Make-or-Buy-Entscheidung

Eine "Make-or-Buy-Entscheidung" ist die Entscheidung, ob eine bestimmte LeistungLeistungLeistung im allgemeinen Sprachgebrauch des Projektmanagements ist der den vereinbarten Anforderungen genügende und monetär bewertete Output eines Projektprozesses. oder ein bestimmtes ProduktProduktAus Projektsicht ist ein Produkt die im Lastenheft beschriebene, zu erbringende Leistung des Projekts. Meistens muss ein Projekt mehrere Produkte erstellen, um den vereinbarten Leistungsumfang zu erbringen. Die Auflistung aller zu erstellenden Produkte eines Projekts ist das sog. Leistungsverzeichnis . Die Menge aller Produkte eines Projekts definieren den sog. Projektumfang (Inhalt und Umfang, Scope). besser von externen Anbietern bezogen oder im eigenen Hause hergestellt werden soll. Diese Entscheidung muss nach den Kriterien Kosten, QualitätQualitätQualität ist der zentrale Begriff des Qualitätsmanagements und wird dort äußerst differenziert diskutiert. Für die Praxis im Projektmanagement ist es wichtig zu verstehen, dass "Qualität" durch vier Aspekte beschrieben ist: Die Einheit (engl.: entity), d.h. der Gegenstand der Betrachtung Die konkrete Beschaffenheit der Einheit (engl.: totality of characteristics and their values) Die Anspruchsklasse, nach der die Einheit bewertet wird Die Qualitätsforderung, an der die Beschaffenheit gemessen wird, ZeitZeitZeit ist eine der zentralen Steuerungsgrößen des Projektmanagements und bildet neben Kosten und Leistungsumfang im sog. Magischen Dreieck einen der drei Eckpunkte. Mittlerweile sind Qualität, Risiko und Nutzen als weitere Steuerungsgrößen etabliert. Je nach Projektart ist der Faktor Zeit besonders kritisch, z.B. im Veranstaltungsmanagement oder bei Wartungs- und Instandhaltungsprojekten., RessourcenverfügbarkeitRessourcenverfügbarkeitDie Ressourcenverfügbarkeit beschreibt, zu welcher Zeit, an welchem Ort und mit welcher Kapazität eine Ressource eingesetzt werden kann und bisher für keine Aufgabe eingeplant ist. und Risiken (z.B. Unabhängigkeit von Lieferanten, MachbarkeitMachbarkeitDie Machbarkeit eines Projekts ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Projektergebnis abgenommen wird. Abhängig von der Projektart sind bei einer Machbarkeitsstudie folgende Aspekte zu prüfen, um diese Wahrscheinlichkeit zu ermitteln: technische Machbarkeit wirtschaftliche Machbarkeit Fähigkeit der Trägerorganisation zur Durchführung des Projekts die Rahmenbedingungen, in denen das Projekt durchgeführt wird (insbes. Rechtslage) Akzeptanz der Stakeholder (z.B. politische Machbarkeit) usw.) gefällt werden.

