Checkliste für Multimedia-Produktionsverträge

Viele Multimedia-Projekte geraten in die Krise oder scheitern sogar, weil die Vertragspartner vor Abschluss des Produktionsvertrags die wirklich wichtigen Fragen entweder überhaupt nicht besprochen oder nicht explizit im schriftlichen Produktionsvertrag geregelt haben. Die ausführliche Checkliste von Rechtsanwalt Hohenegg klärt die Frage, was Sie mit Ihrem Auftraggeber immer explizit vereinbaren sollten. Sie deckt einen großen Teil der bedeutsamsten Verhandlungspunkte vor Abschluss eines Multimedia-Produktionsvertrags ab.

Viele Multimedia-Projekte geraten in die Krise oder scheitern sogar, weil die Vertragspartner vor Abschluss des Produktionsvertrags die wirklich wichtigen Fragen entweder überhaupt nicht besprochen oder nicht explizit im schriftlichen Produktionsvertrag geregelt haben. Häufige Folge ist, dass die Vertragspartner erst während der Projektausführung merken, dass sie zu Beginn völlig aneinander vorbeigeredet haben. Soll das Projekt nicht scheitern, bedarf es einer erheblichen Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Diese ist im heutigen Geschäftsverkehr oftmals nicht oder nur in geringem Umfang vorhanden.

Auch wenn es viel Zeit kostet, gemeinsam mit dem Kunden bereits vor Abschluss eines Produktionsvertrags die zentral wichtigen Punkte des Projekts festzulegen, ist dieser Zeitaufwand letztlich zu vernachlässigen, wenn man sich vor Augen führt, welche Risiken insbesondere für die Agentur aus einem unklaren und grob lückenhaften Produktionsvertrag resultieren.

Was sollten Sie mit Ihrem Auftraggeber immer explizit vereinbaren?

Die nachfolgend aufgeführten Punkte sollen Ihnen als Checkliste dienen, über welche Fragen die Geschäftspartner vor Abschluss eines Multimedia-Produktionsvertrages explizit verhandeln und eine Einigung erzielen sollten. Diese Checkliste ist keineswegs als Patentrezept für alle denkbaren Multimedia-Projekte zu verstehen. Dafür sind Multimedia-Projekte zu unterschiedlich, die hierbei erbrachten Leistungen zu vielfältig. Dennoch deckt die nachfolgende Checkliste einen großen Teil der bedeutsamsten Verhandlungspunkte ab.

Checkliste

Verhandlungspunkte oberster Priorität

1. Zweck des Projekts und die Ziele der Vertragspartner

Diese Punkte sind konkret zu beschreiben, da diese wichtige Anhaltspunkte für die spätere Auslegung des Vertrags im Falle von Unklarheiten bzw. Meinungsverschiedenheiten geben.

2. Beschreibung der von der Agentur zu erbringenden Leistungen im Rahmen von so genannten Arbeitspaketen

Hier sind Art bzw. Inhalt und Umfang der Leistungen, die die Agentur zu erbringen hat, so detailliert wie möglich zu beschreiben. Dabei sollten Arbeitspakete gebildet werden, um das Projekt in jeweils gesondert abzunehmende Projektphasen aufzuteilen (z.B. Informationsgewinnung und sonstige Recherchen, Konzeption, Grob- und Feinkonzept, Pflichtenheft, Screendesign, Storyboard, Programmierung, Netzanbindung). Innerhalb dieser Arbeitspakete sollten die jeweiligen Einzelleistungen so genau und präzise wie möglich festgelegt werden

Sollte sich im Laufe der Erstgespräche herausstellen, dass eine exakte Festlegung des Leistungsinhalts und -umfangs mangels konkreter Vorstellungen des Kunden nicht möglich ist, sollte ein Vertrag vorgeschaltet werden, der darauf gerichtet ist, erst einmal zusammen mit dem Kunden herauszuarbeiten, was die Agentur tatsächlich leisten soll. Endergebnis dieser Arbeiten sollte ein Pflichtenheft

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