Strategisches Projektcontrolling

Teil 2: Wirtschafltichkeitsverfahren
Im zweiten Teil dieser Serie stellt Prof. Dr. Rudolf Fiedler Verfahren vor, mit denen sich die Wirtschaftlichkeit von Projekten bestimmen lässt. Er erklärt, wie man eine Kosten- und Gewinnvergleichsrechnung, eine Break-Even-Analyse oder eine Rentabilitätsberechnung durchführt.

Im ersten Teil habe ich die wesentlichen Aufgaben des strategischen Projektcontrollings aufgezeigt. Zudem wurde die Portfoliotechnik und Risikoanalysen erläutert. Im aktuellen Beitrag gehe ich genauer auf Verfahren zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit ein. Mit Hilfe verschiedener Berechnungsmethoden, wie z.B. Kosten- und Gewinnvergleichsrechnung, Break-Even-Analyse oder der Rentabilitätsberechnung erhalten wir eine Faustregel für die Projektauswahl.

Bild 1: Wirtschaftlichkeitsverfahren für die Projektauswahl

Neben strategischen Erwägungen spielt vor allem die Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle bei der Projektauswahl. Bild 1 zeigt die gängigen Verfahren im Überblick. In der Praxis besteht die größte Schwierigkeit in der Beschaffung zuverlässiger Daten, weniger in der Anwendung der Verfahren.

Wie führt man eine Kosten- und Gewinnvergleichsrechnung durch?

Um die Vorteilhaftigkeit eines Projekts zu ermitteln, ist eine reine Kostenbetrachtung im Regelfall unzureichend. Für die Entscheidung, welches von zwei Projekten die höhere Priorität genießt oder ob ein neues Projekt bei begrenzten Ressourcen begonnen wird, ist der Gewinn oder der Deckungsbeitrag (Erlöse minus direkt zurechenbare Kosten) das beste Kriterium. Projekte werden deswegen bearbeitet, um das Unternehmensergebnis zu optimieren. Allerdings reichen bei knappen Ressourcen Informationen allein über den voraussichtlichen Gewinn eines Projekts nicht aus. Dies soll am folgenden Beispiel verdeutlicht werden:

Ein Unternehmen wickelt vier Projekte ab. Dem Management sind die in Tabelle 1 angegebenen Plandaten bekannt.

Tabelle 1: Gewinnsituation im Ausgangsfall
Projekt Erlöse Restliche Dauer Restkosten
P1 2.000 EUR 4 Wochen 500 EUR
P2 4.000 EUR 6 Wochen 2.000 EUR
P3 10.000 EUR 8 Wochen 4.000 EUR
P4 20.000 EUR 12 Wochen 6.000 EUR
Erwarteter Gesamterlös: 36.000 EUR
Gesamte Restkosten: 12.500 EUR
Erwarteter Gewinn: 23.500 EUR

Zur Disposition steht ein sehr profitables Projekt P5. Es würde 14 Wochen dauern, 25.000 EUR Erlös und voraussichtliche Kosten von 7.000 EUR, also einen Gewinn von 18.000 EUR bringen. Allerdings müsste man auf Ressourcen zurückgreifen, die für die anderen Projekte benötigt werden.

Bei oberflächlicher Betrachtung würde das neue Projekt aufgrund der

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