Konzepte erstellen? Fragen Sie doch Harvey!

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, dann sollte man jemandem nach dem Weg fragen. Was aber, wenn niemand da ist, den man fragen könnte? Marko Zotschew hat für diese Situation eine ungewöhnliche Empfehlung bereit: Reden Sie doch mit einem imaginären Gesprächspartner! Was im echten Wald kaum klappt, kann im Dschungel der Informationen prima funktionieren. Indem Sie "Harvey", einem imaginären Kollegen, z.B. Ihren ersten Konzeptentwurf erklären, gewinnen Sie selbst Klarheit über den wesentlichen Gedankengang und erkennen schnell Lücken oder Denkfehler. An einem einfachen Beispiel zeigt der Autor auf, wie Harvey Ihnen in komplexen Situationen helfen kann.

Wenn Sie im Rahmen eines Projekts ein Konzept erstellen müssen, z.B. für eine Werbekampagne oder eine Anwenderschulung, können Sie schnell in einer Sackgasse landen. Sie stehen vor einer enormen Fülle an Material, das Sie berücksichtigen sollen; zudem sind die Sachverhalte in der Regel dermaßen komplex, dass es Ihnen schwerfällt, den Durchblick zu bewahren.

Wie lassen sich nun unter diesen Voraussetzungen die relevanten von den unwichtigen Informationen unterscheiden? Wie können Sie selbst unter Zeitdruck ein Konzept erstellen, das schlüssig und überzeugend ist – und das ohne externe Hilfe? Helfen kann Ihnen dabei Harvey.

Wer ist Harvey?

Im Kern geht es bei der hier vorgestellten Methode darum, die Inhalte eines Konzepts einem imaginären Gesprächspartner zu erzählen – Harvey eben. Ihr Gesprächspartner kann gerne auch Helga oder Rudi heißen, der Name spielt keine Rolle. Wichtig ist in erster Linie, dass Sie einem imaginären Gegenüber erklären, worum es in Ihrem Konzept geht. Dabei kann auch ein Dialog mit Fragen Ihres Gesprächspartners entstehen. Letztendlich sollten Sie in Gedanken (oder auch laut) wirklich so sprechen, als ob Harvey Ihnen gegenübersitzen würde.

Der Clou bei diesem Vorgehen ist, dass allein durch das Ausformulieren in ganzen Sätzen häufig ein konkreteres Bild entsteht als es vorher der Fall war. Auf diese Weise lassen sich relevante von irrelevanten Informationen trennen und Lücken im Konzept aufdecken. Zudem schaffen Sie durch eine Zusammenfassung der Inhalte Verknüpfungen, auf die Sie sonst nicht gekommen wären, und bringen so einen roten Faden in Ihre Gedanken.

Vom Teddy zu Harvey

Seinen Ursprung hat "Harvey" in der Teddybär-Methode aus dem Buch "Lernpower" (Steiner, 2011) von Verena Steiner, Sachbuchautorin und Ehrenrätin der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Die Teddybär-Methode richtet sich insbesondere an Studenten und soll diese beim Lernen unterstützen; im Wesentlichen plädiert Steiner dafür, das Gelernte seinem Plüschtier in normaler Sprech-Lautstärke einmal vorzutragen. "Dadurch achtet man bereits zu Beginn besser auf die Kernaussagen und legt sich schon mal das Ganze im Geist zurecht", wird Steiner dazu in einem Bericht auf der Webseite der ETH zitiert (ETH Life, 2011). Außerdem erkenne man während des Outputs seine Wissenslücken.

Mit Harvey vor und nach dem Schreiben sprechen

Für das Erstellen eines Konzepts

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