Fusionen und Unternehmenswachstum:

Konsequenzen für das Projektmanagement

Firmen, die schnell wachsen, stellt dieses Wachstum vor neue Herausforderungen im Projektmanagement, die oft unterschätzt werden. Die Projekte werden zwangsläufig größer, Wachstum will sich rechnen. Größere Projekte führen zu größeren Projektteams mit steigendem Koordinationsbedarf, höheren Projektsummen und mehr Budgetverantwortung, längeren Projektphasen und strengerer Strukturierung. In ihrem Artikel beantwortet Gisela Müller die Frage: Was bedeutet das für die fachlichen Anforderungen an das Projektmanagement?

Von der Größe eines Unternehmens hängt das Aufgabenfeld des Projektmanagements und der Projektleitung ab. Gerade Firmen, die schnell wachsen (durch Fusion, Anteilsverkäufe, Venture Capital) stellt dies vor neue Herausforderungen, die oft unterschätzt werden. Aufgaben müssen neu definiert und Zuständigkeiten anders verteilt, Formalismen eingeführt und Verantwortungen anders vergeben werden. Wer diese Herausforderungen nicht als persönliche, über die rein fachliche Kompetenz hinausgehende Chance begreift, dem wächst der Job schnell über den Kopf.

Wer nicht (mit-)wachsen will fliegt raus

"Natura non facit saltus" - die Natur macht keine Sprünge, schrieb einst der Philosoph Gottfried Leibniz. Doch spätestens seit dem Aufkommen der Quantentheorie muss dieser Satz bezweifelt werden. Spätestens seit dem Siegeszug der New Economy scheinen auch die ökonomischen Phänomene von Wandel, Transformation und Innovation mit Quantensprüngen verbunden und von natürlichem Wachstum keine Rede mehr zu sein. Die Gründe stehen auf der Tagesordnung: Fusionen, Verkäufe von Unternehmensanteilen an finanzstarke Partner, "Firmendoping" durch Venture Capital. Die deutsche Gesetzgebung tut das ihre dazu, Firmen stehen hierzulande unter dem Druck groß und größer zu werden, nicht reinvestierte Erträge schluckt ansonsten das Finanzamt.

Was dabei leider in vielen Fällen auf der Strecke bleibt, ist das eigentliche Kapital eines Unternehmens: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Da schnelles Firmenwachstum immer auch mit veränderten Personalstrukturen verbunden ist, Führungskräfte ausgetauscht und neue Leute eingestellt werden, sind Irritationen und Frustrationen beim "alten" Personal vorprogrammiert.

Zwar stehen Motivationsmaßnahmen mittlerweile in jedem ordentlichen Fusionsleitfaden, doch bleiben diese relativ an der Oberfläche. Inhouse-Newsletter und Incentives können langfristig nicht das entstandene Kommunikationsloch stopfen. Oft wissen Mitarbeiter nicht, wer nun eigentlich für ihre Sorgen zuständig ist oder haben Angst, sich vor Neueinsteigern als verunsichert zu outen. Ohnmachtsgefühle ob der neuen Größe und Unbehagen machen sich breit. Nicht von ungefähr kommt da eine Meldung wie letztens vernehmbar, dass bei Pixelpark nun ein Betriebsrat gegründet wurde. Andere (fusionierte) Unternehmen ziehen nach.

Wachstum auf allen Ebenen

Wie eingangs bereits angedeutet, liegt die Problematik nicht an der Tatsache des Wachstums allein, sondern am Tempo, in dem solche Prozesse heute ablaufen sollen und müssen. Firmenidentitäten werden übergestreift wie zu große T-Shirts, oft bleibt nicht einmal genug Zeit, die neue Identität anzunehmen und auszufüllen, da kommt schon das nächste Outfit mit neuem Logo. Dies nun allein den Firmenchefs und Vorständen anzulasten und als ungelöste Managementaufgabe in die oberen Führungsetagen abzuschieben, kann kein Ausweg aus der Wachstumsmisere sein. Für die mittleren Führungsschichten gilt vielmehr, sich dem eigenen Gefühl der Ohnmacht zu stellen und als integralen Bestandteil des Ganzen zu sehen.

Letztendlich kann dem äußeren

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