Wirtschaft, unseren Arbeitsmarkt und den sozialen Kitt in unserer Gesellschaft? Wie gehen wir mit den digitalen Supermächten wie Google, Amazon oder Facebook um, denen durch das Verfügen über "Big Data" eine Machtfülle zuwächst, die alles übertrifft, was es je an Machtkonzentration in der Geschichte der Menschheit gegeben hat? Können wir sie durch Gesetze zivilisieren oder müssen wir neue und andere Wege suchen? Und nicht zuletzt: Wie bereiten wir unsere Kinder auf diese neue radikal veränderte Welt vor?

Auf diese Fragestellungen geht der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht in seiner Keynote "Ein Blick in die Zukunft: Die digitale Revolution und ihre Folgen" auf der PM Welt 2018 ein. Im Vorfeld unserer Veranstaltung konnten wir Herrn Precht kurz zu seinen wichtigsten Thesen befragen.

Richard David PrechtRichard David Precht ist Philosoph, Publizist und Autor sowie einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.

Seine Bücher wie "Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?", "Liebe - ein unordentliches Gefühl" und "Die Kunst, kein Egoist zu sein" sind internationale Bestseller und wurden in insgesamt mehr als 40 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen "Erkenne die Welt" und "Tiere denken". Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung "Precht" im ZDF.

Projekt Magazin: Herr Precht, Sie sind gleichzeitig Bestsellerautor und gefragter Speaker. Kurz und knapp: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Veränderungen durch die digitale Transformation, sowohl bezogen auf die Arbeitswelt, als auch unseren Alltag?

Richard David Precht: Wir werden uns in den nächsten Jahrzehnten allmählich von der bürgerlichen Arbeits- und Leistungsgesellschaft wegentwickeln in eine andere Gesellschaft, in der sehr viele Menschen nicht mehr für Geld arbeiten werden. Computer und Roboter übernehmen sehr viele Tätigkeiten, die bislang von Menschen ausgeübt werden und agieren selbständig miteinander. Das ist eine große Herausforderung.

Wir sollten uns fragen: "Wie wollen wir leben?"

Projekt Magazin: Was können wir und unsere Kinder tun, um uns jetzt schon auf diese Herausforderung vorzubereiten?

Richard David Precht: Wir alle müssen lernen, mit der neuen Situation angemessen umzugehen. Dazu gehört als erstes, sich zu vergegenwärtigen, was auf uns zukommt. Als zweites müssen wir schauen, wie wir in gesellschaftlich wichtigen Bereichen die Weichen stellen. Wir brauchen eine große gesellschaftliche Diskussion nicht nur bei der Frage "Wie werden wir leben?", sondern auch "Wie wollen wir leben?" Diese Frage wird überraschenderweise bislang kaum gestellt. Wir erwarten die Digitalisierung wie den Regen... 

Projekt Magazin: Sie sprechen im Zuge der Digitalisierung von einer Revolution. Was sind die wichtigsten Programme und Projekte, die die Politik in den nächsten Jahren angehen sollte, damit möglichst viele Menschen von der digitalen Revolution profitieren?

Richard David Precht: Wir müssen ein Grundeinkommen einführen, für all die Menschen, für die es schlichtweg keine Arbeit mehr gibt oder die zeitweilig nicht für Geld arbeiten. Wir müssen unser Steuersystem ändern und nicht weiterhin Arbeit besteuern, weil in Zukunft zu wenige Menschen für Geld arbeiten werden. Statt Geldverdienen sollten wir Geldausgeben besteuern. Wir sollten uns überlegen, wie wir unseren Mittelstand und unsere Steuerzahler gegen parasitäre Geschäftsmodelle aus dem Silicon Valley schützen. Um nur einiges Wichtige zu nennen.

Projekt Magazin: Wie können Unternehmen die Politik dabei unterstützen, dass der soziale Kitt hält? 

