Stressfaktor Angst im Beruf

Teil 1: Ein ständiger Begleiter
Die Angst im Berufsleben: Ein Tabuthema, das Millionen von Betroffenen Gesundheit und Lebensfreude und Unternehmen jährlich Unsummen Geld kostet. Die meisten Berufstätigen leiden - mehr oder weniger - darunter. Astrid Pfeiffer beschreibt im ersten Teil ihres Artikels, welche Faktoren Angst auslösen, wo Angst Sinn macht und wo sie zu dauerhaften Problemen führt. Sie legt den Betroffenen einige grundsätzliche Überlegungen nahe. In der nächsten Ausgabe des Projekt Magazins erfahren Sie, welcher "Angsttyp" Sie sind. Die Autorin zeigt dann außerdem konkrete Wege aus der Angst auf.

Angst - Das Tabuthema

Bauchschmerzen vor dem Referat im Kollegenkreis, Übelkeit auf dem täglichen Weg ins Büro, hoher Blutdruck, Essstörungen... Warum bekommen eigentlich so viele Menschen ernsthafte psychische und körperliche Probleme, "nur" weil sie Angst haben? Angst vor dem Chef und vor Kollegen, Angst Fehler zu machen? Warum greift niemand ein, warum helfen sich Betroffene nicht selbst? Solange die Umwelt den Mut, Angstprobleme im Berufsleben offen auszusprechen, als Schwäche auslegt, schleppen Millionen von Mitarbeitern und Führungskräften diese Bürde mit sich herum.

Dass "Probleme" vor einiger Zeit umgetauft wurden in "Herausforderungen", die jeder mit etwas gutem Willen zu bewältigen hat, hat bei vielen Menschen Versagensängste eher verstärkt denn reduziert. Wenn Sie zu denen gehören, die im Beruf Angst haben, dann lassen Sie sich gleich zu Anfang eines gesagt sein: Sie haben viele Leidensgenossen. Und es gibt Experten, die Ihnen nützlichen Rat geben können. So veranstaltet zum Beispiel die Olchinger Unternehmensberatung Breuel & Partner im September einen "Führungstag" mit dem Titel "Erfolgskiller Angst". Bedenken Sie: Angst haben ist menschlich. Angst ist keine Schande!

IT-Branche – Angst ein Fremdwort?

Sicher nicht. Auch und gerade in der ach so dynamischen IT-Branche, wo die Organisationsform des Teams besonders ausgeprägt ist, existieren Ängste. Sollzahlen und Deadlines, die eingehalten werden müssen, üben Druck aus. Natürlich, Arbeitsplätze existieren in genügender Zahl, und die Unternehmen sind froh, wenn sie Leute finden. Dennoch "entsorgen" sie Mitarbeiter, die nicht auf Anhieb einwandfrei funktionieren. Auch in Branchen, in denen Arbeitskräfte mit verführerischen Arbeitsbedingungen und gutem Gehalt umworben werden, zählt letztendlich nur der schnelle Erfolg. Wer nicht dynamisch genug ist, bleibt auf der Strecke. Dabei werden gerade in der Softwarebranche häufig aufs Geratewohl Mitarbeiter von heute auf Morgen zum Team- oder gar Projektleiter befördert und damit ins kalte Wasser geworfen. Die psychologische und fachliche Ausbildung fehlt, Probleme im Team sind vorprogrammiert, Teamleiter fürchten sich vor falschen Entscheidungen.

Woran liegt es aber, dass selbst in der IT-Branche Mitarbeiter zu lange im selben Job bleiben, obwohl sie ahnen, dass sie sich woanders viel wohler fühlen würden? Sicher ist ein Stück Bequemlichkeit dabei, solange der Leidensdruck noch nicht groß genug ist. Da ist aber auch die Angst davor, dass das Umfeld ihnen schnelle Stellenwechsel als Charakterschwäche oder mangelndes Durchhaltevermögen auslegt.

Tipp: Halten Sie – egal in welcher Branche Sie arbeiten – immer die Augen nach Alternativjobs offen, auch wenn Sie mit der derzeitigen Stelle (noch) zufrieden sind – Plan B, sozusagen. Wenn Sie Alternativen haben, um Ihre Existenz zu sichern, brauchen Sie schon einmal keine Angst vor dem Jobverlust zu haben und können viel selbstbewußter auftreten. Vorsicht: Jobwechsel sind keine Lösung, wenn Sie ein grundsätzliches Angstproblem haben.

Angst als Kostenfaktor

Wäre nicht alles viel einfacher, wenn alle diese

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