Machbarkeit

Die Machbarkeit eines Projekts ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Projektergebnis abgenommen wird. Abhängig von der Projektart sind bei einer Machbarkeitsstudie folgende Aspekte zu prüfen, um diese Wahrscheinlichkeit zu ermitteln:

  • technische Machbarkeit
  • wirtschaftliche Machbarkeit
  • Fähigkeit der Trägerorganisation zur Durchführung des Projekts
  • die Rahmenbedingungen, in denen das Projekt durchgeführt wird (insbes. Rechtslage)
  • Akzeptanz der Stakeholder (z.B. politische Machbarkeit)

Technische Machbarkeit

Die Prüfung der technischen Machbarkeit hat besondere Bedeutung bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Hierbei ist nachzuweisen, dass der angestrebte Lösungsansatz nicht in Widerspruch zu bekannten technischen Zusammenhängen steht. So verstößt z.B. ein Perpetuum mobile gegen den Energieerhaltungssatz und ist somit technisch nicht machbar.

Wirtschaftliche Machbarkeit

Der wirtschaftliche Aspekt der Machbarkeit hat zwei Komponenten: Die Finanzierbarkeit und die Rentabilität. Zum einen müssen für die Durchführung des Projekts die ausreichenden Finanzmittel (z.B. Eigenkapital, Fremdkapital, Kredit) vorhanden sein, zum anderen muss die Durchführung des Projekts innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z.B. innerhalb von drei, fünf oder zehn Jahre) ökonomische Vorteile gegenüber anderen Verwendungen derselben Finanzmittel haben.

Fähigkeit der Trägerorganisation zur Durchführung des Projekts

Die Durchführung eines Projekts erfordert eine Organisation, die in der Lage ist, das Projekt im erforderlichen Maße zu planen, zu überwachen und zu steuern. Diese sog. organisatorische Machbarkeit beurteilt nicht den Projektinhalt, sondern die Trägerorganisation.

Rahmenbedingungen

Externe Faktoren, die nicht durch die Trägerorganisation und das Projektteam beeinflusst werden können, stellen oftmals erhebliche Risiken für Projekte dar. Hierzu zählt z.B. die rechtliche Prüfung, inwieweit die Projektdurchführung gesetzeskonform ist (z.B. Baurecht des jeweiligen Bundeslandes). Ebenso sind Patent- und Schutzrechte zu klären und Umweltstandards einzuhalten.

Akzeptanz der Stakeholder

Insbesondere bei Projekten der Öffentlichen Hand hängt der Projekterfolg stark von der Akzeptanz des Projektergebnisses in der Gesellschaft ab. Große Infrastrukturprojekte wie z.B. Kraftwerke, Flughäfen oder Verkehrswege sind nur dann "politisch machbar", wenn die betroffenen gesellschaftlichen Gruppen diese Vorhaben mindestens tolerieren. Die Akzeptanz der Stakeholder ist aber auch in einfacheren Projekten erforderlich, z.B. bei der Einführung einer neuen Software in einem Unternehmen.

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