Richard David Precht: Um die Politik dazu zu bringen, schnell und rechtzeitig zu reagieren, bedarf es einer großen gesellschaftlichen Bewegung und natürlich auch der Macht der Unternehmen. Die digitale Revolution verlangt breite Bündnisse und Solidaritäten und kein isoliertes Durchwursteln. Man muss verstehen lernen, dass es nicht einfach um die Zukunft von Unternehmen A oder B geht, sondern um die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft.

Projekt Magazin: Herr Precht, vielen Dank für das Gespräch! Wir freuen uns schon auf Ihre Keynote auf der PM Welt 2018.

+++ Achtung, das Gewinnspiel ist beendet. Vielen Dank für Ihre Teilnahme! +++

Freiticket gewinnen & Richard David Precht auf der PM Welt live erleben!

Und jetzt sind Sie an der Reihe: Stellen Sie Richard David Precht eine Frage rund ums Thema Digitale Revolution und gewinnen Sie mit etwas Glück eines von 2 Freitickets für die PM Welt 2018! Ausgewählte Fragen beantwortet der Philosoph und Bestsellerautor live auf der PM Welt.

Was Sie dafür tun müssen? Posten Sie einfach Ihre Frage unter diesen Blogeintrag oder schicken Sie uns Ihre Frage per Email an: verlosung@pmwelt.com

Unter allen gestellten Fragen verlosen wir eines von insgesamt zwei Freitickets für die PM Welt 2018 am 13.03.18 in München. Jeder Teilnehmer kann nur eine Frage einsenden, die am Gewinnspiel teilnimmt.

Einsendeschluss ist Montag, 20.11.17 12 Uhr. Die Gewinner werden innerhalb einer Woche nach Gewinnspielende schriftlich benachrichtigt und in einem späteren Newsletter bekannt gegeben. Wir verwenden die Angaben zur Person der/s Teilnehmerin/s sowie ihre/seine sonstigen personenbezogenen Daten ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspiels.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Freitickets ist nicht möglich. Falls Sie bereits ein Ticket für die PM Welt 2018 erworben haben, werden wir im Falle eines Gewinns den Kaufpreis zurückerstatten.

Wir wünschen Ihnen viel Glück!

