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Daily Scrum

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Daily Scrum

Das Daily Scrum ist ein 15-minütiges Meeting für das Scrum Team. Es findet an jedem Arbeitstag statt, im Normalfall zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Das Treffen dient dem Team dazu, die Tätigkeiten im Zeitraum bis zum nächsten Daily Scrum zu teilen, zu planen und mögliche Hindernisse ("Impediments") im Team zu kommunizieren, um notwendige Aktionen möglichst sofort einzuleiten. Daily Scrum zählt wie Sprint Planning, Sprint Review und Sprint Retrospektive zu den Scrum Events.

Daily Scrum

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Daily Scrum

Das Daily Scrum ist ein 15-minütiges Meeting für das Scrum Team. Es findet an jedem Arbeitstag statt, im Normalfall zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Das Treffen dient dem Team dazu, die Tätigkeiten im Zeitraum bis zum nächsten Daily Scrum zu teilen, zu planen und mögliche Hindernisse ("Impediments") im Team zu kommunizieren, um notwendige Aktionen möglichst sofort einzuleiten. Daily Scrum zählt wie Sprint Planning, Sprint Review und Sprint Retrospektive zu den Scrum Events.

Daily Scrum

Einsatzmöglichkeiten

  • Das Daily Scrum ist ein fester Bestandteil im Scrum Framework
  • Das Daily Scrum eigenet sich auch in anderen Vorgehensmodellen dafür, dass sich die Teammitglieder austauschen und Arbeitspakete miteinander abstimmen.
  • In langen Workshops bietet das Format Daily Scrum die Möglichkeit, einen Zwischenstatus des Gesamtfortschritts festzuhalten und nächste Schritte innerhalb der Workshop-Übungen zu planen.

Vorteile

  • Die teilnehmenden Personen bleiben durch den straffen, 15-minütigem Ablauf konzentriert und schweifen nicht ab.
  • Die Behandlung aktueller Themen ermöglicht eine fokussierte Planung kurzer Zeiträume (i.d.R. 1 Tag).
  • Das einfache Regelwerk des Daily Scrums ermöglicht es einem stabilen Teilnehmerkreis, sich auch ohne Moderation weitgehend selbst zu organisieren.

Grenzen, Risiken, Nachteile

  • Tiefes Eintauchen in eine fachliche Thematik ist aufgrund der kurzen Dauer des Daily Scrums nicht möglich. Daily Scrum dient dazu, den Bedarf eines intensiveren Austauschs zu erkennen. Der vertiefte, fachliche Austausch findet dagegen nach dem Daily Scrum statt. In der Regel sind dabei nur die betroffenen Personen beteiligt.
  • Um die vorgesehene Zeit von 15 Minuten einzuhalten, benötigen alle teilnehmenden Personen eine hohe Disziplin bzgl. Pünktlichkeit und Einhaltung der einfachen Gesprächsregeln.
  • Nachholtermine oder Wiederholungen der Inhalte für Personen, die später erscheinen, sind nicht vorgesehen.
  • Ein Daily Scrum verhindert nicht die Schwierigkeiten räumlicher Trennung oder unterschiedlicher Zeitzonen. Alle Personen müssen zu einem festen Zeitpunkt an diesem Meeting teilnehmen.

Ergebnis

  • Das Team ist über den aktuellen Forschritt bezüglich des Sprint-Zieles informiert.
  • Fachliche Rückfragen wurden im Team geklärt, bzw. die Klärung wurde eingeleitet.
  • Vereinbarte Maßnahmen zur Behebung von Problemen bei der Umsetzung der Sprint-Ziele (“Impediments”) wie z.B. Pair-Programming, Arbeitsgruppen, Trainings- oder Umsetzungs-Dojos, Weiterbildungen, Coaching.

Voraussetzungen

  • Alle teilnehmenden Personen sind in der Lage, ihre letzten und folgenden Tätigkeiten zur Erreichung des Sprint-Zieles mitzuteilen. Ggf. sind hierfür geeignete Tools zur Dokumentation einzusetzen.
  • Alle sind über das aktuelle Sprint-Ziel informiert und fachlich in der Lage, die Relevanz der eigenen aktuellen Tätigkeiten in das Sprint-Ziel einzuordnen. Das unterstützt die Fokussierung auf relevante Themen.
  • Das Team erscheint pünktlich zum Daily Scrum. Das Daily Scrum startet exakt zur vereinbarten Uhrzeit und endet spätestens 15 Minuten danach.
  • Falls erforderlich sind technische oder organisatorische Vorbereitungen (z.B. Platz freiräumen, Boards aktualisieren, Beamer anschalten) vor dem Start des Daily Scrum abzuschließen, so dass der pünktliche Start des Daily-Scrum nicht gefährdet ist.

Qualifizierung

Das Team muss mit den Regeln von Daily Scrum vertraut sein. Vor der ersten Durchführung eines Daily Scrums empfiehlt sich deshalb, das Team vorab kurz in die Methodik einzuführen. Die moderierende Person muss Erfahrungen zum Ablauf eines Daily Scrums und zu Timeboxing haben. Im Normalfall erklärt und moderiert der Scrum Master das Daily Scrum. Auf Wunsch oder bei Bedarf kann auch das Team die Moderation übernehmen.

