Projektmanagement: Ein Blick auf die Zukunft

Dr. Martin Barnes, Executive Director der Major Projects Association (MPA) und seit über 30 Jahren beratend im Projektmanagement tätig, wirft in seinem Artikel – den er als Vortrag auf dem World Congress 2002 in Berlin hielt – einen Blick auf die Vergangenheit des Projektmanagements und fordert Sie auf, sich mit ihm Gedanken über die mögliche Entwicklung in der Zukunft zu machen. Wird der Einfluss des Projektmanagements zunehmen und sich der Beruf des Projektmanagers als sicher erweisen oder handelt es sich nur um eine langlebige Management-Modeerscheinung?

Erst in den letzten 30 Jahren wurde Projektmanagement als eine Wissenschaft anerkannt, die sich benennen, erlernen und allgemein anwenden lässt. Seither hat sich diese Wissenschaft rasant weiterentwickelt. In diesem Beitrag werde ich einen Blick in die Vergangenheit des Projektmanagements werfen und möchte Sie auffordern, sich mit mir Gedanken über die mögliche Entwicklung in der Zukunft zu machen. Wird der Einfluss von Projektmanagement zunehmen und sich der Beruf des Projektmanagers als sicher erweisen oder handelt es sich nur um eine langlebige Management-Modeerscheinung?

Das Zeitalter "Projektmanagement" ist erst 30 Jahre jung. Auch vor dieser Erfindung wurden schon Projekte abgewickelt, aber niemand hat dafür einen eigenen Managementprozess als notwendig angesehen. Auch heute noch werden mehr Projekte ohne Zuhilfenahme von Projektmanagement-Methoden ausgeführt als mit ihnen. Ihr Einfluss war bis jetzt gering, aber ihr zukünftiges Potential ist gewaltig.

Was ist ein Projekt?

Diese Aussage hängt allerdings von der allgemeinen Definition eines Projekts ab. Ich bevorzuge die Definition, nach der ein Projekt eine Serie von Tätigkeiten ist, unternommen von Menschen, die sich zusammengefunden haben, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Nach dieser Definition sind alle Konstruktionsarbeiten Projekte, ebenso alle Forschungstätigkeiten, alle Produktentwicklungen und alle einmaligen Ingenieursarbeiten. Zu diesen klassischen Projektmanagement-Bereichen kommen noch sämtliche Militär- und Regierungsaufgaben, Geschäftsinitiativen, Rechtsfälle, Kunst, TV- und Radioproduktionen, große soziale Events und geplante Verbrechen.

In der Tat umfasst diese Definition jede bewusste Erschaffung und geplante Veränderung von Dingen. Dabei muss es sich nicht ausschließlich um physikalische Gegenstände, wie Gebäude oder neue Produkte handeln - auch nichtphysikalische Dinge sind eingeschlossen, wie das Gewinnen einer Wahl oder eines Gerichtsfalls, die Fusion zweier Unternehmen, die Einführung einer gemeinsamen europäischen Währung oder das Einführen der Kapitalwirtschaft in einem vormals kommunistischen Land.

Eine andere Begriffsdefinition eines Projekts, die ich oft benutze, ist, von Status A zu Status B zu gelangen. Status A ist eine gewisse Sicht eines Zustands, in dem wir uns gerade befinden. Status B ist dieser Zustand in veränderter Weise. Status A sind diese zwei Firmen vor der Fusion, in Status B sind sie bereits fusioniert und arbeiten gut zusammen. In Status A wird ein Produkt auf veraltete und ineffektive Weise produziert, in Status B ist der Produktionsprozess effizient.

Status B wird von den Menschen, die das Projekt anstoßen, immer als Verbesserung zu Status A angesehen. Manchmal bedeutet diese Verbesserung jedoch eine Verschlechterung für andere Menschen, z.B. bei Verbrechen und Kriegen.

Jedes Projekt ist ein Unterprojekt

Vor ein paar Jahren gab ich ein Statement dazu ab, was im Projektmanagement bestehen bleiben und was nicht lange überleben

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