Bisher gibt es 36 Kommentare
Die digitale Revolution ist ja keine reine Prozess- oder Technikveranstaltung. Die Kultur ist in Politik und in Unternehmen genauso wichtig. Wie können wir den kulturellen Reifegrad von Akteuren oder Unternehmen sichtbar oder meßbar machen? Welche Kultur KPI's müssen in die unternehmerischen Gesamtstrategien einfliessen?
vor 2 Wochen 3 Tagen Arno Karrasch
Ich stimme Ihre Wahrnehmung und Einschätzung, dass wir uns einer "Revolution durch Digitalisierung" gegenübersehen absolut zu.
Mich würde daher interessieren wie Sie "unsere ganze Gesellschaft" in diesem Zusammenhang definieren (DE, DACH, EU, Welt) und im Falle von "Welt" die unterschiedlichen Niveaus und deren Auswirkungen einschätzen. Ergänzend dazu würde mich Ihre Meinung zum wirtschaftlichen "Universal-Paradigma" des ewigen Wachstums interessieren?
vor 2 Wochen 3 Tagen Klemens Gratzel
Wie können "menschliche Werte 4.0" Ihrer Meinung nach definiert werden?
vor 2 Wochen 3 Tagen S. Dommer
Wie sind Ihrer Meinung nach "menschliche Werte 4.0" zu definieren?
vor 2 Wochen 3 Tagen S. Dommer
In großen, international agierenden Unternehmen wird die Erkenntnis der Transformation des Geschäftsmodell sicherlich schnell erlangt werden. Dort wird es sicherlich unproblematisch sein, entsprechende Prozess- und Strategieänderungen zu initiieren, um sich der Digitalen Transformation zu stellen.
Wie aber sieht es bei den kleinen und mittleren Unternehmen aus? Wie können wir als Gesellschaft diese heterogene Gruppe mitnehmen, so dass diese Stützen lokaler Strukturen sicher in der Zukunft ankommen?
vor 2 Wochen 3 Tagen Marcus Gäßner
Sehr geehrter Herr Richard David Precht,
mein Kommentar und meine Fragen beziehen sich auf die Frage: Wie bereiten wir unsere Kinder auf diese neue radikal veränderte Welt vor?
Also meiner Meinung nach werden die Kinder von morgen genauso viel Liebe und Geborgenheit wie heute brauchen, um bestens auf die sich radikal veränderten Welt zurechtzufinden. Darüber hinaus sollen die Erwachsenen von morgen unbedingt den gesunden Menschenverstand beibehalten, um die richtige Einstellung zur Digitalisierung zu behalten und sich nicht überrumpeln zu lassen. Die Ethik wird einen noch wichtigeren Stellenwert bekommen. Nach dem Motto "nicht alles was machbar ist, sollte gemacht werden". Daher sollten Regeln und Richtlinien rechtzeitig eingeführt werden, da in der digitalisierten Welt auch leider neue Möglichkeiten des Missbrauchs entstehen werden. Welche Gefahren sehen Sie in diesem Bereich auf unsere Kinder zukommen? Welche proaktiven Schritte sollten wir bereits jetzt setzen? Ich freue mich, wenn ich ein Freiticket gewinne! Mit besten Grüßen aus Wien!
vor 2 Wochen 2 Tagen Elisabeth Holoubek
Guten Tag,
wenn wir das Grundeinkommen haben und viele Job digitalisiert wurden. Was passiert mit den Handwerksberufen? Da wird es noch lange dauern bis mir ein Roboter neue Lampen montiert. Wie können wir uns hier aufstellen?
Viele Grüße.
vor 2 Wochen 2 Tagen Stefan Brutscher
Das Projektmagazin hat gefragt: Projekt Magazin: Was können wir und unsere Kinder tun, um uns jetzt schon auf diese Herausforderung vorzubereiten? Die Gesellschaft wird aber aufgrund der demographischen Entwicklung immer ein höheres Alter haben. Wird da der rasante digitale Fortschritt nicht viele Verlierer produzieren - bei den älteren Personen - nur eine Minderheit wird eines Tages noch mit der Digitalisierung mithalten können - zum Teil ist es heute schon so. Was kann dagegen getan werden?
vor 2 Wochen 2 Tagen René Wanner
Guten Tag Herr Precht,
mich würde interessieren, welche Ideen sie bzgl. neuer Arbeitsmodelle in der Zukunft haben? Welche Formen können neben Freelancern und Angestellten entstehen?