Make-or-Buy-Entscheidung

Eine "Make-or-Buy-Entscheidung" ist die Entscheidung, ob eine bestimmte LeistungLeistungLeistung im allgemeinen Sprachgebrauch des Projektmanagements ist der den vereinbarten Anforderungen genügende und monetär bewertete Output eines Projektprozesses. oder ein bestimmtes ProduktProduktAus Projektsicht ist ein Produkt die im Lastenheft beschriebene, zu erbringende Leistung des Projekts. Meistens muss ein Projekt mehrere Produkte erstellen, um den vereinbarten Leistungsumfang zu erbringen. Die Auflistung aller zu erstellenden Produkte eines Projekts ist das sog. Leistungsverzeichnis . Die Menge aller Produkte eines Projekts definieren den sog. Projektumfang (Inhalt und Umfang, Scope). besser von externen Anbietern bezogen oder im eigenen Hause hergestellt werden soll. Diese Entscheidung muss nach den Kriterien Kosten, QualitätQualitätQualität ist der zentrale Begriff des Qualitätsmanagements und wird dort äußerst differenziert diskutiert. Für die Praxis im Projektmanagement ist es wichtig zu verstehen, dass "Qualität" durch vier Aspekte beschrieben ist: Die Einheit (engl.: entity), d.h. der Gegenstand der Betrachtung Die konkrete Beschaffenheit der Einheit (engl.: totality of characteristics and their values) Die Anspruchsklasse, nach der die Einheit bewertet wird Die Qualitätsforderung, an der die Beschaffenheit gemessen wird, ZeitZeitZeit ist eine der zentralen Steuerungsgrößen des Projektmanagements und bildet neben Kosten und Leistungsumfang im sog. Magischen Dreieck einen der drei Eckpunkte. Mittlerweile sind Qualität, Risiko und Nutzen als weitere Steuerungsgrößen etabliert. Je nach Projektart ist der Faktor Zeit besonders kritisch, z.B. im Veranstaltungsmanagement oder bei Wartungs- und Instandhaltungsprojekten., RessourcenverfügbarkeitRessourcenverfügbarkeitDie Ressourcenverfügbarkeit beschreibt, zu welcher Zeit, an welchem Ort und mit welcher Kapazität eine Ressource eingesetzt werden kann und bisher für keine Aufgabe eingeplant ist. und Risiken (z.B. Unabhängigkeit von Lieferanten, MachbarkeitMachbarkeitDie Machbarkeit eines Projekts ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Projektergebnis abgenommen wird. Abhängig von der Projektart sind bei einer Machbarkeitsstudie folgende Aspekte zu prüfen, um diese Wahrscheinlichkeit zu ermitteln: technische Machbarkeit wirtschaftliche Machbarkeit Fähigkeit der Trägerorganisation zur Durchführung des Projekts die Rahmenbedingungen, in denen das Projekt durchgeführt wird (insbes. Rechtslage) Akzeptanz der Stakeholder (z.B. politische Machbarkeit) usw.) gefällt werden.

Die Make-or-Buy-Entscheidung ist eine grundsätzliche Entscheidung über den Lösungsansatz für die Aufgabenstellung eines Projekts oder einer TeilaufgabeTeilaufgabeGemäß der nicht mehr gültigen DIN 69901:1987 ist eine Teilaufgabe ein "Teil des Projektes, der im Projektstrukturplan weiter aufgegliedert werden kann." Somit ist jeder Knoten im Projektstrukturplan entweder eine Teilaufgabe oder ein Arbeitspaket, falls er nicht weiter aufgegliedert ist. innerhalb eines Projekts. Sie steht in engem Zusammenhang mit der MachbarkeitsprüfungMachbarkeitsprüfungDie Machbarkeitsprüfung dient zu Beginn eines Projekts dazu, Zieldefinition , Spezifikation , Projektplan und ggf. Business Case auf ihre Machbarkeit zu untersuchen. bzw. einer etwaigen MachbarkeitsstudieMachbarkeitsstudieEine Machbarkeitsstudie überprüft mögliche Lösungsansätze für ein Projekt hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie werden die Lösungsansätze analysiert, Risiken identifiziert und Erfolgsaussichten abgeschätzt. Überprüft wird dabei, ob mit dem jeweils betrachteten Lösungsansatz die vereinbarten Projektergebnisse (Werke, Liefergegenstände, Produkte) unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen erstellt werden können. Die wirtschaftliche Beurteilung, ob die Projektergebnisse den erhofften Nutzen für den Auftraggeber bringen, ist hingegen nicht typischer Inhalt der Machbarkeitsstudie. Dies zu klären ist Aufgabe einer Kosten-Nutzen-Analyse bei der Erstellung des Business Cases.. So ist die Option, ein Produkt selbst herzustellen, davon abhängig, ob dies technisch, wirtschaftlich und organisatorisch machbar ist.

Der PMBOK(R) GuidePMBOK(R) GuideDer PMBOK® Guide ist die US-amerikanische Norm für Projektmanagement und wird vom Project Management Institute (PMI®) herausgegeben. führt die Make-or-Buy-Entscheidung als Methode beim ProzessProzessEin Prozess ist nach ISO 8402 durch folgende Eigenschaften charakterisiert: Er besteht aus einer Menge von Mitteln und Tätigkeiten. Zu den Mitteln können Personal, Geldmittel, Anlagen, Einrichtungen, Techniken und Methoden gehören. Diese Mittel und Tätigkeiten stehen in Wechselbeziehungen Ein Prozess erfordert Eingaben. Ein Prozess gibt Ergebnisse aus. "Plan Procurements" ("Beschaffungen planen") explizit auf. Er fordert, dass hierbei alle Kosten berücksichtigt werden, wie z.B. die Kosten für die Beschaffung selbst und Wartungskosten. Weiterhin differenziert er die Kaufoption in die beiden Varianten Kauf und Leasing.

