Projektmanagement als Karriere-Chance

Teil 2: Erfolgsstrategie entwickeln
Wer seinen Projektauftrag bewusst als Bewährungsprobe im Hinblick auf zukünftige Führungsaufgaben wahrnimmt, sollte sich einerseits um die drei Wirkungsbereiche seines Projekts kümmern: Projektaufgaben und –ziele, Teamführung und Public Relations. Damit wird das Projekt zum Erfolg geführt. Andererseits gilt es, das Projekt als Karrieresprungbrett zu nutzen. Dafür ist es sinnvoll, sich eine Erfolgsstrategie zurecht zu legen. Hierzu gehört u.a. die Analyse der eigenen Fähigkeiten sowie des politischen und technischen Umfelds. Hedwig Kellner beschreibt, wie Sie die Wirkungsbereiche des Projekts bearbeiten und in welchen Schritten Sie zu einer Erfolgsstrategie gelangen.

Die drei Wirkungsbereiche Ihres Projekts

Wenn Sie Ihren Projektauftrag bewusst als Bewährungsprobe im Hinblick auf zukünftige Aufgaben im Führungsteam Ihres Unternehmens wahrnehmen, dann achten Sie bitte auf die drei zentralen Wirkungsbereiche. Vernachlässigen Sie keinen, übertreiben Sie keinen.

Zu "Projektaufgaben und Projektziele":

Hierbei geht es um das, was Sie mit Ihrem Team erreichen sollen. Es geht um die Art, wie in Ihrem Projekt gearbeitet wird, um die Qualität des Ergebnisses und um den Nutzen des Projekts.

Vergewissern Sie sich, dass

  • Sie alles an notwendigem Fach- und Methodenwissen und an Fähigkeiten im Projekt verfügbar haben. Sie als Projektleiter brauchen nicht alles selbst zu wissen. Aber in Ihrem Team müssen die richtigen Fachleute versammelt sein. Sie brauchen auch Zugriff auf Wissens- und Informationsquellen.
  • Ihnen die Ressourcen zur Verfügung stehen, die Sie brauchen.
  • Ihnen die notwendigen Kompetenzen gegeben wurden, die Sie für Verhandlungen und Entscheidungen brauchen.
  • es weder bei den Personen, die vom Projekt betroffen sind, noch bei Kollegen aus dem Führungsteam Missverständnisse bezüglich des Aufgabenumfangs, der Ziele und des Nutzens Ihres Projekts gibt. Niemand darf sich fragen: "Was machen die da eigentlich?" "Wozu soll das gut sein?"
  • Ihre Pläne stets sauber mit dem Team abgestimmt und auf aktuellstem Stand sind.
  • dass Sie im Projekt den Fortschritt der Arbeit und die Qualität der Ergebnisse im Auge behalten.
  • Sie rechtzeitig die Betroffenen auf das Neue vorbereiten. Dabei kann es sich um Schulungen, Präsentationen oder Möglichkeiten der Mitarbeit an bestimmten Projektergebnissen handeln. Denken Sie daran, dass die meisten Menschen Neuerungen und Änderungen gegenüber erst einmal mit Abwehr reagieren. Schaffen Sie sanfte Übergänge. Konfrontieren Sie niemals plötzlich mit dem, was Ihr Projekt produziert hat.

Denken Sie an drei wichtige Aspekte in dieser Hinsicht:

  1. Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen und Ihrem Team überhaupt möglich ist, gute Arbeit zu leisten.
  2. Setzen Sie im Team durch, dass jeder Mitarbeiter auf seinem Posten zuverlässig seinen Aufgaben nachgeht.
  3. Sorgen Sie dafür, dass nach außen das Image durchdringt: In dem Projekt sind Profis am Werk. Was die machen, wird gut.

Zu "Teamführung":

Je mehr es den Mitgliedern Ihres Teams Spaß macht, bei Ihnen mitzuarbeiten, desto besser für Sie. Nichts kann Ihren Ruf als fähige Führungskraft so fördern oder vernichten wie anerkannte Fachleute, die vor Dritten - positiv oder negativ - berichten, wie das ist, Ihr Mitarbeiter zu sein. Verlassen Sie sich darauf: Man redet über Sie als Projektleiter!

Entwickeln Sie ein Gespür dafür, wer im Team sich gerne auch mal allein in die Arbeit vertieft, und wer den stetigen Austausch mit anderen braucht. Zwingen Sie nicht Leute zur Zusammenarbeit, die sich von der "Chemie" her nicht liegen. Geben Sie den Karriereorientierten die Chance, sich bei Projektpräsentationen oder anderen Gelegenheiten mit ihren Einzelleistungen hervorzutun. Stellen Sie sich schützend vor Ihre Mitarbeiter, wenn Kritik von außen kommt - auch wenn Sie im Einzelfall über die betreffende Person verärgert sind.

Akzeptieren Sie Ihre Sonderrolle als Projektleiter. Chefs, die so tun, als wären sie keine, nerven. Ihre Mitarbeiter wollen auch mal ohne Sie Luft ablassen oder einfach nur tratschen. Drängen Sie sich nicht ständig auf.

Überlegen Sie bei jedem einzelnen Mitglied Ihres Teams:

  • Was reizt diese Person, zum Projekt zu gehören?
  • Was könnte diese Person ärgern, stören oder sehnsüchtig über andere Projekte
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