Vielen Dank.
vor 2 Wochen 2 Tagen Andreas Ulrich
Ich meine, mit der fortschreitenden Digitalisierung, die unnötigerweise oft negativ dargestellt wird, wird es noch wichtiger, in die (Aus-)Bildung jedes Einzelnen zu investieren. Zunächst ist hierfür jede/r selber verantwortlich und dann ist es noch schön, wenn Arbeitgeber dazu etwas beitragen.
Frage: Das Grundeinkommen ist ein grundlegender Wandel, der nicht sofort eintreten wird. Welche Empfehlungen geben Sie engagierten Führungspersonen, die ihre Mitarbeitenden, die tendenziell nicht mehr arbeitsmarktfähig sind, mit, wie man diese Mitarbeitenden ein Stück weit darauf vorbereiten kann, dass sie in digitaleren Zeiten ohne Weiterbildung immer schlechtere Karten auf dem Arbeitsmarkt haben werden? Es geht uns aktuell zu gut, als dass diese Schicht Mitarbeitende die Veränderung, die auf sie zukommt, wirklich erkennt oder ernst nimmt! Als Führungsperson blitzt man da mit gutgemeinten Angeboten oft ab.
vor 2 Wochen 2 Tagen Erika Bachmann
Werden die Änderungen den Menschen Chancen bringen, glücklicher, achtsamer, zufriedener zu sein?
vor 2 Wochen 2 Tagen Sylvia
Heute gibt es zur Überprüfung des Handelns im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Raum die Möglichkeit, Gerichte anzurufen, die prüfen, ob rechtskonform agiert wurde. Was muss gegeben sein, damit bei digitalisierten Prozessen und Entscheidungen eine ähnliche Überprüfungsmöglichkeit besteht und die Handlungen der Akteure nachvollziehbar und beurteilbar werden?
vor 2 Wochen 2 Tagen Peter Ovenhausen
Hallo,
wir leben in Deutschland in einer sehr reglementierten Gesellschaft, mit Regeln die für eine digitale Gesellschaft nicht mehr optimal sind.
Wie finden die Entscheider der Mut, alte Regeln abzuschaffen um Raum für Neues zu lassen? Auch wenn noch nicht Alles klar ist und ein Risiko bleibt?
Viele Grüße
vor 2 Wochen 2 Tagen Ludwig Reindl
Guten Morgen Herr Precht,
das sind sehr interessante Ansätze. Aber:
=> Wie und wer soll die Frage beantworten, "Wie wir leben wollen in Zukunft". Die meisten Menschen sind sich ja noch nicht einmal im Klaren darüber, wie viele Informationen über jeden bereits im Netz (Amazon, Facebook, Google)verfügbar sind - wie Gläsern der Mensch geworden ist. Und mal ehrlich: die meisten interessiert es gar nicht, welche Informationen sie hinterlassen, und was BI-Systeme daraus bereits machen können.
Wie solle die jetzige Generation ihre Kinder an dieses Technik heranführen, wenn sie selbst keinen richtigen Umgang pflegen und sich nicht richtig auskennen?
=>Wie wollen sie eine so grundlegende Änderung unseres Steuersystems bzw. des gesellschaftlichen Denkens und Handelns erreichen, wenn die Politik nur in 4-Jahres-Legislaturperioden denkt?
=> Wie soll ein breites Bündnis und Solidarität erreicht werden, wo die meisten Menschen vor allem nur erst einmal an ihr eigenes Wohlergehen und in ihrem eigenen System denken?
vor 2 Wochen 2 Tagen Stefanie Stiller
Unternehmerisches Handeln war in früheren Zeiten auch wesentlich von sozialer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bestimmt. Mit der Einführung des Kapitalismus zentriert sich unternehmerisches Handeln nicht mehr auf die Mitarbeiter sondern auf das Kapital. Vollautomatisierte Produktionslösungen und KI-Konzepte, die predictive die Wünsche der Konsumenten kennen, abstrahieren das Unternehmerische Handeln noch weiter von den Menschen (Manager als Geldvermehrer).
Realsoziale Netzwerke brechen auseinander und werden durch virtuelle Netzwerke abgelöst - Sicherheit und Vertrauen auf sozialer, menschlicher Ebene werden durch Suchtmechanismen und falsche Loylität (Abhängigkeit) ersetzt.