Kriterien für eine Make-or-Buy-Entscheidung

Mögliche Kriterien für eine Make-or-Buy-Entscheidung sind:

  • Kosten
  • Zeit
  • Qualität
  • Ressourcenverfügbarkeit
  • Risiken

Kosten

Dieses Kriterium wird stark davon beeinflusst, welcher Zeitraum und welche OrganisationseinheitOrganisationseinheitEine Organisationseinheit ist ein Element der Aufbauorganisation, das in der Regel im Organigramm ausgewiesen wird. Beispiele für Organisationseinheiten sind Unternehmensbereiche, Abteilungen, Niederlassungen oder Tochterunternehmen. Organisationseinheiten können selbst Organisationen sein. berücksichtigt wird. Aus Projektsicht kann es z.B. am günstigsten sein, wenn das Unternehmen ein vollautomatisches Analysegerät beschafft und für das Projekt lediglich die zeit- und vorhabensanteilige Abschreibung als Kosten anfallen. Aus Unternehmenssicht hingegen kann die für das Projekt kostenintensive Durchführung der gleichen Analysen durch Labormitarbeiter günstiger sein, wenn für das betrachtete Analysegerät außerhalb des Projekts kein Bedarf besteht.

Zeit

Hier ist zu entscheiden, welcher der beiden Wege am besten mit dem Terminplan des Projekts in Einklang zu bringen ist. Meist wird der Kauf eines fertigen Produkts schneller möglich sein als die Eigenentwicklung. Falls lange Lieferzeiten, Transportzeiten und ggf. Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen sind, kann aber auch die Eigenentwicklung schneller sein.

Qualität

Für dieses Kriterium ist ein priorisierter und detaillierter AnforderungskatalogAnforderungskatalogEin Anforderungskatalog ist eine systematische, strukturierte und ggf. priorisierte Liste von ↑Anforderungen an eine zu erbringende ↑Leistung . zu erstellen. Gekauftes und selbst entwickeltes Produkt sind dahingehend zu vergleichen, wie sie die Anforderungen des Projekts erfüllen.

Ressourcenverfügbarkeit

Eine Eigenentwicklung ist nur durchführbar, wenn auch die dafür benötigten Ressourcen (Personal, Material, Maschinen) und das erforderliche Fachwissen im Hause zur Verfügung steht.

Risiken

Sowohl der Kauf als auch die Eigenentwicklung weisen spezifische Risken auf. Das größte RisikoRisikoRisiko ist ein eventuelles, hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertetes, zukünftiges Ereignis, das bei seinem Eintreten ursächlich eine Abweichung der Ist-Daten von den Plandaten bewirken würde. bei der Kaufentscheidung ist der Ausfall des Lieferanten, bei der Eigenentwicklung das Scheitern.

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Das Lastenheft beschreibt das angestrebte Projektergebnis. Es wird vom Auftraggeber erstellt und ist eines der zentralen und unverzichtbaren Projektdokumente. Dennoch scheuen viele vor dem Aufwand zurück, der mit seiner Erstellung verbunden ist.

Erläuterungen und Kommentar

Es empfiehlt sich, für Make-or-Buy-Entscheidungen einen standardisierten Unternehmensprozess zu definieren. Damit wird gewährleistet, dass nicht subjektive Kriterien diese Entscheidung beeinflussen, sondern sie optimal im Interesse des Unternehmens getroffen wird.

Insbesondere gilt es dabei, das sogenannte "not invented here"-Syndrom zu vermeiden. Es verletzt den Stolz des Unternehmens, wenn es eine Leistung, die es auch selbst erbringen könnte, von außen beziehen soll. Von diesem Effekt sind Manager, Entwicklungsleiter und Entwickler in unterschiedlicher Ausprägung betroffen und entsprechend unterschiedliche Argumente werden von den interessierten Parteien vorgebracht. Es ist Aufgabe des Controllings, diese Argumente zu überprüfen und dadurch die Qualität der Make-or-Buy-Entscheidung zu sichern.

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