1. internationale Projektmanagement-Norm

ISO 21500 Guidance on Project Management – für mehr Effizienz in der Zusammenarbeit

Ein neuer globaler PM-Standard wird im Herbst 2012 von der International Standardisation Organisation veröffentlicht: die ISO 21500 Guidance on Project Management. Keine leichte Aufgabe, denn seine Entwicklung ist selbst "ein dynamisches Projekt in einem internationalen Umfeld", so Reinhard Wagner. Der Autor und Projektbeteiligte gibt einen ersten Einblick in die Inhalte und Ziele dieser Norm. Er nennt ihre Anwendungsmöglichkeiten und schildert Wechselwirkungen mit anderen Standards.
1. internationale Projektmanagement-Norm

ISO 21500 Guidance on Project Management – für mehr Effizienz in der Zusammenarbeit

Ein neuer globaler PM-Standard wird im Herbst 2012 von der International Standardisation Organisation veröffentlicht: die ISO 21500 Guidance on Project Management. Keine leichte Aufgabe, denn seine Entwicklung ist selbst "ein dynamisches Projekt in einem internationalen Umfeld", so Reinhard Wagner. Der Autor und Projektbeteiligte gibt einen ersten Einblick in die Inhalte und Ziele dieser Norm. Er nennt ihre Anwendungsmöglichkeiten und schildert Wechselwirkungen mit anderen Standards.

Die International Standardisation Organisation (ISO) bringt jedes Jahr mehr als 1.000 neue Standards heraus. Inzwischen gibt es knapp 20.000 ISO-Standards für so unterschiedliche Bereiche wie Gesundheitsvorsorge, Umweltschutz, Nanotechnologie oder Managementsysteme.

Da scheint es nichts Besonderes zu sein, wenn die ISO im Herbst eine weitere internationale Norm mit der Bezeichnung ISO 21500 "Guidance on Project Management" veröffentlicht. Nichtsdestotrotz wartet die PM-Community schon gespannt auf das Erscheinen der Norm. In Online-Foren wird derzeit heftig diskutiert, welche Auswirkungen diese Norm auf die Welt des Projektmanagements haben wird und wie die Norm in der Praxis angewendet werden kann. So gibt es z.B. bei LinkedIn eine sehr aktive Gruppe zur ISO 21500.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über Ausgangssituation, Ziele und Inhalte des neuen globalen PM-Standards, zeigt einige Anwendungsmöglichkeiten für die Praxis auf und beschreibt die Wechselwirkungen mit existierenden bzw. noch zu entwickelnden PM-Standards auf. Er schließt mit einem Blick hinter die Kulissen der Entwicklung einer internationalen Norm – einem dynamischen Projekt in einem interkulturellen Umfeld!

Ausgangssituation

Projekte sind zu einem wichtigen Bestandteil unseres Lebens geworden und prägen die Zusammenarbeit heute in fast allen Lebenslagen, so z.B. in der Wirtschaft, an den (Hoch-)Schulen, im öffentlichen Dienst wie auch im Not-for-Profit-Bereich. In den Unternehmen verbringen die Beschäftigten inzwischen schon fast 50% ihrer Arbeitszeit mit Projekten, Tendenz weiter steigend (Gleich; Wagner; Wald; Schneider; Görner, 2012). Da verwundert es nicht, wenn eine Vielzahl von Standards und Normen für das Management von Projekten existieren.

Standards

Ein Standard kann definiert werden als "eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte, weithin anerkannte und meist auch angewandte … Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen …" (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Standard).

Praktisch jedes Unternehmen hat heute seine eigenen Standards für das Management einzelner Projekte. Diese werden meist nicht komplett neu entwickelt, sondern von anderen Standards abgeleitet, so z.B. vom amerikanischen Standard "A Guide to the Project Management Body of Knowledge" (PMBOK® Guide) (PMI, 2010) oder dem britischen Standard "Managing Successful Projects with PRINCE2" (OGC, 2009).

Normen

Als Norm bezeichnet man ein Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde. Es legt für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse fest. In Deutschland ist das Deutsche Institut für Normung (DIN) als anerkannte Institution für die Veröffentlichung von Normen zuständig.

Die erste DIN-Norm für das Projektmanagement wurde 1970 veröffentlicht. Es handelte sich dabei um die DIN 69900 "Netzplantechnik, Begriffe" (Waschek, 2006). Aktuell ist mit der DIN 69901 eine fünfteilige Normenreihe für das Management einzelner Projekte verfügbar (siehe auch DIN 69900 und DIN 69901. Das ist neu in den deutschen PM-Normen", Projekt Magazin 03/2009), die mit der DIN 69909 um eine Normenreihe für das Management mehrerer Projekte erweitert wird (siehe auch "Steigende Zahl von Projekten erfordert neue Managementansätze. Standards für das Multiprojektmanagement", Projekt Magazin 04/2012).

Auch in anderen Ländern gibt es nationale Normen. Der oben bereits zitierte amerikanische Standard "A Guide to the Project Management Body of Knowledge" (PMBOK® Guide) (PMI, 2010) wird z.B. auch als Norm des American National Standards Institute (ANSI) geführt.

Die International Standardisation Organisation (ISO) hat dagegen in den letzten Jahren nur eine einzige Norm mit Bezug zum Projektmanagement herausgebracht, die ISO 10006:2003 "Quality management systems – Guidelines for quality management in projects". Diese behandelt allerdings nicht das Management von Projekten, sondern zeigt auf, wie die ISO 9000 auf die Projektarbeit in Organisationen angewendet werden kann.

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Volker
Schönichen
Schöne Zusammenfassung mit interessanten Einblicken / Hintergründen zum Normierungsprozess.
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