Wann erkennen wir tatsächlich den übergreifenden Sinn unseres Handelns und die Folgen unseres Tuns bezogen auf die limitierten Ressourcen unseres Planeten? Daraus leitet sich die Frage ab, wie wir miteinander umgehen wollen? Was können wir tun, damit nicht die Lauten den Weg bestimmen, sondern die Bedachten? Wie können Rahmenbedingungen im unternehmerischen Umfeld aussehen, die Nachhaltigkeit, soziale Verträglichkeit und Fairness in das Zentrum wirtschaftlichen Handelns rücken?
vor 2 Wochen 2 Tagen Ing. Christian Lenz
Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung auf die Demokratie haben , d.h. wie werden die neuen Generationen "Y" und "Z" hinsichtlich "Gesellschaftsform" reagieren?
vor 2 Wochen 2 Tagen Michael Kalinowski
Guten Tag Herr Precht,
könnte es sein, dass in den nächsten 5-10 Jahren noch Generationen "an der Macht" sind (in Politik, Wirtschaft, Kultur...) die noch in der analogen Welt sozialisiert wurden und daher die Notwendigkeit von einschneidenden Maßnahmen weniger dringend einschätzen, als die jüngeren Generationen?
Wie könnte man einen solchen möglichen "Bremseffekt" von Entscheidungen verhindern?
Viele Grüße
Andreas Popescu
vor 2 Wochen 2 Tagen Andreas Popescu
Wie müssen / können sich Mitarbeiter und Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereiten bezüglich Profile, Weiterbildung, veränderter Arbeitsstrukturen, etc. und inwieweit wird / kann Ethik bei Digitalisierung im Fokus stehen?
vor 2 Wochen 2 Tagen Doris Ballmann
Grüezi Herr Precht
Wenn ich zurückschaue auf die "erste" industrielle Revolution und sie mit den heutigen "Trends" vergleiche, so sind meiner Meinung nach ähnliche Muster in der Haltung der Menschen als auch in den politischen Entwicklungen(Stichwort Populismus und Abschottung) zu erkennen.
Wie können diese Muster, ihrer Meinung nach aufgebrochen werden? Ist ein BGE (Grundeinkommen) eine mögliche Lösung? Zur Info: die Schweiz hat darüber abgestimmt, ein solches BGE einzuführen und es wurde vom Souverän abgelehnt.
Und last but not least: glauben sie, dass uns ähnliche unstabile Zeiten bevorstehen, wie es in den 20er des letztes Jahrhunderts war.
Viele Grüsse aus der Schweiz.
vor 2 Wochen 2 Tagen Roberto Wittlin
Wie bringen wir, die besorgten und umsichtigen Menschen, die mächtigen und von der digitalen Revolution profitierenden Unternehmen dazu, die Politik im Fördern von breiten Bündnisse und Solidaritäten zu unterstützen?
vor 2 Wochen 2 Tagen Matthias Krebs
Guten Tag Herr Precht,
ich fokussiere mich mal auf den Punkt des Grundeinkommens - auch wenn es sich hierbei eher um ein Randaspekt zu dem Thema digitale Revolution handelt.
Gerne würde ich mich intensiver für dieses einsetzen und Werbung machen - scheitere aber in Diskussionen (gestern Abend) an dem Punkt, dass auf die (anderen ;)) Menschen verwiesen wird, die nur schauen wie Sie am geschicktesten ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen und das Maximum aus Systemen rausquetschen oder sich auf den 'Anderen' ausruhen. (ob es Sozialleistungen sind, Hundekot wegmachen, Freibier,...)und das System deshalb nicht funktionieren kann. (arg vereinfacht formuliert, 'man' versucht natürlich zu relativieren-aber am ende ist es doch so gemeint, denke ich)
Meine Argumentation, dass wir ja jede/r! selbst einiges davon in uns haben (siehe Steuerbescheid o.ä.) 'es von den ganz Bösen' jetzt gar nicht soo viele gibt und wir 'die' schon mittragen können scheint mir selbst nicht mit guten Beispielen aus anderen Bereichen belegbar.