Benötigte Informationen

  • Zusammengestellte Informationen über den individuellem Fortschritt bezüglich der Erreichung des Sprint-Ziels. Hierzu gehören die zuletzt durchgeführten Tätigkeiten, die geplanten Tätigkeiten und Informationen über Hindernisse.
  • Organisatorische Informationen: Zeit, Ort und Format (online / offline vor Ort), gegebenenfalls Zugangsdaten zu technischen Lösungen.

Benötigte Hilfsmittel

  • ungestörter, ausreichender Platz für das Team
  • optional: Kanban-Board des aktuellen Sprints
  • optional: Moderationsfläche (Whiteboard, Flipchart, Pinnwand) mit geeigneten Stiften

Für die Arbeit mit verteilten Teams in Verbindung mit digitalen Kommunikationslösungen:

  • Arbeitsplatz mit Internetanbindung – inklusive entsprechender Software und Lizenzen
  • Headset bzw. Mikrofon und Lautsprecher zur gegenseitigen Verständigung
  • Optional: Webcam zur Bildübertragung

Durchführung ...

Varianten ...

Herkunft

Das Daily Scrum wurde erstmalig im Scrum Guide beschrieben. Scrum wurde in den frühen 1990er Jahren durch Ken Sutherland und Ken Schwaber erdacht (veröffentlicht unter dem Namen: "SCRUM Software Development Process"). Die Ausarbeitung der Idee basiert auf der Publikation "New New Product Development Game", in der Hirotaka Takeuchi und Ikujiro Nonaka 1986 die Entwicklung eines gemeinsamen Ziels durch Iterationen beschrieben. Besondere Schwerpunkte waren hierbei Geschwindigkeit und Flexibilität. Die aktuell gültige Version von Scrum ist im sogenannten "Scrum Guide" dokumentiert, der in mehreren Sprachen frei zum Download auf der Website www.scrumguides.org zur Verfügung steht.

Fachartikel zur Methode

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Guest
Vielleicht wäre erwähnenswert, dass es zwei wesentliche Alternativen gibt, wie die Reihenfolge des Redners bestimmt wird: 1. Personen-zentriert (also z. B. einfach reihum) 2. (Sprint-)Themen-zentriert (also gemäß Reihenfolge der abzuarbeitenden Aktivitäten) (1) bietet den Vorteil, dass auch ruhige Teilnehmer über ihren Stand, ihre nächsten Schritte und Hindernisse aktiviert werden. Ein Nachteil ist, dass evtl. thematisch gesprungen wird, je nachdem an welchem Thema der jeweils aktive Teilnehmer arbeitet. (2) bietet den Vorteil, dass weiterhin ergebnis-fokussiert bis zum nächsten Daily geplant wird. Damit bleibt das Team "länger" in einem Thema. Nachteil, ruhige oder introvertierte Teilnehmer können benachteiligt werden bzw. sich auch leichter "entziehen". Hier ist also der Moderator/Facilitator gefragt. Aus eigener Erfahrung als Scrum Master kann ich sagen: (1) ist ein guter Start, um zu gewähleisten, dass sich alle beteiligen und die Disziplin erlernen kurz und prägnant zu formulieren. (2) unterstützt wesentlich besser den Fokus zu halten und liefert auch aus Sicht (zumindest meiner) Teams die bessere Effektivität. Es erfordert allerdings eine höhere Disziplin bei den Beteiligten und häufig eine gute Moderation, da sich Leute leichter in Diskussionen des jeweils aktuellen Themas verlieren können. Inwieweit (2) auch gut in anderen Umgebungen als Scrum mit seinen themenbegrenzenden Sprints funktioniert, weiß ich nicht. Denn wenn 8 Leute an 8 unterschiedlichen Themen arbeiten unterscheidet sich (2) nicht mehr von (1) ...
Dieter
Bertsch
…und noch ein paar Ergänzungen/Anmerkungen:
&nbsp
Lehrbuch: - Product Owner (PO) & ScrumMaster (SM) müssen nicht teilnehmen; SM muss dafür sorgen, dass es stattfindet - Öffentliches Meeting, an dem jeder teilnehmen darf; jedoch nur Mitglieder des Development Teams dürfen etwas sagen
&nbsp
Praxis: - PO & SM sollten teilnehmen und auch einen Redebeitrag über ihren Anteil zur Erreichung des Sprint Ziel haben - Letzte Statement der drei zu beantwortenden Fragen vorziehen: Erst sagen, welche Hindernisse da sind bevor man mitteilt, was man als nächstes tuen will - Große Gefahr bei der Aktualisierung des Sprint-Backlog bei der Verwendung digitaler Medien: Hier geht oft der Fokus für die Inhalte durch die Beschäftigung mit dem Tool verloren. Tipp: Wenn immer möglich, ein physische Task Board verwenden! - Apropos Task Board: Im Artikel wird mehrfach die Verwendung eines Kanban Boards erwähnt. Kanban ist eine Lean Management-Methode zur Optimierung von Prozessen. Kanban zeichnet sich durch die Limitierung der gleichzeitig in Bearbeitung befindlicher Backlog-Items aus (Work in Progress – WiP). Diese werden als Zahlen (WiP-Limits) über den Spalten des Kanban Boards vermerkt. Scrum fokussiert hingegen auf die Produkterstellung und limitiert die Menge der Arbeit durch Timeboxen (Sprints). Scrum kennt keine WiP-Limits und verwendet deshalb auch nur ein Task Board zur Visualisierung – kein Kanban Board!
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