Function-Point-Analyse – die Methode und ihre Anwendung

Teil 2: Kennzahlen, Effizienznachweis, Aufwandsschätzung
Die Function-Point-Analyse (FPA) liefert eine objektive Messgröße für den Leistungsumfang einer Software. Im zweiten Teil dieses Artikels beschreiben Dorian Gloski und Eva-Maria Schielein typische Anwendungen von Function Points: Die Ermittlung von Leistungskennzahlen, Benchmarking, Aufwandsschätzung mit COCOMO und Angebotsvergleiche. Vor dem Hintergrund dieser Einsatzgebiete gehen sie auf häufige Kritikpunkte ein und geben Empfehlungen für die praktische Arbeit.

Im ersten Teil dieses Artikels stellten wir die Grundprinzipien der FPA vor und erklärten anhand eines einfachen Beispiels, wie man mit ihrer Hilfe die Größe einer Software misst. Zweck einer solchen Messung ist es, eine objektive und reproduzierbare Referenzgröße für den Leistungsumfang einer Software zu erstellen, die von technischen Faktoren (Programmiersprache, Laufzeitumgebung usw.) unabhängig ist.

Software-Größe als Maßstab für aussagekräftige Kennzahlen

So wie Sie z.B. bei der Wohnungssuche verschiedene Objekte nur vergleichen können, wenn Sie den Mietpreis pro Quadratmeter betrachten, so können Sie die Leistungsfähigkeit von Entwicklungsabteilungen, Angebote verschiedener Dienstleister oder unterschiedliche Lösungsansätze für ein Software-Projekt erst dann standardisiert miteinander vergleichen, wenn Sie die entsprechenden Projektdaten auf die in Function Points gemessene Software-Größe beziehen.

Angebote für Software-Entwicklungen miteinander vergleichen

Wenn Sie für die Entwicklung einer neuen Software, z.B. für die Programmierung eines unternehmensweiten Data Warehouse, den günstigsten Dienstleister suchen, schicken Sie Ihre Anforderungen an mehrere Software-Entwicklungsfirmen. Die Anbieter erstellen dann Angebote, in denen sie im Wesentlichen jeweils einen Preis und einen Fertigstellungstermin nennen.

Sehr wahrscheinlich werden Sie sich als Auftraggeber für das Angebot mit dem niedrigsten Preis entscheiden, solange der Fertigstellungstermin akzeptabel ist und Sie den Anbieter für seriös und kompetent halten.

Leider stellt es sich häufig heraus, dass die Preise der Anbieter sich deshalb unterscheiden, weil sie den Auftrag unterschiedlich interpretierten. Der billigste Anbieter wird zwar nominell die geforderten Funktionen liefern, diese werden jedoch wahrscheinlich nicht Ihre Vorstellungen von einer funktionierenden Software erfüllen, sodass es beständig Auseinandersetzungen über den zu realisierenden Leistungsumfang geben wird.

Wenn Sie hingegen von den Anbietern fordern, dass sie auf Basis der Anforderungen die Function Points ermitteln und diese in ihren Angeboten mit angeben, dann sind Sie in der Lage, nicht nur den billigsten, sondern auch den tatsächlich günstigsten Anbieter herauszufinden.

Mit Angabe der Function Points treffen die Anbieter nämlich eine klare Aussage über den Leistungsumfang, den sie anbieten. Gibt

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