Mir fällt auf, dass sie nicht 'bedingungsloses' Grundeinkommen geschrieben haben, sollte da die Lösung liegen-oder ist das kontraproduktiv? Habe Sie Ideen oder Beispiele zu weiteren Informationsquellen, wie, wo, in welchem Ausmaß usw. ein solches System realisierbar wäre und wie die Gewichtung der gesellschaftlichen/sozialen Moral in diesem Kontext zu bewerten sind.
Spannendes Forum hier - so oder so.
Herzliche Grüße
vor 2 Wochen 2 Tagen Caludia Friedrichs
Was kommt nach dem digitalen Zeitalter?
vor 2 Wochen 2 Tagen Andreas Friedrich
Zitat: "Wir müssen ein Grundeinkommen einführen, für all die Menschen, für die es schlichtweg keine Arbeit mehr gibt oder die zeitweilig nicht für Geld arbeiten."
Dass es in greifbarer Zukunft deutlich weniger Arbeit geben könnte ist für mich überraschend. Vor allem, da ich seit Jahren nur von Fachkräftemangenl und geburtenschwachen Jahrgängen höre. Woher kommt der große Unterschied in der Prognose zur Beschäftigungsentwicklung?
vor 2 Wochen 2 Tagen J Fraas
Aus meiner Sicht wird es keine digitale Revolution geben; denn: der Mensch ist analog und wird sich nur begrenzt seinen Alltag diktieren lassen.
Daher sehe dem Thema digitale Revolution sehr gelassen entgegen, da bereits jetzt Veränderungen weg vom Kapitalismus der IT Industrie hin zu einer Basis-orientierten IT zu sehen sind. Um dies zu untermauern ein paar Beispiele in der Ich-Form um nicht der Verallgemeinerungsphilosophie zu unterliegen. Nach der Arbeit gehe ich ohne Smartphone aus dem Haus, um eben nicht erreichbar zu sein. Der E-Mail Verkehr ist bereits reglementiert um nach 17:00 Uhr eben keine E-Mails mehr zu erhalten. Ich steige öfter denn je vom Auto auf's Fahrrad um - obwohl das Auto bequemer ist. Menschen wie ich sehen mittlerweile die Nachteile der Digitalisierung überwiegen. Wer Amazon Prime als Musikdienst verwendet wird feststellen, dass er im Urlaub plötzlich keinen Zugriff mehr auf seine geliebte Urlaubsmusik hat, weil er zulange nicht mehr online war - und schon ist der analoge Musikgedanke wieder geboren. Aus der eigenen Musik wird plötzlich eine geliehene Musik, d.h. andere haben die Handhabe darüber ob und wann und vor allem welche Musik ich jetzt hören kann. Jeder dem im Auto mal google maps den Dienst quittiert hat wird zumindest wieder analoge Karten dabeihaben - ganz klar nur für den Notfall. Auch die Fernsehindustrie hat sich sicherlich von der Digitalisierung mehr versprochen, die Zahlen vieler Bezahlsender sprechen Bände. Der Mensch schaut fern oder hört Radio - solange es eben nichts kostet.
Ich sehe es auch so, dass aus einem agilen Projektmanagement wieder mehr ein klassisches Projektmanagement werden wird, da hiermit fristgerechte planbare und somit finanzierbare Ziele erreicht werden können.
vor 2 Wochen 2 Tagen Hans-Jürgen Lutz
Sie sprechen davon, dass es eine große gesellschaftliche Bewegung geben muss. Die Digitalisierung und die Auswirkungen, die Sie ja auch beschreiben, macht den Menschen Angst. Leider beschäftigen sie sich dann nicht gerade mit komplizierten Lösungen, wie einem gesellschaftlichen Umbau, sondern flüchten sich in einfache Lösungen wie Ausländerfeindlichkeit. Wie können wir die Lösungen so kommunizieren, dass wir auch diese Menschen mitnehmen? Sodass wir eine Vorwärts-Bewegung bekommen und keine Rückwärts-Bewegung?
vor 2 Wochen 2 Tagen Karla Hillerich
Braucht es den Menschen irgendwann überhaupt noch?
Es fehlt eigentlich nur noch der konsumierende Roboter.
vor 2 Wochen 1 Tag Georg Fankhauser
Sehr geehrter Herr Precht, wie sehen Sie die zukünftige Rolle des Projektleiters im Rahmen der sich ändernden Berufsbilder? Werden künstliche Intelligenz, Big Data und Analytics auch hier die Zukunft prägen?
Danke für die existentielle Frage - wie wollen wir leben. Wenn die Annahmen zutreffend sind und die Entwicklung nicht linear, sondern exponentiell fortschreitet, wird es höchste Zeit hierfür.
vor 2 Wochen 1 Tag Ingo Schreiber
Ich stimme Ihren Ausführungen voll zu und möchte die gesellschaftliche Frage ergänzend formulieren: Was unterscheidet den Menschen von intelligenten Maschinen und sind das nicht die Werte, an denen sich die Menschheit ausrichten sollte, um auch zukünftig ihr Dasein sinnhaft zu gestalten? Andersrum: Wenn der Mensch keinen Mehrwert (Mitgefühl, Gefühle im Allgemeine, etc.) gegenüber KI bietet und diese lebt, wäre die KI aufgrund der Skalierbarkeit/Geschwindigkeit die nächste Stufe der Evolution und der Mensch nicht obsolet?
vor 2 Wochen 1 Tag Christoph Philippen
Die Digitalisierung in Geschäftsprozessen führt zu mehr Transparenz und Messbarkeit von Leistungen (KPI's), somit werden mehr Schwachstellen aufgedeckt, insbesondere auch im Management. Ich frage mich, wieviel Transparenz verträgt die Gesellschaft und die Unternehmen? Leider gehen viele nicht positiv damit um, so dass die "Politik" um Positioneskämpfe steigt, sind unsere Führungskräfte auf so was vorbereitet bzw. was empfehlen Sie? PS: machen sie weiter so mit ihren "kritischen Darstellungen", ansonsten wacht keiner auf ;-)!
vor 1 Woche 5 Tagen Peter Eckert
"Die Zeit überschlägt sich wie ein Stein vom Berge herunter, und man weiß nicht, wo sie hinkommt und wo man ist." (Johann Wolfgang von Goethe)
Ich stimme Herrn Prechts Thesen und Zukunftsvisionen uneingeschränkt zu. Einiges davon ist heute schon Wirklichkeit. Jede Zukunft muss für Jeden zwangsläufig Probleme bereiten, wenn der Blick nach hinten, wenn Erlebtes und Liebgewonnenes eine Neuorientierung erschwert. Natürlich ist der Ruf nach (geistiger) Flexibilität schnell hörbar und er trifft einen Teil der Anforderungen. Allerdings trifft “Flexibilität“ aus meiner Sicht nicht den wahren Kern der notwendigen Auseinandersetzung.
Mit allen bisherigen ‘Errungenschaften‘, nicht nur i der Technik, ist ein Effekt nicht zu übersehen: Die Gesellschaften individualisieren sich zunehmend. Kollektive Erlebnisse treten zugunsten (?) individueller Freizeitgestaltung in den Hintergrund. Die Liste der diesbezüglichen Beobachtungen ist heute schon unendlich lang – hier nur ein kleines Beispiel:
• die Kommunikation in öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen zeitgleich Reisenden erlahmt, weil alle in einer eigenen digitalen Welt sind und mittels Kopfhörern gar nicht mehr in der Lage ist, ‘die Anderen‘ wenigsten akustisch wahrzunehmen.
Das ist weder gut noch schlecht. Durch die Individualisierung stehen wir am Ende jedoch alle alleine da, vernetzt mit (wirklichen) Freunden, aber in Bezug auf gesellschaftlich normatives Verhalten ganz alleine. Die Frage ist dann, was ist die Norm? Sind Normen überhaupt noch notwendig?
Ich meine Ja - unbedingt. Dazu wird Kommunikation benötigt, der wir alle uns nicht entziehen sollten und dürfen.
vor 1 Woche 5 Tagen Uwe Mateja
Sehr geehrter Hr. Precht,
mich würde interessieren, welche persönlichen Kompetenzen wir und unsere Kinder in Zukunft Ihrer Meinung nach benötigen, insbesondere als Projektteammitglieder und Projektleiter (siehe z.B. PM-Verhaltenskompetenz-Elemente der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM/IPMA)), um die digitale Revolution zu bestreiten. Welche Werte werden in unserer Gesellschaft in Zukunft eine dominante Rolle spielen, vor deren Hintergrund wir unsere Kompetenzen dann einsetzen?
vor 1 Woche 2 Tagen Anne-Kathrin Blahnik
In Zukunft werden es wohl nur noch zwei Arten von Jobs geben: Zum einen Jobs, bei denen KI/Maschinen den Menschen sagen, was sie zu tun haben und zum anderen Jobs, bei denen Menschen Maschinen befehlen, was sie zu tun haben. Dennoch denke ich, wird es auch in Zukunft Arbeit geben, die von Menschen für Menschen gemacht ist. Ich kann mir aktuell noch nicht vorstellen, dass ich in ein Restaurant gehe, wo ein Roboter als Koch arbeitet und ein weiterer mir das Essen serviert. In Handwerksberufen und im Dienstleistungssektor wird es sicher noch Arbeit geben. Aber ich bin auch der Meinung, es wird für bestimmte Personengruppen weniger bis keine Arbeit mehr geben. Und für andere hochspezialisierte bzw. gut ausgegebildete weiterhin viel Arbeit. Wie kann hier eine gerechte Entlohnung aussehen (z.B. mit Hinblick auf das Grundeinkommen)?
Des Weiteren wird der Zugang zu Information und Bedarf nach digitalen Ressourcen wachsen, Daten sind die neue Währung. Wie kann die Gesellschaft und das Individuum wieder Herr seiner/ihrer Daten werden? Können wir es in einer globalen Datengesellschaft überhaupt schaffen globale Richtlinien zu entwickeln (globale Gemeinschaft vs. Interessen einzelner Staaten). Denn nur mit weltweiten Standards können wir den großen Unternehmen begegnen.
Inwieweit können Schwellen- und Dritte Welt-Länder von der Digitalisierung profitieren ohne abgehängt zu werden?
vor 1 Woche 1 Tag Nancy Köstner
Sehr geehrter Herr Precht,
die meisten Menschen denken, dass KI-Systeme den Menschen „physische Arbeit“ durch Roboter abnehmen werden (so das klassische Bild). Jedoch scheint dies immer mehr in Form von „sachbezogener Arbeit“ der Fall zu sein (man denke an Versicherungen).
Meine Frage; Werden in Zukunft KI-Systeme den Projektmanager als „KI-Assistent“ dienen um z.B. Projektpläne zu optimieren oder Muster in Projektabläufen zu erkennen (das was heutzutage klassisch ein Projektassistent leistet).
Ich formuliere meine Frage jetzt mit Absicht provokant; Werden KI-Systeme bald auch Manager ersetzen?
vor 1 Woche 1 Tag Simon Karnas
Meine Frage lautet:
Schüren wir nicht zu viel Unruhe, wenn wir von digitaler Revolution sprechen? Ich empfinde die sogenannte Digitalisierung (ein sehr inflationärer Begriff !) eher als eine evolutionäre Entwicklung, die ja schon seit Jahrzehnten fortschreitet. Meiner Meinung nach sind digitale Technologien gute Werkzeuge, die einem das Leben sehr erleichtern können. Z. B. ist es viel einfacher, einen Text am Computer anstatt auf der Schreibmaschine zu schreiben. Auch die mobile Kommunikation ist ggü. den Münzfernsprechern ein deutlicher Fortschritt. Und dann erstmal die "Navis" im Auto...
Leider hat meiner Ansicht nach diese Technik auch Nachteile. Das Kommunikationstempo hat derart zugenommen, dass es Menschen zunehmend schwerer fällt, Dinge zu reflektieren und intensiver nachzudenken. Dazu brauchte es nicht erst Facebook, Whatsapp, etc. Das fing schon mit den Emails an.
Wie, lieber Herr Precht, können wir menschliche Fähigkeiten und Bedürfnisse mit technischem (digitalen) Fortschritt, so in Einklang bringen, damit wir es sicher als Bereicherung empfinden können?
vor 6 Tagen 23 Stunden Rainer Ortmann
Die Frage "WIE wollen wir leben?" ist berechtigt, aber, und hier kommen wir zu meiner Frage, ergibt sich das WIE nicht aus dem Sinn und Zweck unseres Lebens? Muss also die Frage, die wir uns alle stellen nicht eher lauten: "WOZU wollen wir leben?" Oder um es noch etwas pathetischer zu formulieren: "Was ist der Sinn/das Ziel unserer Existenz hier auf diesem unbedeutenden kleinen blauen Planeten?"
vor 6 Tagen 18 Stunden J. Stille
In welcher Gesellschaft wollen wir in Zukunft leben?
Wie lautet die Utopie unserer Gesellschaft?
Einen Ansatz wie die "Gemeinwohl Ökonomie" wäre für mich eine Alternative, die für D und die EU weiter zu entwickeln wäre.
vor 6 Stunden 7 Minuten Christopher Voth
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